Die Daisendorfer Gemeinderäte waren von einem Baugesuch einer Bauherrin verärgert. Sie hatte die Umwandlung einer Wohnung in eine Ferienwohnung beantragt. In der Besprechung ihres Baugesuch zeigten sich zudem Ungereimtheiten. Der Rat lehnte das Baugesuch einstimmig ab.

Ausnahme von Bebauungsplan notwendig

Die Genehmigung des Bauvorhabens hätte einer Ausnahme und einer Befreiung von den bauplanrechtlichen Festsetzungen des Bebauungsplans „Ofenküche III und erste Änderung“ bedurft. Die Ausnahme wäre die Einrichtung eines „kleinen Beherbergungsbetriebs“ gewesen, als solche wird eine Ferienwohnung eingestuft. Die Befreiung bezog sich auf die Festsetzung im Bebauungsplan, der maximal zwei Wohneinheiten pro Grundstück und Gebäude vorgibt.

Das könnte Sie auch interessieren

Das Bewilligungsverfahren offenbarte Unstimmigkeiten in den eingereichten Unterlagen. Das betroffene Haus hat eine Hanglage. Aus den Unterlagen ging hervor, dass im Untergeschoss ein Appartement eingerichtet ist. Ferner bestätigte die Bauherrin, dass die beiden Wohnungen im Erdgeschoss weiterhin dauerhaft vermietet bleiben würden. Mit der Wohnung im Obergeschoss, die nach Wunsch der Bauherrin in eine Ferienwohnung umgewidmet werden sollte, ergaben sich in der Summe vier Wohneinheiten.

Keine Bewilligungen für andere Wohnungen

Für das Appartement im Untergeschoss und eine der beiden Wohnungen im Erdgeschoss ließen sich seitens der Verwaltung keine Bewilligungen finden. Michael Hucht (FWV) lehnte das Baugesuch mit dem Argument „keine Zustimmung für Umwandlung von Wohnungen in Ferienwohnungen„ prinzipiell ab. Zuvor hatte schon Bürgermeisterin Jacqueline Alberti erklärt, dass Ausnahmen vom Bebauungsplan vom Bauamt der Gemeinde später vorgehalten würden.

Außerdem habe der neue Mietspiegel gezeigt, dass die Mietpreise im Ort so hoch wie in der Stadt Überlingen seien. „Wie sollen wir den Mietpreis im Rahmen halten, wenn weiterhin Wohnungen umgewidmet werden?“, fragte sie in die Runde. Siegfried Willibald (FWV) bestätigte, dass ein Umwidmungsgesuch „letztens auch schon nicht genehmigt“ wurde.

Das könnte Sie auch interessieren

Das Gesuch erhielt nicht nur die eindeutige Ablehnung des Rats, die Bauherrin wurde zudem – unter Fristsetzung – aufgefordert, Unterlagen nachzureichen, die den tatsächlichen Begebenheiten entsprechen. Auch solle sie erläutern, wie sie sich die Ferienwohnungnutzung vorstelle.

Unser bestes Angebot ist wieder da: die Digitale Zeitung + das neuste iPad für 0 €