Der Gemeinderat hat einstimmig die zweite Fortschreibung des Feuerwehrbedarfsplans verabschiedet. Peter Schörkhuber, als stellvertretender Kreisbrandmeister beim Landratsamt im Bereich Brandschutz tätig, erstellte die 150 Seiten umfassende Analyse zum Zustand der Daisendorfer Wehr.

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Demnach muss die Gemeinde einen neuen Mannschaftstransportwagen anschaffen, das Kommunikationssystem von analog auf digital umstellen und das Feuerwehrgerätehaus aufrüsten. Auch die Klärung der Vorgehensweise bei Einsätzen auf der B 31 schrieb Schörkhuber in das Maßnahmenbuch für die Verantwortlichen. Denn 600 Meter der Bundesstraße verlaufen ohne direkten Anschluss über das Gemeindegebiet.

Feuerwehrbedarfsplan ist Pflicht

Die Notwendigkeit zur Erstellung einer Feuerwehrbedarfsplanung ergibt sich aus dem Feuerwehrgesetz Baden-Württemberg. Demnach ist jede Gemeinde verpflichtet, auf eigene Kosten eine den örtlichen Verhältnissen angepasste Feuerwehr aufzustellen, auszurüsten und zu unterhalten. Schörkhuber hatte von September 2018 bis Januar 2019 die Daisendorfer Wehr unter die Lupe genommen. Seine Analyse erfolgte in mehreren Schritten. Sie begann mit einer detaillierten Risikoanalyse, gefolgt von einer Schutzzieldefinition und der Feststellung des Erreichungsgrads. Nach dem Abgleich des vorgefundenen Ist-Zustands mit dem Soll-Zustand wurden die abzuleitenden Maßnahmen festgelegt.

Steigende Zahl der Einsätze

Schörkhubers Ermittlungen beruhen auf den Echtzeitauswertungen der Daisendorfer Wehr. Demnach konnte er eine steigende Tendenz bei den Einsatzzahlen zwischen den Jahren 2009 bis 2018 feststellen. Die Einsatzarten verteilten sich von 2015 bis 2018 zu einem Drittel auf Brände, aber zu 45 Prozent auf Technische Hilfeleistung. "Die Gemeinde Daisendorf kann auf eine gut ausgebildete und zu großen Teilen gut ausgerüstete Feuerwehr zurückgreifen", bescheinigte Schörkhuber in seinem Fazit. Doch gibt er der Gemeinde noch einige Hausaufgaben mit auf dem Weg.

Dem Daisendorfer Feuerwehrgerätehaus stehen Umbaumaßnahmen bevor. Der Mannschaftstransportwagen muss zukünftig diebstahlsicher untergebracht werden.
Dem Daisendorfer Feuerwehrgerätehaus stehen Umbaumaßnahmen bevor. Der Mannschaftstransportwagen muss zukünftig diebstahlsicher untergebracht werden. | Bild: Mardiros Tavit

Ganz oben auf der Liste steht die Beschaffung eines neuen Mannschaftstransportwagens (MTW) bis Ende 2019. Auch das Gerätehaus müsse schnellstmöglich an die modernen Anforderungen für die Umkleiden angepasst werden. Ebenfalls müsse die Notstromversorgung gesichert sein. "Der MTW steht in einem Carport, er muss diebstahlsicher untergestellt werden", sagte Schörkhuber. Denn es sei schon vorgekommen, dass Feuerwehrgerätehäuser aufgebrochen wurden und die Eindringlinge mit dem Feuerwehrauto eine Spritztour unternahmen. Die sichere Unterbringung der Fahrzeuge sei mit der Einführung des digitalen Funks unumgänglich.

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Thomas Ritsche, CDU-Fraktionsvorsitzender und Kommandant der Daisendorfer Wehr, bedankte sich für die umfangreiche Analyse. "Das Thema B 31 wird uns beschäftigen, das müssen wir auf einer anderen Ebene klären", sagte er in Richtung des anwesenden Kreisbrandmeisters Hennig Nöh.