Der Gemeinderat hat den Haushaltsplanentwurf nach gründlicher Diskussion einstimmig befürwortet. Bürgermeister Fabian Meschenmoser erklärte: "Der Schuldenstand der Gemeinde ist deutlich unter dem Landesdurchschnitt und die gute Liquidität sorgt dafür, dass auch Unvorhergesehenes angepackt werden kann."

Auf dieser knapp vier Hektar großen Fläche, vom Bach an der Baumreihe rechts bis zu den Gebäuden im Hintergrund, soll das Gewerbegebiet in Deggenhausen erweitert werden.
Auf dieser knapp vier Hektar großen Fläche, vom Bach an der Baumreihe rechts bis zu den Gebäuden im Hintergrund, soll das Gewerbegebiet in Deggenhausen erweitert werden. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Den größten Posten bilden die Personalaufwendungen mit 3,1 Millionen Euro. Die verschiedenen Transferumlagen wie Kreis- und Gewerbesteuerumlagen sind leicht auf knapp 3,4 Millionen Euro angestiegen. Ein bedeutender Posten sind auch die Abschreibungen mit 1,1 Millionen Euro.

Bürgermeister Fabian Meschenmoser ist es wichtig, dass die Wasserversorgung im Entscheidungsbereich der Gemeinde bleibt. Im Wasserwerk in Wittenhofen soll eine UV-Anlage als zusätzliche Reinigungsstufe installiert werden.
Bürgermeister Fabian Meschenmoser ist es wichtig, dass die Wasserversorgung im Entscheidungsbereich der Gemeinde bleibt. Im Wasserwerk in Wittenhofen soll eine UV-Anlage als zusätzliche Reinigungsstufe installiert werden. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Auf der Ertragsseite bilden die Steuern und Abgaben mit 5,4 Millionen Euro (Vorjahr 5 Millionen Euro) den bedeutendsten Posten vor Zuweisungen und Umlagen mit 2,9 Millionen Euro (Vorjahr 2,3 Millionen Euro). Als Gegenposition zu den Abschreibungen sind aufgelöste Investitionszuwendungen von 445 500 Euro zu sehen. Der dreigeteilte Finanzhaushalt, in dem die Ein- und Auszahlungen aus laufender Verwaltungstätigkeit, aus Investitionstätigkeit und aus Finanzierungstätigkeit gegengerechnet werden, ergibt eine Änderung des Finanzierungsmittelbestands um minus knapp 836 155 Euro. Das bedeutet, dass die liquiden Mittel der Gemeinde zum Ende des Jahres 2019 um diesen Betrag abnehmen und dann 3,9 Millionen Euro (Vorjahr 3,2 Millionen Euro) betragen sollen. "Besonders wichtig ist es, dass wir in diesem Jahr ohne gemeindliche Steuer- und Gebührenerhöhungen auskommen", erklärte Kämmerer Josef Schweizer.

Für rund eine Million Euro wurde der Kindergarten in Untersiggingen erweitert und saniert. Jetzt sind im Haushalt 2019 für noch ausstehende Abschlussarbeiten 100 000 Euro reserviert. Im Bild die neue Mensa.
Für rund eine Million Euro wurde der Kindergarten in Untersiggingen erweitert und saniert. Jetzt sind im Haushalt 2019 für noch ausstehende Abschlussarbeiten 100 000 Euro reserviert. Im Bild die neue Mensa. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Die die Pro-Kopf-Verschuldung gibt ein stückweit Auskunft über die Seriosität des umfangreichen Zahlenwerks. So betrug im Jahr 2017 die Pro-Kopf-Verschuldung 385 Euro, vergangenes Jahr 213 Euro und wird Ende 2019 voraussichtlich 189 Euro pro Einwohner betragen, was unter anderem durch eine Kredittilgung in Höhe von knapp 90 000 Euro einen Schuldenstand von rund 815 000 Euro entspricht. Der Stand der Liquidität zum Ende des Jahres 2019 wird rund 3,9 Millionen Euro betragen.

