Das Rathaus in Daisendorf ist trotz der Corona-Krise schon die ganze Zeit über für den normalen Publikumsverkehr geöffnet. Seit dem 23. März gelten lediglich eingeschränkte Öffnungszeiten wochentags von 8.30 bis 12 Uhr und natürlich werden die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten. Verwaltungsmitarbeiter, die mit den Bürgern in Kontakt sind, werden zudem durch einen Spuckschutz geschützt: Im Einwohnermeldeamt gibt es eine große Plexiglasscheibe mit Durchreiche. Diese hat der Bauhof der Gemeinde aus einer großen Plexiglasscheibe, die eigentlich ein Bild geschützt hatte, selbst gefertigt. „Man hat ja nichts bekommen“, sagt Bürgermeisterin Jacqueline Alberti.

Personal trägt Entscheidung mit

Ihr ist keine andere Verwaltung im Bodenseekreis bekannt, die dies so gehandhabt hat, mit dem zumindest teilweise geöffneten Rathaus. Im SÜDKURIER-Gespräch begründet Alberti ihr Vorgehen: „Der Hintergrund ist der, dass wir, ohne das Corona-Virus klein zu reden, oder dass viele Angst haben, ein bisschen Normalität zeigen wollten. Nicht alles ist zu, die Menschen sind nicht ganz allein.“ Das komplette Personal, das von der Regelung betroffen sei, habe sich davor mit dem Krisenstab zusammengesetzt. „Ich hole mir immer die Meinung der Mitarbeiter rein“, sagt die Bürgermeisterin. Gemeinsam habe man schließlich beschlossen, das Rathaus unter den genannten Maßgaben zugänglich zu halten.

Alberti: „Es hat bisher sehr gut funktioniert.“ Im Normalfall kämen pro Vormittag zwei Bürger ins Rathaus. Dadurch, dass das Rathausfoyer groß und der Eingang durch eine Glastür gut einsehbar sei, kämen die Besucher auch gut aneinander vorbei. Es steht ein Desinfektionsmittelspender zur Verfügung und nach jedem Kunden würden die Türklinken desinfiziert, berichtet die Bürgermeisterin.

Manches nur im Rathaus möglich

„Jemand, der neu hierhergekommen ist, konnte gleich ins Rathaus“, erzählt Alberti – kein Suchen nach den richtigen Kontakten im Internet oder in Telefonbüchern. Als weiteres Beispiel nennt die Bürgermeisterin Bauangelegenheiten, die nur vor Ort eingesehen werden können, oder das Beantragen eines neuen Ausweises. Das komme nun nicht alles auf einmal. Das sieht Alberti als Vorteil. Und der Nachmittag ist für die Bürger reserviert, die nach Terminabsprache ins Rathaus kommen möchten. Alberti sagt aber, dass auch in Daisendorf gilt: Nur bei unaufschiebbaren Angelegenheiten vorbeikommen. „Wir sind telefonisch komplett erreichbar“, sagt die Bürgermeisterin. Das Modell vormittags geöffnet, nachmittags mit Termin soll beibehalten werden.

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„Ich bin froh, dass das so funktioniert hat“, so Alberti. Dass unzählige Verwaltungen ihre Rathäuser wegen der Corona-Pandemie komplett für den üblichen Publikumsverkehr geschlossen haben, kann sie dennoch nachvollziehen. „Wir haben den Vorteil, dass wir einen relativ großen Eingangsbereich und relativ wenig Publikumsverkehr haben“, erklärt die Bürgermeisterin. Die anderen Kommunen öffnen die Rathäuser erst ab Anfang Mai wieder schrittweise. In Daisendorf geht es währenddessen weiter wie gehabt, so Alberti.

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