Daisendorf – Jacqueline Alberti hat als Erste ihre Kandidatur um das Amt des Bürgermeisters in Daisendorf öffentlich gemacht. Amtsinhaber Frank Lemke hatte Anfang des Jahres bekundet, dass er nach Ablauf seiner Amtszeit nicht mehr zur Verfügung stehen wird. Für die parallel zur Bundestagswahl angesetzte Daisendorfer Bürgermeisterwahl hat die 39-jährige Jacqueline Alberti, die in Daisendorf lebt, vor einem Monat ihre Bewerbung im Rathaus abgeben.

"Nachdem Bürgermeister Lemke bekannt gab, dass er sich nicht mehr bewirbt, habe ich mich mit dem Gedanken beschäftigt", erzählt Alberti. Sie habe die Aufgabenfelder und Pflichten eines Bürgermeisters genauer angesehen. Als Insolvenzberaterin im Landratsamt hat sie mit den unterschiedlichsten Behörden zu tun. Als Volljuristin ist sie mit Gesetzestexten vertraut. Wichtig war ihr die Meinung ihres Mannes und ihrer beiden Kinder. Nach Rücksprache mit der Familie entschied sie sich Ende März, ihren Hut in den Ring zu werfen. "Es war mir sehr wichtig, dass meine Familie hinter mir steht."

Seitdem hat sie viel Vorbereitungsarbeit geleistet. Mit einer örtlichen Werbeagentur bereitete sie ihre Informationsstrategie vor. Die Texte für ihre Flyer wurden erarbeitet, parallel ein Internetauftritt aufgebaut, der in den nächsten Tagen online geht. "Eigentlich soll es ja nicht gut sein, wenn man schon so früh in der Bewerbungszeit in die Öffentlichkeit geht", bezieht die 39-jährige Volljuristin Position zu ihrer Strategie, "aber ich brauche die Zeit, um die Menschen direkt anzusprechen und von mir zu überzeugen".

Alberti erklärt, dass sie sich im Vorfeld über Strategien in einem Bürgermeisterwahlkampf informiert und ein Seminar zum Thema besucht hat. "Man wird ja nicht als Bürgermeister geboren", sagt sie mit einem Lächeln.

Bis zum Ende der Sommerferien will sie alle Haushalte in Daisendorf besuchen und sich persönlich vorstellen. Sollte sie jemanden nicht antreffen, will sie ihren Flyer hinterlassen, damit jeder die Möglichkeit hat, sie zu einem geeigneten Zeitpunkt einzuladen. "Mit meinen Kindern habe ich schon seit Wochen einige Keksrezepte ausprobiert. Ich bringe die Kekse, mein Gastgeber macht den Kaffee. Ich bin überzeugt, dass das die Gesprächsatmosphäre auflockern wird", erklärt Alberti. Nach den Hausbesuchen möchte sie vom Ende der Sommerferien bis zum Wahltermin an öffentlichen Wahlkampfveranstaltungen teilnehmen.

Als Bürgermeisterin möchte Alberti die Bürger wieder näher an Gemeinderat und Verwaltung bringen. "Ich habe die Diskrepanz zwischen dem Bürgermeister und der Bürgervertretung schon länger bemerkt. Die Verflechtung zwischen den politischen Gremien und den Bürgern sollte enger sein. Wir haben eine sehr intelligente Bevölkerung. Deren Expertise will ich nutzen", beschreibt die Bürgermeisterkandidatin ihr Amtsverständnis. So will sie die Energiekonzeptgruppe und die Flüchtlingsbetreuung näher an die Gemeindeverwaltung holen. Außerdem möchte sie zusätzliche Arbeitsgruppen zu den Themen Jugend und Tourismus einrichten, öfter Bürgerversammlungen abhalten und die Agenda 2001 der Gemeinde fortführen.

Zur Person

JacquelineAlberti ist 39 Jahre alt und Mutter von zwei Söhnen. Die gebürtige Dresdnerin zog vor 23 Jahren mit ihren Eltern von Uhldingen nach Daisendorf. Nach der Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin orientierte sie sich um und studierte Jura. Ihr Referendariat leistete sie in Ravensburg bei einem Insolvenz-Anwalt und legte ihr Zweites Staatsexamen ab. Seit sieben Jahren arbeitet Alberti im Landratsamt als Insolvenzberaterin. Als Wahlkampf-Slogan hat sie "sicher. sozial. stark." gewählt.

Ihre Homepage wird in den nächsten Tagen freigeschaltet:www.jacqueline-alberti.de