Mit einer herkömmlichen Fasnetsparty hatte der dritte Geisterball des Daisendorfer Narrenvereins Sumpfgeister wenig zu tun. Insgesamt acht Fastnetbands verwandelten die Narrenparty in ein Stelldichein der Lumpenkapellen. Das Programm begann noch sehr traditionell mit Einmarsch des örtlichen Narrenvereins und den Eisbären, der Fasnetskapelle des Musikvereins Daisendorf/Stetten. Nach der Begrüßung durch Narrenmutter Marion Kaja und Narrenpolizist Martin Menner, eroberten die Sumpfgeister-Minis die Bühne und die Herzen des Feiervolkes. Eingeübt war der Narrensamen von Manuela Tullo und Kristina Heitele. Ohne mehrere Zugaben durften die Tanzmäuschen nicht von der Bühne.

Der einzige nennenswerte Wortbeitrag war die wichtige Ehrung zweier verdienter Mitglieder. Gründungsmitglied Helmut Menner und Narrenrat Andreas Peukert wurden mit dem Verdienstorden des Alemannischen Narrenrings (ANR) für jahrelange ehrenamtliche Arbeit für die Daisendorfer Fasnet ausgezeichnet. Für diese besondere Ehrung stiegen Schatzmeister Fridolin Aierstock und Markus Kast extra vom Alemannischen Narrenolymp herab. Nach der Ehrung machten sich Peukert und Menner gleich wieder an die Arbeit. Man merkte, dass sie sich auf ihren Arbeitsposten besser fühlten, als auf der Bühne.

Es wurde dunkel, Nebel schlich auf. Undrückliche Zeichen für das Erscheinen der Sumpfgeister. Mit ihren Geistertanz, einstudiert von Manuela Tullo, brachten sie die geisterhafte Stimmung in den Saal. Die währte aber nicht lange. Schon die Lumpenkapelle aus Kluftern zeigte, wohin die närrische Reise an diesen Abend geht. Vor der nächsten Tanzeinlage schraubte der Fanfarenzug mit ihren Trommeln und Blechbläsern den Herzschlag auf die nächste Stufe. Tosenden Beifall gab es auch für die Zumba-Gruppe. Yvonne Jurezko hatte den rassigen Tanz einstudiert. Bewegten die Zumba-Tänzerinnen sich anfänglich in rot-weißen Ringelschlafanzügen auf der Bühne, so verwandelten sie in passenden Kostümen die Tanzfläche nach Mitternacht in eine Halloween-Party.

So richtig schön anarchisch und nonkonformistisch blieb die Stimmung mit den Uhldinger Hippies und den Unteruhldinger Pupern in ihrem Anhang. Love and Peace ihr Motto, und das wurde auch auf den Tischen gefeiert. Wer kennt die Titelmelodie von Löwenzahn nicht? Aber dabei blieb es bei der Fasnetsband Löwenzahn nicht. Dieses Jahr sind sie mit karibischen Flair unterwegs. Gefolgt von 08/15 aus Bermatingen. Und wenn einer weiß, dass die Narren immer das Gegenteil schwätzen, dann gehört diese Band in Rot wirklich zu den Spitzenbands der hiesigen Fasnet, nicht anderes sagt der närrische Bandname aus. Die Wikinger aus Neufrach hatten dann den Part, allen Geburtstagskindern ein Ständchen zu bringen. Um Mitternacht fielen sich doch einige Narren in die Arme und die Geisterbar hatte alle Hände zu tun, die Sektgläser nachzufüllen. Ob da noch viele das Wortspiel im Namen der Lumpenkapelle "Shake's Beer, Not Shakespeare" verstanden wurde, sei dahin gestellt.

Eine Nacht voller positiver Energie und klingenden Ohren fand im Narrensumpf zu Daisendorf ihren Abschluss. Eine Erkenntnis bleibt, mit Katzenmusik haben die modernen Lumpenkapellen nichts zu tun. Sie haben sich zu modernen Partybands entwickelt.


Zwei Verdienstorden

In Helmut Menner und Andreas Peukert wurden zwei verdiente Mitglieder der Daisendorfer Narrenzunft mit dem Verdienstorden des Alemannischen Narrenrings (AMR) geehrt. Helmut Menner gründete Narrenverein den mit. Und als es darum ging, die Sumpfgeister zu ersetzten, wandte er sich vehemt dagegen. Sommer wie Winter ist er stets ungefragt mit helfender Hand dabei, wenn es um die Daisendorfer Fasnet geht. Genauso Andreas Peukert, jahrelang Narrenrat, hat er auch seine Familie für die Fasnet begeistert – und gewonnen. Beide wirken im Hintergrund, arbeiten dann, wenn andere feiern. Beide hatten schon den Silberkranz des Alemannischen Narrenrings. „Für die Verdienste um die Fasnet“ steht auf dem Verdienstorden des ANR.