Im Urlaub gemütlich am Pool liegen? Das ist nichts für die beiden Freunde Bastian Staude und Steven Niemeyer. Die zwei sind leidenschaftliche Motorradfahrer – und lieben es, abseits der Straße zu unterwegs zu sein. Nun haben sich die beiden für eine große Tour angemeldet – und der SÜDKURIER berichtet über ihre Reise durch Marokko.

Alt oder schwach müssen die Fahrzeuge sein

Noch aber sind der Fotograf Staude und der Ingenieur Niemeyer am Bodensee. Los geht die Tour am 4. Mai. Gemeinsam mit über 100 weiteren Erlebnishungrigen aus Europa nehmen sie an der Europe-Africa-Rallye des österreichischen Veranstalters Back Road Club teil. Wichtigste Voraussetzung: Die Fahrzeuge, ob Auto oder Motorrad, dürfen maximal 50 PS stark sein – oder müssen mindestens 20 Jahre auf dem Buckel haben. Unterwegs geht es also mehr um Spaß als Geschwindigkeit. Pannen sind quasi vorprogrammiert.

Abenteuer auf zwei Rädern. Dieses Bild hat Bastian Staude im August 2021 am Col de Sommeiller in der Nähe von Bardonecchia in Italien ...
Abenteuer auf zwei Rädern. Dieses Bild hat Bastian Staude im August 2021 am Col de Sommeiller in der Nähe von Bardonecchia in Italien gemacht. Auch in Marokko wollen die Biker beeindruckende Landschaften entdecken. | Bild: Bastian Staude

Auch die Motorräder von Bastian Staude und Steven Niemeyer haben schon einige Jahre auf dem Buckel. Staudes Suzuki DR 650 ist fast 30 Jahre alt, hat 48 PS und läuft maximal 120 Kilometer pro Stunde. „Aber so schnell wird sie nur an guten Tagen“, sagt der Überlinger und grinst. Schon 40 Jahre alt ist hingegen die BMW R 80 des Häflers Steven Niemeyer – und viel schneller wird seine Maschine auch nicht.

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Die beiden Low-Budget-Abenteurer starten ihre Tour in der Zeppelinstadt. Von dort aus geht es – zunächst noch per Transporter – nach Italien. In Genua legt am 5. Mai eine Fähre ab. Ziel ist die marokkanische Hafenstadt Tanger, die sie zwei Tage später erreichen wollen. Ab dann geht es für 18 Tage quer durch den Maghreb-Staat: Hoch ins Atlas-Gebirge und tief in die Sahara hinein. Unterwegs sammeln alle teilnehmenden Fahrer Punkte, um einen Gewinner unter sich auszumachen: Etwa für die skurrilsten Klamotten – oder dafür, ein Snowboard zum Sandsurfen in die Dünen mitzubringen.

In der Wüste Marokkos sollten Motorräder funktionieren. Dieses Bild ist allerdings noch im Industriegebiet in Überlingen aufgenommen worden.
In der Wüste Marokkos sollten Motorräder funktionieren. Dieses Bild ist allerdings noch im Industriegebiet in Überlingen aufgenommen worden. | Bild: Sophia Mendez

Neben dem Spaßfaktor wollen die Rallye-Teilnehmer auch Gutes tun. Sie sammeln Geld für eine Schule in Marokko. Steven Niemeyer: „Hier ist schon einiges zusammengekommen.“ Von den angestrebten 45.000 Euro haben alle Teilnehmer gemeinsam bereits 20.000 Euro beschafft. „Wir hoffen, dass es noch mehr wird“, sagt Niemeyer.

Die Unterhosen-Planung läuft noch

Und was packen die beiden ein für ihre Reise? Bastian Staude: „Wir haben schon öfters kürzere Touren gemacht und dabei gelernt: Weniger ist mehr.“ Deswegen verzichten die beiden etwa auf Gaskocher oder allzu viele Klamotten. Auch ein Snowboard zum Sand-Surfen schafft es wohl nicht aufs Motorrad. Sicher eingepackt werden hingegen Zelt, Matte, Schlafsack und ein Trinkrucksack – immerhin kann es auf der Tour bis zu 50 Grad warm werden – und schlafen wollen die Fahrer teils unter freiem Himmel. Und wie viele Unterhosen packen sie ein? „Gute Frage“, sagt Bastian Staude und lacht. „Das müssen wir noch planen.“

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