Tanja Faabers Mann Klaus hatte ihr Interesse auf das Amt in Daisendorf gelenkt. Er wiederum wurden von einem seiner Volleyballfreunde, der in Daisendorf wohnt, auf die kommende Bürgermeisterwahl aufmerksam gemacht. Für die Patientenmanagerin der Helios-Klinik in Überlingen kam der Hinweis zum richtigen Zeitpunkt. "Ich wollte mich weiterentwickeln. Das geht bei meinem Arbeitgeber nicht, es sei denn, sie würden anbauen", so Faaber, "oder ich würde eine Regionalleiterstelle annehmen, dann wäre ich aber zu häufig unterwegs". Sehr lange musste Faaber nicht überlegen, schaute sich die Voraussetzungen genauer an und traut sich das Amt zu. "Ich habe mir das Dorf genauer angeschaut. Es ist ein schönes Dorf. Hier leben offene Menschen, die auf einen zugehen", war ihre erste Erfahrung. Nach Gesprächen mit Gemeinderatsmitglieder und dem Amtsinhaber Frank Lemke war ihr Vorhaben gereift und sie gab ihre Bewerbung ab. Als wichtigste Projekte in Daisendorf nennt Faaber den Kindergartenausbau, die Freizeitanlagensanierung, den Breitbandausbau und Straßensanierungen.

"Ich bin eine absolute Dorftante", sagt Tanja Faaber. Geboren in Remscheid-Lennep, kam sie mit neun Jahren in die Bodenseeregion. Ihr Vater ist gebürtiger Frickinger, in der Stadt fühlte er sich nicht wohl. So ergab es sich, dass Tanja Faaber im Dorf ihres Vaters aufwuchs und später ihre Familie gründete. Ihre beiden Söhne sind in der Zwischenzeit erwachsen und gehen ihre eigenen Wege. Aber als die beiden noch klein waren, engagierte sich Faaber im Elternbeirat des Kindergartens, später in der der Grundschule. Die Schule musste dringend gestrichen werden.

Mit den damaligen Eltern organisierte sie die Sanierung. Ihr damaliger Ehemann, ein Maler, besorgte die Farben und übernahm die Leitung. Faaber fallen noch weitere Beispiele ihres sozialen Engagements ein. Mit ihrem Hund Amy, einem Border Collie, bot sie eine Hunde-AG an der Grundschule Frickingen an. Viele Kinder hatten auf ihren Schulwegen Begegnungen mit Hunden. Den richtigen Umgang mit den Tieren lernten sie bei ihr.

"Ich bin auch in einer schwierigen Lage und unter Druck fähig, Lösungen zu finden und die Leute dafür zu organisieren", sagt sie. Auch in ihrer Stelle als Patientenmanagerin gebe es schwierige Situation. "Da muss ich mit den Patienten feinfühlig sein, aber auch einen derben Ton ertragen können". Kritikfähigkeit, Toleranz und die Fähigkeit zuzuhören zeichneten sie aus, sagt sie. Im anderen Kompetenzfeld hat sie aber großen Nachholbedarf: "Ich habe keine Verwaltungserfahrung, noch nie habe ich in einer Behörde gearbeitet oder Jura studiert", gibt sie unumwunden zu. "Aber ich bin überzeugt, das Amt auszufüllen, ich werde mich reinknien und Seminare besuchen". Die Kinder seien groß, sie könne sich mit mehr als 100 Prozent ihrem Amt widmen.

"Die Fachkompetenz sitzt schon im Rathaus", ist Tanja Faaber überzeugt. Die Rathausmitarbeiterinnen und die Hauptamtsleiterin hätten zusammen mit dem Bürgermeister-Stellvertreter in der langen krankheitsbedingten Abwesenheit des Amtsinhabers die Geschäfte am Laufen halten können. Auch baut sie auf die Bevölkerung. Von den Bürgern möchte sie Themen erfahren. Aus ihren bisherigen Gesprächen habe sie mitgenommen, dass viele Bürger bereit seien, sich in die Gemeinde einzubringen. Sie möchten aber auch in der Entscheidung einbezogen werden.

Zur Person

Tanja Faaber wurde 1972 in Remscheid-Lennep in Nordrhein-Westfalen geboren. 1981 kam sie in die Region ihres Vaters. Sie hat zwei erwachsene Kinder und lebt mit ihrem Mann Klaus, einem Fotografen, in Markdorf. Tanja Faaber hat eine Ausbildung zur Hotelfachfrau abgeschlossen. Sie hat in verschiedenen Hotels gearbeitet. Nach sechs Jahren bei der Frickinger Firma Trimedico wechselte Tanja Faaber im Jahr 2012 in die Verwaltung der Helios-Klinik in Überlingen. Ein Jahr später übernahm sie in der Leitung der Privatklinik das Patientenmanagement.