Der Daisendorfer Gemeinderat hat die Gelder zur die Zertifizierung der Gemeinde als staatlich anerkannter Erholungsort freigegeben. Bürgermeisterin Jacqueline Alberti referierte, dass fast alle Gemeinden im Bodenseekreis ein solche Zertifizierung haben. „Die Gemeinde Daisendorf hat im Bereich der touristischen Vermarktung durchaus Nachholbedarf“, schrieb sie in der Begründung ihrer Beschlussvorlage an die Gemeinderäte. Ziel sei es, „die Qualität des bereits vorhandenen Tourismus in der Gemeinde Daisendorf zu erhöhen“. Denn die ortsansässigen Vermieter könnten damit ihre Zimmer und Ferienwohnungen besser vermarkten. Aber auch die übrigen Bürger der Gemeinde würden profitieren. Denn mit der staatlichen Anerkennung könnten beim Ausbau der touristischen Infrastruktur höhere Fördergelder erzielt werden. Jedoch, „eine qualitative Steigerung der vermieteten Zimmer und Ferienwohnungen in der Gemeinde wird mit diesem Antrag nicht angestrebt“, stellte Alberti fest.

Bioklimatisches Luftgutachten ist erforderlich

Bedingung für die Anerkennung sei laut Regierungspräsidium Tübingen ein bioklimatisches Luftgutachten. Es habe sich herausgestellt, dass nur der Deutsche Wetterdienst ein solches Gutachten erstellt. Für eine Gemeinde in der Größenordung von Daisendorf mit 1600 Einwohnern würde das benötigte Gutachten 5457 Euro kosten. Sollten zusätzliche Luftuntersuchungen in der Gemeinde notwendig werden, würde sich die Endsumme für das Gesamtgutachten auf 9740 Euro brutto belaufen. Als die Gemeinde aus der Vermarkterorganisation Bodensee-Linzgau Tourismus austrat, entschied der Gemeinderat, von den frei werdenden Geldern weiterhin 5000 Euro jährlich direkt in die Tourismusförderung der Gemeinde zu investieren. „Im Haushalt 2020 verfügt die Gemeinde noch über 4906 Euro“, so die Bürgermeisterin. Mit den 5000 Euro für 2021 seien die Kosten für das Luftgutachten gedeckt.

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Räte sehen positive Effekte für die Infrastruktur

Der Gemeinderat müsse entscheiden, ob sie diese Investition in die Tourismusförderung als „Kür oder Standard“ sehe. In der Diskussion unterstützte Siegfried Willibald (FWV) das Anliegen, da es kein reines Werbemittel sei, sondern auch zu höheren Fördergeldern verhelfe. Auch Gemeinderat Heinrich Straub (FWV) unterstrich, dass „der Tourismus nicht nur für die Gastgeber profitabel“ sei. „Auch der öffentliche Personennahverkehr, das kulturelle Angebot und die öffentliche Infrastruktur profitiert vom Tourismus“.