Der Daisendorfer Gemeinderat hat seine Entscheidung über einen Verbleib oder Ausstieg aus dem Verein "Bodensee Linzgau Tourismus" (BLT) auf seine übernächste Sitzung im Juni verschoben. Die Räte fühlten sich unsicher, was im Sinne der Vermieter sei und folgten einstimmig dem Antrag von Thomas Ritsche (CDU) auf Vertagung. Bürgermeisterin Jaqueline Alberti bezweifelte, dass zu einem späteren Termin mehr Interesse seitens der Bürger herrsche. Man habe den Tagesordnungspunkt lange genug vorher angekündigt, das Thema sei durch die Presse gegangen, trotzdem seien nun nur sechs von 42 Vermietern in der Sitzung anwesend. "Alle Vermieter, die sich engagieren sind heute da", stellte sie fest.

Zuvor hatten Jutta Halder, Geschäftsführerin des BLT, und dessen Vorsitzende Heike Steurer einen ausführlichen Überblick über die Entstehung und die Arbeit des Vereins gegeben. Durch die Kooperation mit der Internationalen Bodensee Tourismus GmbH (IBT), der Deutschen Bodensee Tourismus GmbH (DBT) und dem Bodenseeteam biete die Mitgliedschaft im BLT ein großes Netzwerk. Werbung durch Messeauftritte, Prospektbörsen, spezielle Themenführer, Aktionen wie "Salemertal genießen", Charterfahrten der Schifffahrt im Herbst und vieles mehr mache einen Großteil der Tätigkeit des Vereins aus. Dazu komme die Tourismusberatung vor Ort. "Wir stellen viel auf die Beine", warb Steurer für einen Verbleib. Die Gemeinde Daisendorf zahlt für die Leistungen des BLT jährlich einen Beitrag von 11 264 Euro. Das von Alberti vorgestellte Alternativkonzept der Eigenvermarktung würde mit 5000 Euro jährlich veranschlagt. Davon sollen eine eigene Homepage, Flyer und touristische Aktivitäten in der Gemeinde finanziert werden.

Die anwesenden Vermieter konnten sich mit Pro- und Kontra-Argumenten zu Wort melden. Marianne Felsche plädierte für einen Verbleib aufgrund des großen Angebots und erinnerte: "Wir sind doch eingetreten, da die Eigenvermarktung vorher nicht geklappt hat. Wer soll es hier denn machen?" Roland Bernhard ist für einen Ausstieg, ohne damit ausdrücken zu wollen dass der BLT schlecht war, aber er sei räumlich weit weg. "Die Wertschöpfung soll im Dorf bleiben." Dann könnten auch die Vereine profitieren. Gemeinderätin Birgit Schley (CDU) sieht Daisendorf im BLT "schwach vertreten." Von den 138 Mitgliedern im Verein wären nur acht aus Daisendorf und auch in den Themenführern, wie dem Wanderführer, werde ihr der Ort zu wenig beworben. Monika Bernhard (FWV) gab zu bedenken, dass der BLT deutschlandweite werbe. "Was ist schon Daisendorf? Kennt und sucht doch keiner." Siegfried Willibald (FWV) fühlte sich angesichts der Argumente "hin- und hergerissen." Eine Entscheidung könnte er fällen "Wenn alle dahinter stehen würden, aber nicht wenn die Vermieter sich uneins sind." Thomas Ritsche (CDU) fände eine Vermieterversammlung sinnvoll: "Wo will der Daisendorf Tourismus hin? Das müssen Leute entscheiden, die sich da auskennen."