Dichter Rauch in einer Produktionshalle, ein brennender Lastwagen als Ursache und dazu verirrte und vermisste Personen, dies umfasste das Szenario der Hauptübung der Freiwilligen Feuerwehr Deggenhausertal. Ort des Geschehens war das Gelände der Firma Holzbau Störk in Mennwangen. Kurz nach 18.30 Uhr setzt Inhaber Martin Störk einen Notruf über die Nummer 112 ab, worauf alle Einsatzgruppen der FFW Deggenhausertal alarmiert werden.

Als Erstes trifft die Führungsgruppe mit dem Einsatzleitwagen ein, ihre Aufgabe: Sondierung der Lage, Koordination der eintreffenden Einsatzkräfte sowie die Dokumentation des Einsatzes.

Video: Hess, Jan Manuel

Die Löschfahrzeuge aus Deggenhausen treffen ein und positionieren sich nördlich und südlich der brennenden Halle. Atemschutztrupps rücken in das Gebäude vor und beginnen mit der Brandbekämpfung und der Menschenrettung.

Nachdem die Löschleitungen gelegt worden sind, begibt sich ein Angriffstrupp in das brennende Gebäude.
Nachdem die Löschleitungen gelegt worden sind, begibt sich ein Angriffstrupp in das brennende Gebäude.

In der Zwischenzeit sind Kräfte aus Salem, darunter die Drehleiter, nachalarmiert worden. Damit allen Löschtrupps genügend Wasser zur Verfügung steht, werden mehrere Pumpen an der Deggenhauser Aach in Stellung gebracht, die die Drehleiter und den nördlichen Einsatzabschnitt versorgen.

Unter Hochdruck wird die Wasserversorgung aus der Deggenhauser Aach hergestellt.
Unter Hochdruck wird die Wasserversorgung aus der Deggenhauser Aach hergestellt.

Auch die Ortsgruppe des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Deggenhausertal trifft ein und errichtet unweit der Halle eine Verletztensammelstelle. Damit den Atemschutzträgern nicht die Luft ausgeht, rückt der in Markdorf stationierte Atem- und Strahlenschutz Gerätewagen des Bodenseekreises an und stellt frische Sauerstoffflaschen und Atemschutzmasken bereit.

Andreas Rinderer, Tobias Schmidschneider und Christoph Blaschke (von links) von der FFW Markdorf sind mit dem Gerätewagen für Atem- und Strahlenschutz des Bodenseekreises vor Ort und versorgen die Kammeraden mit frischer Ausrüstung.
Andreas Rinderer, Tobias Schmidschneider und Christoph Blaschke (von links) von der FFW Markdorf sind mit dem Gerätewagen für Atem- und Strahlenschutz des Bodenseekreises vor Ort und versorgen die Kammeraden mit frischer Ausrüstung.

Seit absetzen des Notrufs sind zu diesem Zeitpunkt keine 20 Minuten vergangenen. Die in der Zwischenzeit eingetroffene Drehleiter aus Salem errichtet im nördlichen Einsatzabschnitt zwischen der brennenden Halle und dem Nachbargebäude eine sogenannte "Riegelstellung" – dadurch soll das Übergreifen eines Brandes auf einen anderen, noch nicht brennenden Bereich unterbunden werden. Gegen 19.16 Uhr kann Einsatzleiter Claudius Mecking den Einsatz offiziell beenden, alle vermissten Personen konnten gerettet und der Brand gelöscht werden.

Zwei Atemschutzträger haben einen Menschen unverletzt aus dem Gebäude retten können und bringen ihn zur Verletztensammelstelle der DRK-Ortsgruppe Deggenhausertal.
Zwei Atemschutzträger haben einen Menschen unverletzt aus dem Gebäude retten können und bringen ihn zur Verletztensammelstelle der DRK-Ortsgruppe Deggenhausertal.

Josef Schmidmeister, Leiter der Führungsgruppe und Jürgen Höß sind mit dem Ablauf zufrieden: "Es gab zwar anfangs ein paar Kommunikationsprobleme, aber das gehört dazu, daraus lernen wir", so Schmidmeister und Höß ergänzt: "Immerhin mussten wir Kräfte von drei Wehren koordinieren." Auch Feuerwehrkommandant Karl-Heinz Bentele zieht ein positives Fazit: "Alles ist sehr gut abgelaufen und die Überlandhilfe mit Salem hat bestens funktioniert. Sie warteten nach ihrem Eintreffen bis sie ihrem Einsatzabschnitt zugeteilt wurden."

Maschinist Josef Eichenhofer sorgt für eine funktionierende Wasserverteilung am HLF 10 der FFW Deggenhausertal.
Maschinist Josef Eichenhofer sorgt für eine funktionierende Wasserverteilung am HLF 10 der FFW Deggenhausertal.