Als Dienstwagen für die Gemeindeverwaltung soll ein Hybrid-Fahrzeug angeschafft werden. Das hat der Gemeinderat entschieden. Der bestehende Leasingvertrag für den Dienstwagen, der von allen Mitarbeitern und dem Bürgermeister für Dienstfahren genutzt wird, läuft aus. Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, einen Audi A3 e-tron anzuschaffen. Die Leasingraten entsprechen mit monatlich 224 Euro denen des vorherigen Dienstfahrzeugs, einem Audi A4 Avant. Außerdem seien die Unterhaltskosten, wie Kfz-Steuer und Treibstoff günstiger. Die vorliegenden Vergleichsangebote für einen herkömmlichen Audi A3 oder einen VW Golf GTE waren darüber gelegen. Das Fahrzeug soll beim örtlichen Händler, der Firma Kneissler in Deggenhausen, geleast werden. Ein rein elektrisch betriebenes Fahrzeug erschien der Verwaltung aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten und im Hinblick auf die eingeschränkte Reichweite derzeit noch nicht praktikabel. "Getankt" werden kann das Fahrzeug an der Schnellladesäule im Carport am Rathaus, die für das Emma-Fahrzeug eingerichtet worden war.

Eine weitere Ladestation für Elektrofahrzeuge gibt es außerdem beim Busbahnhof in Wittenhofen. Dort hat Doris Bosch, Lehrerin an der Grundschule in Wittenhofen, gerade ihren Nissan Leaf an die Ladesäule angeschlossen. "Mein Mann hatte die Idee, aus Umweltgründen ein rein elektrisch fahrendes Fahrzeug anzuschaffen und die Ladesäule am Busbahnhof war Voraussetzung dafür, diese Idee zu realisieren", erklärt Doris Bosch. Sie nutzt den Nissan, um von zuhause in Ruschweiler/Illmensee zur Arbeit nach Wittenhofen zu fahren.

Doris Bosch schließt ihr Elektroauto mit dem Ladekabel, dass sie selbst angeschafft hat an die Säule beim Busbahnhof in Wittenhofen an. Die Stromentnahme ist kostenlos..Bild: Wolf-Dieter Guip
Doris Bosch schließt ihr Elektroauto mit dem Ladekabel, dass sie selbst angeschafft hat an die Säule beim Busbahnhof in Wittenhofen an. Die Stromentnahme ist kostenlos..Bild: Wolf-Dieter Guip

Während sie unterrichtet, werden die Akkus des Fahrzeugs aufgeladen. Gelegentlich fährt sie auch nach Friedrichshafen, wo sie eine Zirkusgruppe an der Bodenseeschule leitet. "Als wir das Auto im August 2016 gekauft haben war es schon drei Jahre alt und ist ein Elektrofahrzeug der ersten Generation, das nur eine Reichweite von 100 Kilometern hat, aber das reicht für meine Fahrten aus", sagt sie und betont, dass heute Elektrofahrzeuge eine Reichweite von mindestens 300 Kilometern hätten. An Wochenenden und in den Ferien lädt sie ihr Auto zuhause in der Garage mit gewöhnlichem Haushaltsstrom. Doris Bosch ist von ihrem Elektroauto total begeistert: "Das ist ein Gefühl, wie früher im Boxauto, jedoch ohne anzustoßen. Ich gleite völlig geräuschlos über den Höchsten nach Hause."

Ein weiteres Projekt in Richtung Elektromobilität ist in der Gemeinde Deggenhausertal bereits in Vorbereitung. So ist geplant, beim baurechtlich bereits genehmigten Gebäude in Untersiggingen in der Nähe des Kinderhauses, wo der Lehenhof einen Naturkostladen mit Café einrichten wird, eine zusätzliche dritte Ladesäule einzurichten. Damit, und dies war unter anderem auch ein Ziel des Projektes "Emma", positioniert sich die Gemeinde weiter als ein Vorreiter der Elektromobilität in der Region.