Die Aufgaben in der Gruppe sind klar verteilt. Andreas Gäng und Bruno Schiller kümmerten sich um die Planung. Für Verpflegung und Getränke waren Fritz Schlude, Karl Keller und Siegfried Riegger verantwortlich. Und da Klaus Stehle und Hermann Baumann an ihren Traktoren Anhänger haben, sorgten sie für Tische, Bänke und Kühlschrank sowie Geschirr, Gläser und Werkzeug.

Zwischenstopp in der Schweiz

Nach sorgfältiger Planung und Organisation sowie Durchsicht der teilweise doch recht betagten Traktoren startete die eingeschworene Truppe eines Morgens um 4.30 Uhr in Untersiggingen zu ihrer 400 Kilometer langen Tour, mit geplanten Zwischenstopps in der Schweiz, bei Waldshut-Tiengen sowie in Blumberg. Zunächst fuhr der Traktortross in Richtung Bodensee. Bei Ludwigshafen legten die Männer eine Pause für ein Frühstück ein.

<strong>Vom Schrott zum Augenschmaus:</strong> Einen Eicher Mammut, Baujahr 1962, besitzt Siegfried Riegger, den er aus der eignen Familie hat. "Der Traktor war eigentlich ein Schrottteil und musste komplett überholt werden – einschließlich des Motors", sagt Riegger. Rund eineinhalb Jahre Arbeit hat er investiert. Die Maschine hat 4,2 Liter Hubraum und damit ein super Drehmoment. "Eicher ist eine Marke, die es nicht mehr gibt, aber der die Zukunft gehört", glaubt Riegger.
Vom Schrott zum Augenschmaus: Einen Eicher Mammut, Baujahr 1962, besitzt Siegfried Riegger, den er aus der eignen Familie hat. "Der Traktor war eigentlich ein Schrottteil und musste komplett überholt werden – einschließlich des Motors", sagt Riegger. Rund eineinhalb Jahre Arbeit hat er investiert. Die Maschine hat 4,2 Liter Hubraum und damit ein super Drehmoment. "Eicher ist eine Marke, die es nicht mehr gibt, aber der die Zukunft gehört", glaubt Riegger. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Kleine Panne schnell behoben

Kurze Zeit später gab es eine erste kleine Panne. An Bruno Schillers Traktor hatte sich der Schalthebel ausgehängt und damit war das Getriebe nicht mehr schaltbar. Doch kein Grund zur Panik. Gemeinsam hatten die erfahrenen Hobbyschrauber den Schaden schnell behoben und weiter ging es in Richtung Schweiz. "Wir suchen für unsere Touren Stecken aus, die überwiegend auf Nebenstraßen oder Feldwegen führen", erklärte Baumann. Aber manchmal lasse es sich nicht vermeiden, auch mehr befahrene Straßen zu nutzen. Dann lasse die Gruppe größere Abstände zwischen den Traktoren, damit Autofahrer mühelos überholen können.

<strong>Unikum aus der Schweiz:</strong> Unter der Hand in der Schweiz organisiert, aber offiziell eingeführt, hat Karl Keller den Köpfli-Traktor Typ JK. "Das war ein Zufall, man kann so einen Traktor in der Schweiz auch heute nicht mehr kaufen", sagt Keller. Der Köpfli ist eine absolute Rarität unter Traktoren. Die Schweizer haben gebrauchte Opel-Motoren in die Traktoren eingebaut – in den von Keller einen 2,6-Liter-Benzin-Motor aus dem alten Opel-Kapitän. Der Einschlag der Vorderräder ist rechtwinklig.
Unikum aus der Schweiz: Unter der Hand in der Schweiz organisiert, aber offiziell eingeführt, hat Karl Keller den Köpfli-Traktor Typ JK. "Das war ein Zufall, man kann so einen Traktor in der Schweiz auch heute nicht mehr kaufen", sagt Keller. Der Köpfli ist eine absolute Rarität unter Traktoren. Die Schweizer haben gebrauchte Opel-Motoren in die Traktoren eingebaut – in den von Keller einen 2,6-Liter-Benzin-Motor aus dem alten Opel-Kapitän. Der Einschlag der Vorderräder ist rechtwinklig. | Bild: Wolf-Dieter Guip

"Die Leute, die wir unterwegs treffen, freuen sich dann immer, winken uns zu oder äußern ihre Zustimmung mit dem erhobenen Daumen", ergänzte Andreas Gäng. Schon bald wurden die Ausflügler von einem Regenschauer überrascht. Kurzerhand wurde ein kleiner Pavillon errichtet und am Wegesrand wurde bei einem warmen Sommerregen gemütlich gevespert.

