Es ist zu trocken: Seit August 2021 hat die Bodenseeregion zu wenig Regen gesehen. Viele Monate waren sogar deutlich zu trocken, beispielsweise die ersten drei Monate im Jahr 2022, erklärt Jürgen Schmidt. Wie der Meteorologe von Wetterkontor berichtet, habe es dieses Jahr nur im April ausreichend geregnet.

Besonders trocken war es im März. In diesem Monat lag die Niederschlagssumme bei 17,4 Liter pro Quadratmeter, was nur 34 Prozent des langjährigen Mittels für diesen Monat entspricht. Statt Regen gab es ungewöhnlich viel Sonnenschein, und zwar 260,3 Stunden. Dies entspricht 176 Prozent des langjährigen Mittels.

Der Bodensee im März bei Niedrigwasser. Dass der Pegel im Winter sinkt, ist ganz normal.
Der Bodensee im März bei Niedrigwasser. Dass der Pegel im Winter sinkt, ist ganz normal. | Bild: Fabiane Wieland

Niederschlagsindex: Seit sechs Monaten „deutlich zu trocken“

Die langanhaltende Zeit ohne genügend Regen hat Auswirkungen auf die Region: Es kommt zu Trockenheit und Dürre. Wie trocken es in der Bodenseeregion wirklich ist, zeigt der sogenannte Standardisierte Niederschlagsindex. Betrachtet man mit diesem Index das vergangene Wetterjahr am Bodensee, wird deutlich: Der Wert liegt in diesem Zeitraum mit 0,9 im Bereich „normal“.

Die Wiese am Waldrand in Daisendorf ist vertrocknet. Besonders in den ersten drei Monaten des Jahres 2022 hat es deutlich zu wenig geregnet.
Die Wiese am Waldrand in Daisendorf ist vertrocknet. Besonders in den ersten drei Monaten des Jahres 2022 hat es deutlich zu wenig geregnet. | Bild: Mona Lippisch

Kritischer fällt der Blick auf die vergangenen sechs Monate aus. Hier liegt der Niederschlagsindex für die Wetterstation Konstanz bei -1,8. Mit diesem Wert ist es in Konstanz in den vergangenen sechs Monaten laut Index „deutlich zu trocken“ gewesen.

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Auch der Sommer 2022 soll am Bodensee trocken werden

Und nicht nur in den vergangenen Monaten war es am Bodensee deutlich zu trocken. Auch der Sommer 2022 soll nach Vorhersagen des DWD „trocken bis deutlich zu trocken“ werden, berichtet Meteorologe Jürgen Schmidt. „Allerdings werden die Regenmengen wie fast jeden Sommer regional unterschiedlich ausfallen“, betont der Experte. Ursache dafür seien lokale Schauer- und Gewitterregen.

Jürgen Schmidt, Meteorologe Wetterkontor: „In den Sommermonaten wird es wahrscheinlich zu heftigeren lokalen Gewitterregen kommen, ...
Jürgen Schmidt, Meteorologe Wetterkontor: „In den Sommermonaten wird es wahrscheinlich zu heftigeren lokalen Gewitterregen kommen, aber insgesamt trockener werden.“ | Bild: Wetterkontor

Ob die Trockenheit in den kommenden Jahren noch extremer ausfällt als aktuell, kann Schmidt nicht konkret prognostizieren. „Beim Niederschlag ist es etwas komplizierter als bei den Temperaturen, bei denen der Trend in den kommenden Jahrzehnten weiter nach oben gehen wird“, sagt er.

Durch die höheren Temperaturen in Zukunft könne die Luft mehr Wasser aufnehmen als bei niedrigeren Temperaturen. „So wird es in den Sommermonaten wahrscheinlich zu heftigeren lokalen Gewitterregen kommen, es aber insgesamt trockener werden“, vermutet der Schmidt. Dem gegenüber werden die Wintermonate ihm zufolge langfristig wahrscheinlich feuchter.

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