Doch die Daisendorfer haben einen der sichersten Narrenbaumgräben. Dabei steckt der Baumstamm beim Aufstellen in einem besonderen Korb. So konnte die Zimmermannsgilde sich in Ruhe auf die Endphase ihrer diesjährigen Herausforderung konzentrieren und mit dem letzten Ruck den 26 Meter langen Baum sicher verankern.

Die Zimmermannsgilde Daisendorf ist wieder hoch konzentriert bei der Arbeit. Am Ende steht der Baum.
Die Zimmermannsgilde Daisendorf ist wieder hoch konzentriert bei der Arbeit. Am Ende steht der Baum. | Bild: Mardiros Tavit

Mit dieser Höhe ist der Narrenbaum, wie traditionell üblich, höher als das Rathaus nebenan. Das kann wiederum symbolisch als das gedeutet werden, was es tatsächlich auch ist. "Die Narren haben die Herrschaft über das Dorf übernommen", sagte Helmut Menner, Urgestein der Daisendorfer Fasnet und Miterfinder der Narrenfigur des Weihermännle.

Beim Narrenbaumstellen und Narrenumzug haben die Narren das Dorf fest im Griff.
Beim Narrenbaumstellen und Narrenumzug haben die Narren das Dorf fest im Griff. | Bild: Mardiros Tavit

Zwei Stunden vorher hatte sein Bruder Martin als "Narren'bolezischt" in seiner 52. Saison den Narrenumzug mit "Narri und Narro" eingeschellt. Narren, Zuschauer und die Sonne lachten an diesem närrischen Tag um die Wette. Die 18 Zünfte und Musikgruppen aus der Nachbarschaft verwandelten den frühlingshaften Nachmittag zu einem Hochamt der Narren. Alles was die schwäbisch-alemannische Fasnet ausmacht, war vor Ort zu finden. Mehr als 300 Hästräger, Guggenmusik in feinster Form und Karbatschenschneller.

Der Superheld am Narrenbaum: Er sucht sich die beste Geschenktüte aus.
Der Superheld am Narrenbaum: Er sucht sich die beste Geschenktüte aus. | Bild: Mardiros Tavit

Überall wuselte der Narrensamen als Prinzessinnen, wilde Tiere oder Superhelden verkleidet umher. Nach dem Aufstellen des Narrenbaumes durften diese – unter Mithilfe vieler Hände – den Stamm hochklettern, und sich Geschenktüten vom Kranz reißen. Doch Vorsicht war bei diesem närrischen Brauch geboten, einige Nieten in Form von Gyros-Fertiggerichten, hingen nämlich auch am Kranz.

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