Um die richtige Entscheidung bei der Anschaffung von Straßenlampen auf LED-Basis zu treffen, hatte der Gemeinderat die Möglichkeit, die verschiedenen Leuchten zu erleben.
Um die richtige Entscheidung bei der Anschaffung von Straßenlampen auf LED-Basis zu treffen, hatte der Gemeinderat die Möglichkeit, die verschiedenen Leuchten zu erleben. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Eine Kreditaufnahme ist nicht vorgesehen. Jedoch erfolgt eine Verpflichtungsermächtigung zu Lasten künftiger Haushalte in Höhe von 400 000 Euro für die Beschaffung eines neuen Feuerwehrfahrzeugs. "Die Darstellung des Haushaltsplans erfolgt in einem Ergebnishaushalt und einem Finanzhaushalt. Zusammen mit der Bilanz wird von einer Drei-Komponenten-Rechnung gesprochen", erklärte Kämmerer Josef Schweizer. In diese Bilanz fließen die genannten Resultate des Ergebnis- und Finanzhaushalts ein, woraus sich das Vermögen und die Schulden der Gemeinde ergeben. Für den Ergebnishaushalt sind Erträge in Höhe von 10,7 Millionen Euro und Aufwendungen in Höhe von 11 Millionen Euro geplant. Dies führt zu einem negativen Ergebnis in Höhe von 334 000 Euro. "Wir werden Ende 2020 ein positives Gesamtergebnis erreichen", prognostizierte Kämmerer Schweizer.

Linker Hand soll die Erweiterung des Gewerbegebiets Deggenhausen erfolgen. Etwa 100 Meter weiter soll die Zufahrt von der Landesstraße 207 zur Gebietserweiterung gebaut werden. Im Hintergrund die Gebäude der Firma Schramme.
Linker Hand soll die Erweiterung des Gewerbegebiets Deggenhausen erfolgen. Etwa 100 Meter weiter soll die Zufahrt von der Landesstraße 207 zur Gebietserweiterung gebaut werden. Im Hintergrund die Gebäude der Firma Schramme. | Bild: Wolf-Dieter Guip
Die Kläranlage der Gemeinde in Untersiggingensoll für einen Begtrag in Höhe von 180 000 Euro erweitert werdent. Im Bild der stellvertretende Klärwerksleiter Markus Stett.
Die Kläranlage der Gemeinde in Untersiggingensoll für einen Begtrag in Höhe von 180 000 Euro erweitert werdent. Im Bild der stellvertretende Klärwerksleiter Markus Stett. | Bild: Wolf-Dieter Guip
Im laufenden Jahr beabsichtigt die Gemeinde Grundstücke zu erwerben, um Baugebiete ausweisen zu können, beispielsweise hier am Haldenweg in Wittenhofen.
Im laufenden Jahr beabsichtigt die Gemeinde Grundstücke zu erwerben, um Baugebiete ausweisen zu können, beispielsweise hier am Haldenweg in Wittenhofen. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Stimmen zum Haushalt

"Zwar ist der Haushalt nicht ausgeglichen, aber wir sehen ja, was wir alles investieren – allein gut eine halbe Million Euro in unsere Straßen – und das der Ausgleich künftig gelingt", zeigte sich Wolfgang Rößler (FWV) beeindruckt vom Zahlenwerk. Dennoch regte er an zu überlegen, wo künftig gespart werden könnte. Hier betonte Rößler, dass die Verwaltung eruieren sollte, ob Nachbargemeinden, der Kreis, das Land oder der Bund nicht künftig einen Beitrag zum Betrieb des Kostenfressers Hallenbad in Wittenhofen beitragen könnten. Direkt dazu Ernst Mecking (CDU): "Sicherlich ist das Hallenbad ein Unkostenfaktor, aber das Bad ist zwingend notwendig, weil die Kinder hier Schwimmen lernen können." Heike Fischer (SPD) wollte wissen: "Was ist die Zielsetzung des Haushalts? Ist vorgesehen, dass die Gemeinde schuldenfrei wird?" Kämmerer Schweizer sagte, dass Schuldenfreiheit immer ein Ziel sei, "aber wir haben noch Darlehen laufen, sodass eine Schuldenfreiheit vor 2020 nicht zu schaffen ist." Außerdem sei die Gemeinde unter Berücksichtigung der Verschuldung und der Liquidität quasi schuldenfrei. Außerdem würde die Gemeinde von der guten gesamtwirtschaftlichen Situation in Form hohe Steuerzuweisungen profitieren. "Ein Huster in der Wirtschaft und das wird für uns dramatisch." (wdg)