Und die Besucher des Konzerts der Maxim Kowalew Don Kosaken wurden nicht enttäuscht. Dirigent Viacheslaw Yeromin hat ein stimmiges Programm aus orthodoxen Kirchenliedern, Weihnachtsliedern – darunter auch deutsche Weihnachtslieder – Kosakenlieder und -Märsche sowie Volksweisen zusammengestellt.

Das mit Chorgesang, Soli sowie tiefen Bässen über Bariton zu den Spitzen der Tenöre gestaltete Konzert vermittelte im Gotteshaus eine Atmosphäre aus den Tiefen der russischen Seele. Der Gesang füllte die Kirche völlig aus und hinterließ nach dem einen oder anderen Lied durchaus eine Gänsehaut bei den Zuhörern. Im ersten Teil des Konzerts präsentierte sich der Chor a cappella und im zweiten Teil gab es eine Begleitung mit dem Bajan, das ist das russische Knopfakkordeon. Und nach einer Zugabe mit dem unerlässlichen traditionellen "Kalinka" verließ der Chor, ein Abschlusslied singend, die Kirche.

Der Maxim Kowalew Don Kosaken-Chor – es gibt zwei Chöre, die teilweise parallel an verschiedenen Orten auftreten – tritt international in fast allen europäischen Ländern auf: in Deutschland überwiegend in den großen Städten wie Berlin, München und Stuttgart. Da war es für die Zuschauer im Deggenhausertal durchaus eine Besonderheit, einen solchen Chor in Untersiggingen erleben zu können. "Wir sind Berufsmusiker und die einzelnen Sänger stammen aus Weißrussland und Russland und haben tatsächlich Kosaken als Vorfahren", erklärte Dirigent Viacheslaw Yeromin. Er sagte die Sänger, die in Untersiggingen auftraten, seien im Alter zwischen 30 und 62 Jahren. Der Dirigent ergänzte: "Es gefällt uns sehr, unsere Lieder hier zu präsentieren, die Lieder der Kosaken sind in Deutschland sehr beliebt."

Unter den Zuhörern war Siegfried Kopp, der wiederholt einen Kosaken-Chor im Deggenhausertal gehört hatte: "Ich bin selbst im Kirchenchor und da liegt es nahe, dass ich die Gelegenheit nutze, gewissermaßen vor der Haustüre die russischen Gesänge zu genießen." Aus Wittenhofen ist die ganze Familie Russ zum Konzert gekommen und Andreas Russ meint: "Wir haben noch nie einen Kosaken-Chor live erlebt und das ist etwas ganz Besonderes." Da er selbst Musiker ist, weiß er, was das für eine Kunst ist und könne solche Gesänge ganz besonders genießen. Johanna Zindel aus Sinnenberg findet die Musik der Kosaken einfach wunderschön und ist von dem Auftritt ganz begeistert. Thomas Neumann ist ein echter Kosakenmusik-Fan und hat erst vor wenigen Wochen in Ulm den original Kosaken-Chor gehört: "Ich verfolge die Chöre nicht, aber mir gefällt die Musik einfach."

Teilerlös für Kirchenfenster

Pfarrer Jürgen Schmidt hat die Maxim Kowalew Don Kosaken für den Auftritt in der Pfarrkirche Maria Königin in Deggenhausertal-Untersiggingen organisiert: "Ich war schon immer an der Kirchenmusik der Don Kosaken interessiert und wie der Zufall es wollte, hat im vergangenen Jahr die Agentur der Maxim Kowalew Don Kosaken Kontakt zu mir aufgenommen." Da war der Pfarrer gleich begeistert und nachdem er noch aushandeln konnte, dass 10 Prozent der Erlöse des Konzerts der Kirche in Deggenhausertal zugutekommen, gab es für ihn kein Zurück mehr. Zumal die Kirchenfenster im Rückraum von Maria Königin erneuert werden müssen und der Ertrag dort gut angelegt ist. (wdg)