Der Friedrichshafener Autozulieferer kämpft weiter mit den Folgen der Corona-Pandemie und der Krise in der Autobranche. Wie das Unternehmen am Montag mitteilte, erwirtschaftete die ZF in 2020 ein dickes Umsatzminus. ZF vermeldet „auf Basis der vorläufigen und ungeprüften Zahlen“ einen Konzernumsatz von 32,6 Milliarden Euro. „Dies entspricht einem Umsatzrückgang von rund elf Prozent gegenüber dem Vorjahr“, heißt es in der Mitteilung.

Unternehmen erwartet ein deutliches Minus beim Ergebnis

Unterm Strich rechnet der Konzern mit einem deutlichen Minus beim Ergebnis nach Steuern. Genauere Angaben machte das Unternehmen noch nicht, die Zahlen sollen bei der Bilanz-Pressekonferenz am 18. März bekannt gegeben werden. Im Jahr 2019 hatte ZF noch einen kleinen Gewinn von 350 Millionen Euro erwirtschaftet. Klar scheint aber auch zu sein, dass die beiden Gesellschafter der ZF Friedrichshafen AG, die Zeppelin-Stiftung und die Dr. Jürgen und Irmgard Ulderup-Stiftung, mit einer sehr schmalen Dividende für das Jahr 2020 rechnen sollten. Wahrscheinlicher aber ist, dass gar keine Dividende ausgezahlt werden wird.

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Erstes Halbjahr 2020 war besonders schwierig

Besonders das erste Halbjahr 2020 hatte es in sich. Im August teilte die ZF Friedrichshafen AG mit, im ersten Halbjahr einen Verlust von annähernd einer Milliarde Euro eingefahren zu haben. Das Nettoergebnis lag da bei minus 911 Millionen Euro, das bereinigte Ergebnis bei einem Verlust von 177 Millionen Euro. Grund dafür seien, so ZF-Konzernchef Wolf-Henning Scheider im August, die Folgen der Corona-Krise und die anhaltende Schwäche der Automobilmärkte.

Wolf-Henning Scheider, Vorsitzender des Vorstands der ZF Friedrichshafen AG
Wolf-Henning Scheider, Vorsitzender des Vorstands der ZF Friedrichshafen AG | Bild: Felix Kaestle
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Märkte in China ziehen wieder an

In den letzten Monaten liefen die Geschäfte des Häfler Autozulieferers aber wieder besser, vor allem wegen des spürbaren Aufschwungs im Auto-Wachstumsmarkt China. „Die umfassenden Maßnahmen zu Kostensenkung und Strukturanpassung sowie eine deutliche Markterholung im zweiten Halbjahr 2020 haben zu einer substanziellen Verbesserung von Umsatz und Ergebnis geführt“, heißt es in der Mitteilung des Unternehmens am Montag. Damit bleibt das Unternehmen operativ in den schwarzen Zahlen. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) beläuft sich auf rund 1,04 Milliarden Euro, die Ebit-Marge liegt nach Angaben von ZF bei 3,2 Prozent.

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Kündigungen in Deutschland sind bis Ende 2022 ausgeschlossen

Mitte vergangenen Jahres hatte das Unternehmen angekündigt, 15 000 Stellen bis zum Jahr 2025 abzubauen, die Hälfte davon in Deutschland. Durch den Abschluss des Tarifvertrags Transformation sind betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2022 ausgeschlossen. Durch Maßnahmen wie Altersteilzeit oder Aufhebungsverträgen will die ZF Friedrichshafen AG trotzdem erreichen, dass die Zahl der Jobs in Deutschland sinkt. Bis dahin sollen auch alle deutschen Standorte erhalten bleiben.

Ein gläsernes Auto in der Ausstellung im ZF-Forum, dem Hauptsitz des Unternehmens in Friedrichshafen.
Ein gläsernes Auto in der Ausstellung im ZF-Forum, dem Hauptsitz des Unternehmens in Friedrichshafen. | Bild: ZF

Neue Großaufträge in diesem Jahr

Grund zur Freude gab es Ende Januar für ZF, als das Unternehmen einen Großauftrag von Volkswagen für Elektroauto-Bremsen verkünden konnte. Kurz danach erhielt die ZF Friedrichshafen AG von Fahrzeugherstellern aus Nordamerika mehrere Großaufträge für das Automatikgetriebe Powerline. Nun bleibt abzuwarten, wie sich das Geschäft in 2021 weiter entwickeln wird.