<strong>Wendiges Leichtgewicht:</strong> Einen optisch schönen Traktor der Marke Wahl hat Andreas Gäng über einen Bekannten erworben. Gebaut wurden diese Traktoren bis 1962, es wurden wohl nur 400 Exemplare diesen Typs gebaut. "Die Besonderheit ist, dass der Ein-Liter-Motor zwei Zylinder hat und der Traktor nur 880 Kilogramm wiegt", erklärt Gäng. Dadurch sei der Traktor sehr flink und wendig. Er sei in einem guten Zustand gewesen und technisch einwandfrei – Ideal, um die Fahrt zu genießen.
Wendiges Leichtgewicht: Einen optisch schönen Traktor der Marke Wahl hat Andreas Gäng über einen Bekannten erworben. Gebaut wurden diese Traktoren bis 1962, es wurden wohl nur 400 Exemplare diesen Typs gebaut. "Die Besonderheit ist, dass der Ein-Liter-Motor zwei Zylinder hat und der Traktor nur 880 Kilogramm wiegt", erklärt Gäng. Dadurch sei der Traktor sehr flink und wendig. Er sei in einem guten Zustand gewesen und technisch einwandfrei – Ideal, um die Fahrt zu genießen. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Nach dem Abstecher in die Schweiz ging es nach Küssaberg bei Waldshut-Tiengen, wo die Gruppe eine längere Pause machte. "Es war das erste Mal, dass es auf einer unserer Traktortouren geregnet hat", stellte Baumann fest. Auch hier machte man aus der Not eine Tugend und umrundete die Küssaburg auf nicht geplanten Wegen. Prompt hatte sich die Traktorfreunde bei einbrechender Dunkelheit verfahren – fanden den Weg jedoch noch rechtzeitig.

<strong>Traktor aus der Zeitung:</strong> Einen Kramer KL 200 aus dem Jahr 1960 fährt Martin Messmer. Er hat das Traktor-Inserat in der Zeitung gesehen und aus der Gegend um Stockach gekauft. Das Fahrzeug hatte keinen TÜV und keine Papiere. Er war in relativ gutem Zustand, es seien nur wenige Restaurierungsarbeiten und Reparaturen notwendig gewesen. "Der Traktor wurde in Überlingen gebaut und ich kenne sogar den Chef der ehemaligen Kramer-Werke in Überlingen, Emil Kramer", freut sich Messmer.
Traktor aus der Zeitung: Einen Kramer KL 200 aus dem Jahr 1960 fährt Martin Messmer. Er hat das Traktor-Inserat in der Zeitung gesehen und aus der Gegend um Stockach gekauft. Das Fahrzeug hatte keinen TÜV und keine Papiere. Er war in relativ gutem Zustand, es seien nur wenige Restaurierungsarbeiten und Reparaturen notwendig gewesen. "Der Traktor wurde in Überlingen gebaut und ich kenne sogar den Chef der ehemaligen Kramer-Werke in Überlingen, Emil Kramer", freut sich Messmer. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Abstecher zum Oldtimertreffen bei Überlingen

Zufällig hatten die Männer erfahren, dass auf einem Hof bei Ühlingen-Birkendorf ein Oldtimertreffen stattfindet. Dort seien die Oldie-Trecker begeistert begrüßt worden. Ein großes Ziel war dann Blumberg, wo gerade das Street-Art-Festival stattfand. Über den Hegau mit seinen tollen Bergen ging es zurück ins Deggenhausertal. Zum Abschluss wurde ein Fest gefeiert.

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