Der Gemeinderat hat zum zweiten Mal über den Haushalt 2018 beraten. Nach der ersten Beratung konnte nicht abgestimmt werden, weil in der Sitzungsvorlage durch einen Flüchtigkeitsfehler nicht zum Beschluss, sondern nur zur Beratung eingeladen worden war. Dies wurde jetzt nachgeholt.

Kämmerin Heike Sonntag vom Gemeindeverwaltungsverband Meersburg stellte erneut die Zahlen und die finanzielle Entwicklung der Gemeinde vor. Der Daisendorfer Haushalt hat für 2018 ein Gesamtvolumen von 4,2 Millionen Euro und damit etwa fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Davon beläuft sich der Verwaltungshaushalt auf 3,9 Millionen Euro, der Vermögenshaushalt auf rund 350 000 Euro und damit gut 40 Prozent weniger als im Vorjahr. Sonntag empfahl: "Das Ziel sollte eine Haushaltskonsolidierung sein. Eine kleine Gemeinde wie Daisendorf ist bei den Einnahmen sehr von der konjunkturellen Entwicklung abhängig, weswegen die kommunalen Einnahmen angepasst werden sollten." Die Zuführungsrate an den Vermögenshaushalt müsse erwirtschaftet werden.

Die größten Einnahmeposten im Verwaltungshaushalt waren der Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer mit 1,2 Millionen Euro. Diese Zahl stieg gegenüber 2017 um knapp zehn Prozent. Die Schlüsselzuweisungen steigen um gut 23 Prozent auf etwa 800 000 Euro. Verwaltungs- und Betriebseinnahmen sind mit gut 600 000 Euro im Haushalt eingeplant, knapp 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer bewegen sich mit rund 90 000 Euro auf Vorjahresniveau.

Auf der Ausgabenseite des Verwaltungshaushaltes schlagen die Personalkosten mit 34,4 Prozent und die Finanzumlagen mit 30 Prozent zu Buche. Unter anderem aufgrund des Kindergartenausbaus und der damit verbundenen Einstellung weiterer Erzieherinnen steigen die Personalkosten auf gut 1,3 Millionen Euro. Vergangenes Jahr lagen sie bei knapp 1,1 Millionen Euro. An Finanzumlagen muss die Gemeinde im laufenden Jahr etwas weniger zahlen: knapp 1,2 Millionen Euro. "Die Berechnungsgrundlage ist hier das Jahr 2015. Das heißt, in den kommenden Jahren wird diese Umlage wegen der guten Jahre wieder steigen", konkretisierte Sonntag.

Für den Ausbau des Kindergartens erhält die Gemeinde vom Bund einen Zuschuss von 20 000 Euro für die zehn neuen Plätze. Eine positive Nachricht hatte Sonntag ebenfalls: Die Pauschalförderung von 33 000 Euro, die es vor zwei Jahren für die Gemeinde gab, wird umgebucht. Die Summe wird jetzt nicht für Straßenbeleuchtung ausgegeben, sondern ebenfalls für den Ausbau des Kindergartens, was die Kreditaufnahme mindert.

Sonntag präsentierte eine Zehn-Jahres-Entwicklung des Daisendorfer Haushalts von 2009 bis 2018. Demnach war die Gemeinde seit 2012 schuldenfrei. Für 2018 ist die Aufnahme eines Darlehens von 90 650 Euro vorgesehen.

Steuern werden erhöht

Die Ertragskraft des Haushaltes hat stark abgenommen. Das liegt daran, dass die Kinderbetreuung ausgebaut wird und höhere Standards gelten. Außerdem sind die Preise und Löhne gestiegen. Die Steuer- und Gebührensätze sind allerdings gleich geblieben. In der Gemeinde besteht eine Abhängigkeit von Zuweisungen und Zuschüssen. Bei der Planung des Haushaltes 2018 wurde ohne Anpassung der Einnahmen ein Defizit in Höhe von 41 120 Euro festgestellt. Auf Vorschlag der Verwaltung wurde bei der Grundsteuer und Gewerbesteuer der Hebesatz erhöht. Mit dem Hebesatz kann eine Gemeinde die Höhe der ihr zustehenden Gemeindesteuern beeinflussen. Durch diese Maßnahmen sind Einnahmen von 29 580 Euro geplant. Auch die Hundebesitzer werden stärker zur Kasse gebeten. 1996 wurde in Daisendorf die Hundesteuer das letzte Mal erhöht. 2001 wurde sie ohne Erhöhung auf den Euro umgestellt. Seitdem zahlten die Hundebesitzer für ihren ersten Hund 60 Euro und für den zweiten und jeden weiteren Hund 120 Euro. Die Steuer erhöht sich für den ersten Hund nun auf 96 Euro und den zweiten und jeden weiteren Hund auf 192 Euro. Die Zwingersteuer wird von 180 auf 288 Euro angehoben. Die Gemeinde verspricht sich Mehreinnahmen von 3100 Euro im Jahr. Als Nächstes sollen die Kindergartengebühren angepasst werden.