Der Stoppomat mit seinem Startpunkt in Schönemühle bei Urnau im Deggenhausertal und seinem Zielhäuschen auf dem Höchsten ist seit 2014 die erste deutsche permanente Zeitmessanlage für Radsportler. Sie wird jährlich von etwa 2000 Radfahrern genutzt.

Vorläufig Einzeltraining im Verein Freundeskreis Uphill

Nun ist die Anlage bis auf weiteres geschlossen, wie Roland Hecht vom Freundeskreis Uphill (Fku) und Mitbetreiber des Stoppomats mitteilt: „Dem Aufruf der Bundeskanzlerin und des Bundesgesundheitsministers als ein Teil der Gesellschaft folgend, verschiebt der Freundeskreis Uphill seinen Saisonstart trotz bestem Radelwetter bis auf weiteres. Nahezu mit hundertprozentiger Zustimmung unter den befragten Teilnehmern einigte man sich zu einem vorläufigen Einzeltraining.“

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In einer Pressemitteilung ergänzt der Fku: „Ein verantwortungsvoller Radsportverein organisiert derzeit keine Radtreffs, denn eine Nichtbeachtung der staatlichen Empfehlungen führt in naher Zukunft nur zu noch drastischeren Maßnahmen. Wer nicht mitzieht, hat den Schuss in Italien immer noch nicht gehört.“ Auch den Stoppomat am Höchsten will der Verein vorläufig nicht öffnen, denn dort werden Kugelschreiber und Kartenausgabe gemeinschaftlich genutzt.

„Wir wären quasi eine Brutstätte für das Virus„

Und gerade dem Helferteam möchte man nicht die üblicherweise nassgeschwitzten Stempelkarten zumuten. Eine zuverlässige Desinfektion der Sportstätte für die rund 2000 Radfahrer sei aktuell nicht umzusetzen. „Wir wären quasi eine Brutstätte für das Virus und jetzt müssen alle solidarisch sein“, meint Hecht. Radsportler Manfred Schenk ist der Meinung: „Es ist konsequent und verständlich in der gegenwärtigen Situation den Stoppomat zu schließen.“

Harald Nagel: „Ich finde es schade, dass der Stoppomat geschlossen ist“

Nicht ganz zufrieden mit der Entscheidung ist Radfahrer Harald Nagel aus dem Deggenhausertal: „Ich finde es sehr schade, dass der Stoppomat geschlossen wird. Eigentlich fährt doch jeder für sich und man kann ja auch den eigenen Kugelschreiber zum Beschriften der Karten mitnehmen.“ Gerade jetzt hätten viele mehr Zeit und könnten die Strecke nutzen – zumal Radfahren an der frischen Luft derzeit durchaus von Vorteil sei.

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