Die vom Gemeinderat lange versprochene Einwohnerversammlung zur Freitzeitanlage am Schützenhaus hat jetzt stattgefunden. Ursprünglich war sie für den September vorgesehen gewesen, musste dann aber durch die Erkrankung von Bürgermeister Frank Lemke immer wieder aufgeschoben werden. Bürgermeister-Stellvertreter Siegfried Willibald begrüßte 30 Bürger: "So viele habe ich nicht erwartet." Aber die 20- bis 50-Jährigen, also die jungen Familien, fehlten ihm dann doch. Der Gemeinderat war komplett vertreten.

Seit mindestens 2015 beschäftigt das Thema Gemeinderat und Bürgermeister. Nach Frank Lemkes Wunsch, der aufgrund einer Erkrankung nicht an der Versammlung teilnehmen konnte, sollten Bürger im Rahmen einer groß angelegten Bürgerversammlung Ideen für die Zukunft der Anlage entwickeln, die Freizeitanlage in eine Art Mehrgenerationenpark umgebaut werden. Dafür gäbe es hohe Zuschüsse. Doch allein die Vorplanung und der Bürgerworkshop sollten 30 000 Euro kosten. Diese Kosten waren dem Gemeinderat zu hoch, er entschied sich gegen eine solche Planung.

Als vergangenes Jahr absehbar wurde, dass Lemke länger erkrankt sein wird, wollte sein Stellvertreter Siegfried Willibald mit dem Gemeinderat einen Stillstand bei diesen Thema verhindern. Das Gremium beschloss die Renovierung der Anlage in mehreren Schritten. Mit der Renovierung des Bolzplatzes wurde begonnen. Wichtig war der Bürgervertretung, dass die Einwohner bei diesem Thema einbezogen werden.

Die Freizeitanlage war auch in der Haushaltsberatung für das Jahr 2017 Thema. Die Mittel für die Renovierung der Anlage waren ohne Rücksprache mit dem Gemeinderat von Lemke auf 5000 Euro gekürzt worden. Auf Vorschlag von Willibald wurde die Summe bei der öffentlichen Haushaltsberatung vom Gemeinderat auf 20 000 Euro angehoben.

Etwas wortlos waren die Gemeinderatsmitglieder, als in der Versammlung Klaus Pimiskern nach der Mängelbehebung aufgrund der TÜV-Berichte zur Freizeitanlage gefragt wurde. Gemeinderat Thomas Ritsche ergriff das Wort und erzählte von der Situation. Der Gemeinderat bekomme die Berichte nicht, weil diese laut Verwaltung nicht in der Zuständigkeit des Gemeinderats seien. So könne man auch nicht sagen, welchen Fortschritt die Mängelbehebung mache.

Viele Vorschläge aus den Reihen der Bürger kamen zur Gestaltung der Freizeitanlage.
Viele Vorschläge aus den Reihen der Bürger kamen zur Gestaltung der Freizeitanlage. | Bild: Mardiros Tavit

Bürgerwünsche für Freizeitanlage

Viel Fachwissen zum Thema Freizeitanlage kam aus der Versammlung. Heinrich Straub ist auf der Insel Mainau für die Spielplätze verantwortlich. Er sei erschrocken über die erheblichen Defizite an den Spielgeräten der Anlage. Sie machten auf ihn einen vernachlässigten Eindruck. Dem schloss sich Petra Borchert an, die die Sportanlagen der Universität betreut. Sie verstehe nicht, warum die Verwaltung die Anlage hinsichtlich ihrer Sicherheit nicht instand halten könne. Dafür sei nicht viel Geld notwendig.

Werner Walker von der Boule-Gruppe listete seine Beobachtungen über die Nutzung der Anlage auf. Demnach werde die Anlage entgegen vieler Annahmen sehr gut angenommen. Die Anlage sei gut dimensioniert. Nur die Spiel- und Sportgeräte bedürften einer Erneuerung. Walker schlug vor, ein Beachvolleyfeld anzulegen. Doch aus der Versammlung wurde das abgelehnt, weil es überall Volleyball-Sandplätze gebe. Der Rasenplatz hingegen sei einmalig. Walkers Angebot, dass sich die Boule-Gruppe selbst um ihren Platz kümmert, wenn die Gemeinde bei Bedarf den entsprechenden Sand liefert, wurde vom Sitzungsleiter Siegfried Willibald positiv aufgenommen.

Willibald nahm aber nicht alle Vorschläge aus der Versammlung kommentarlos auf. So solle kein groß angelegter Abenteuerspielplatz entstehen, der viele Interessierte aus dem Umland anziehen würde. Aufgrund der Nähe zum Wald sprach er sich auch gegen einen Grillplatz aus. Und wegen den Kindern auf dem Spielplatz sollten die Autos draußen bleiben.

Eindeutig positiv war die Meinung zu zusätzlichen Bänken am Sandkasten und Bouleplatz. Auch der Wunsch nach Schatten spendenden Überdachungen fand großen Zuspruch.

Peter Markarts Hinweis, dass die Bürger auch Sitzbänke spenden könnten, nahm Willibald sofort auf. Wenn jemand einen Baumstamm spende, könne dieser, halbiert, sofort als Bank dienen. Mögliche Spender sollen sich melden.