Das Verkehrsministerium Baden-Württemberg hatte im Sommer die Städte und Gemeinden aufgerufen, sich um die vom Land finanzierten Fußverkehrs-Checks zu bewerben. Laut einer Mitteilung wählte eine Jury aus mehr als 60 interessierten Kommunen die Gewinner aus. Darunter befindet sich aus dem Bodenseekreis die Gemeinde Daisendorf.

Verkehrsminister Winfried Hermann überreichte am Montag die Teilnehmerurkunden. „Die ausgewählten Kommunen erhalten mit den Fußverkehrs-Checks 2020 einen besonderen Schub. Ich hoffe, dass sie die aus dem Prozess hervorgehenden Maßnahmenempfehlungen konsequent umsetzen. Das umfasst auch die Bereitschaft, Flächen zugunsten des Fußgängerverkehrs umzuverteilen“, wird Hermann in der Mitteilung zitiert.

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Die Daisendorfer Bürgermeisterin Jacqueline Alberti teilt mit: „Wir wollen den Fußverkehr in unserer Gemeinde attraktiver gestalten und damit einen kleinen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Wir sind aber auch davon überzeugt, dass der Fußverkehr der körperlichen und seelischen Gesundheit eines jeden dienlich ist und wir hoffen, mit diesem Projekt das gemeinsame Miteinander der Bürger in der Gemeinde weiter zu fördern und zu stärken.“

Bürger, Verwaltung und Politik bewehrten Fußverkehr

Die Fußverkehrs-Checks stehen unter dem Themenschwerpunkt „Mehr Platz zum Gehen“. Bürger sowie Verwaltung und Politik bewerten im Zuge von Workshops und Begehungen die Situation des Fußverkehrs in ihrer Kommune. „Mit der Unterstützung eines Fachbüros erarbeiten sie Maßnahmenvorschläge, um die Wege zu Fuß künftig noch attraktiver und sicherer zu gestalten. Ziel der Fußverkehrs-Checks ist es, den Fußverkehr in Politik und Verwaltung wieder als eigenständige und wichtige Mobilitätsform ins Bewusstsein zu rücken, konkrete Verbesserungen anzustoßen und einen Impuls für eine verstärkte Förderung des Fußverkehrs vor Ort zu setzen“, berichtet das Landesverkehrsministerium. Der Aktionszeitraum läuft über ein Jahr.

Martin Hahn, Grünen-Landtagsabgeordneter, gratuliert der Gemeinde Daisendorf. „Für die Lebensqualität insbesondere von Kindern und älteren Menschen spielt es eine zentrale Rolle, den öffentlichen Raum attraktiver zu machen. Sichere und komfortable Wege laden die Menschen dazu ein, möglichst viele Strecken zu Fuß zurückzulegen. Der Straßenraum wird damit wieder zum Lebensraum“, wird er in einem Pressetext zitiert. Vergangene Fußverkehrs-Checks hätten in den jeweiligen Städten und Gemeinden zu einer deutlichen Sensibilisierung und einem besseren Verständnis für die Bedürfnisse der Fußgänger geführt.

In Daisendorf Auftaktworkshop vor Weihnachten

In Daisendorf werde mit einem Auftaktworkshop vor Weihnachten gestartet, bei dem eine erste Bestandsanalyse gemeinsam mit allen Akteuren vorgenommen werde, erklärt Bürgermeisterin Alberti: „Im Winter geht es bei zwei Begehungen zu Fuß durch die Gemeinde und es werden vor Ort die Schwachstellen ermittelt und mögliche Lösungsansätze diskutiert. Im Anschluss werden auf dieser Basis Maßnahmenvorschläge zur Fußverkehrsförderung entwickelt, die auf einem Abschlussworkshop vorgestellt und erörtert werden.“ In der Umsetzung des Projekts werde die Gemeinde durch das Fachbüro Planersocietät unterstützt.

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