Ist das noch Winter oder schon Frühling? Für Meteorologen ging der Winter jedenfalls mit dem vergangenen Monat zu Ende. Schneemassen wie im Januar gab es keine mehr, den Temperaturen nach war es in den vergangenen Wochen aber zumindest phasenweise auch tatsächlich noch mal ziemlich winterlich. Als einen „Februar, wie man ihn wirklich nicht alle Jahre erlebt“, beschreibt Roland Roth, Leiter der Wetterwarte Süd, den vergangenen Monat.

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Temperaturrekord in der ersten Februarwoche

Die ersten Februartage kamen dabei recht nass daher. Der niederschlagsreichste Tag in Friedrichshafen war den Aufzeichnungen der Meteorologen von Wetterkontor zufolge am 3. Februar mit knapp 15 Litern pro Quadratmeter. Derweil wurde am Bodensee bereits die 10-Grad-Marke geknackt. „Bei Höchstwerten von 10 bis 15 Grad war die erste Februarwoche eine der wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen“, resümiert die Wetterwarte Süd für die Bodenseeregion und Oberschwaben.

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„Mit Winddrehung auf Nordost gelangte danach vorübergehend arktische Kaltluft aus der Tiefkühltruhe Russlands bis zu den Alpen„, erklärt Roland Roth. „In den sternklaren Nächten sank das Quecksilber auf minus 10 bis minus 18 Grad, in einzelnen Kältelöchern unter minus 20 Grad.“ Am in Friedrichshafen kältesten Tag des Monats wurden nach Wetterkontor-Angaben minus 10 Grad Celsius gemessen. Das ändert allerdings nichts daran, dass der Februar in Summe deutlich wärmer war als in den vergangenen Jahren. Das aktuelle Monatsmittel in Friedrichshafen: 3,7 Grad, das langjährige Monatsmittel: 0,8 Grad.

Traumhafte Kulisse für einen Spaziergang am Valentinstag: Am 14. Februar hatte die Sonne den Spuren, die der Frost der vergangenen Tage im kleinen Hafen in Immenstaad hinterlassen hatte, noch eher wenig entgegenzusetzen.
Traumhafte Kulisse für einen Spaziergang am Valentinstag: Am 14. Februar hatte die Sonne den Spuren, die der Frost der vergangenen Tage im kleinen Hafen in Immenstaad hinterlassen hatte, noch eher wenig entgegenzusetzen. | Bild: Jürgen Traub (Leserreporter)

Weitere Rekorde in der letzten Februarwoche

Es folgte „ein Hoch, welches sich in der Jahreszeit geirrt hatte und uns eine Woche lang mit frühlingshaftem Wetter wie Anfang Mai verwöhnte“, wie dem Rückblick der Wetterwarte Süd weiter zu entnehmen ist. „Auf tiefsten Winter folgte im Zeitraffer Frühlingswetter der Extraklasse.“ Mit Sonnenhoch „Ilonka“ und der einströmenden subtropischen Luft aus dem Norden Afrikas wurden demnach vor allem in den vom Föhn angehauchten Regionen verbreitet neue Februarrekorde gemessen, so etwa in Isny mit 22,2 Grad Celsius am 22. Februar. Zeitweise trübte Saharastaub die Atmosphäre, was farbenprächtige Sonnenauf- und -untergänge hervorrief.

Stimmungsvolles Ende eines Februartages in Friedrichshafen.
Stimmungsvolles Ende eines Februartages in Friedrichshafen. | Bild: Peter Wetzel (Leserreporter)

Nicht gar so weit nach oben gingen die Temperaturen am Bodensee. Weit entfernt war die 20-Grad-Marke Ende Februar aber auch in Friedrichshafen nicht. Am wärmsten Tag des Monats, ebenfalls dem 22. Februar, wurden laut Wetterkontor immerhin 18 Grad in der Zeppelinstadt gemessen.

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Da erscheint der Umstand, dass es für einen Februar überdurchschnittliche viele Sonnenstunden waren, wenig überraschend. 149,2 waren es den Wetterkontor-Aufzeichnungen nach in Friedrichshafen, um genau zu sein. Das entspricht 180 Prozent vom langjährigen Mittel.