Anlässlich der laufenden BUND-Wanderausstellung "Vernetzte Landschaft – lebendige Vielfalt" im Deggenhausertal begrüßte Vorsitzender Rolf Servos am Freitag im gut besuchten Feuerwehrgerätehaus die Ausstellungsbesucher, darunter auch die Gemeinderäte Ernst Mecking (CDU) und Wolfgang Rössler (FWV). Referentin des Abends war die Landschaftsarchtitektin Claudia Huesmann vom Überlinger Büro 365 Grad Freiraum und Umwelt, heißt es in einer Pressemitteilung des BUND. Das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz fördert 90 Prozent des Modellprojektes "Biotopverbund Offenland". Zehn Prozent trägt der BUND. Das Büro 365 Grad wurde mit der Planung für die Modellkommune Stockach beauftragt. Baden-Württemberg ist seit 2002 rechtlich verpflichtet, den Biotopverbund auf zehn Prozent der Landesfläche zu verwirklichen.

Huesmann erläuterte, dass für das Stockacher Projekt eine Laufzeit von drei Jahren vorgesehen ist, man befinde sich jetzt im Jahr zwei. Der Fachplan wurde anhand vorhandener Daten und unter Begehung der betroffenen Örtlichkeiten erstellt. Ziel des Fachplanes war die Erarbeitung einer landesweiten Planungsgrundlage für den Biotopverbund des Offenlandes. Die Schaffung von Biotopverbundstrukturen ist im Bundesnaturschutzgesetz rechtlich verankert. Für Stockach wurde in einer Bestandaufnahme die Grundlage für eine spätere Umsetzung des Maßnahmenkonzeptes flächenscharf erarbeitet. Es wurden viele Akteure wie Gemeindeverwaltungen, Gemeindegremien, Untere Naturschutzbehörde, Landwirte, Naturschutzbeauftragte, Verbände wie BUND und Nabu mit eingebunden.

Anhand von Gemarkungsplänen und Geländefotos zeigte Claudia Huesmann anschaulich die Entwicklung. Der vorgestellte Fachplan von Stockach könne eine Blaupause und Planungsgrundlage für alle Gemeinden sein. Für den dauerhaften Erhalt von Tier- und Pflanzenarten ist die Verbindung von Lebensräumen überlebenswichtig.

Schwere Kost kompetent vorgetragen, kommentierte Servos den Vortrag und bedankte sich bei Huesmann. Im Anschluss gab es noch eine Fragerunde zum Thema. Servos hofft, dass auch Deggenhausertal prüft, welche Verbesserungsmöglichkeiten beim Biotopverbund realisierbar seien, heißt es. Insbesondere auf gemeindeeigenen Grundstücken seien Umsetzungen nicht schwer.