Seit Freitag ist die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen im Bodenseekreis sprunghaft angestiegen. Aktuell (Stand: Mittwochabend) sind den Behörden 24 aktive Fälle bekannt. Ob der seit Dienstagabend weitere positive Corona-Test in Verbindung mit dem jüngsten Ausbruchsgeschehen im Raum Friedrichshafen steht, lässt sich dem Landratsamt zufolge noch nicht sagen. Auch in den Nachbarlandkreisen wie Lindau und Konstanz fallen vermehrt Corona-Tests positiv aus. Hinweise auf einen Zusammenhang mit den Infektionen im Bodenseekreis gibt es bislang nicht.

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Landratsamt schweigt zur Verteilung der Fälle auf Gemeinden

Im Bodenseekreis sind unter anderem mehrere Teilnehmer zweier privater Feiern betroffen. Wie Landrat Lothar Wölfle am Montag im Gespräch mit dem SÜDKURIER ausgeführt hatte, steckte eine Person, die sich zuvor in Serbien aufgehalten hatte und nicht im Bodenseekreis wohnhaft ist, bei einer Familienfeier zwei Menschen an. Ein Mädchen aus einem der betroffenen Haushalte nahm wiederum später an einer Geburtstagsfeier unter Jugendlichen teil, wo es zu weiteren Ansteckungen kam. Auswirkungen hat das auf einzelne Klassen mehrerer Schulen in Friedrichshafen.

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Ein Schwerpunkt im Raum Friedrichshafen ist damit gewiss. Zur genauen Verteilung der Infektionen auf die Städte und Gemeinden im Bodenseekreis gibt das Landratsamt allerdings weiterhin keine Auskunft.

Infektionsrate im Landkreis insgesamt noch gering

„Die Frage, ob gemeindescharfe Infektionszahlen veröffentlicht werden sollen, wurde im Verwaltungsstab des Bodenseekreises seit Beginn der Pandemie mehrfach diskutiert“, erklärt Sprecherin Nadine Larisch auf SÜDKURIER-Anfrage. Abgewogen werden müsse das Informationsinteresse der Öffentlichkeit und der Schutz von personenbezogenen Daten und vor allem der Schutz von infizierten Menschen. Ein Rückschluss auf Menschen oder Gruppen gerade in kleinen Gemeinden könne nicht ausgeschlossen werden. „Gerechnet auf 100 000 Einwohner hat der Bodenseekreis noch eine relativ geringe Infektionsrate“, so Larisch außerdem.

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Das Infektionsgeschehen – die sei immer auf den gesamten Landkreis bezogen zu betrachten, nicht für eine einzelne Gemeinde. Aber: „Wenn es örtlich begrenzte Infektionsgeschehen gibt, die einem bestimmten Ereignis eindeutig zugeordnet werden können und auch eine Nachverfolgung über das Kontaktpersonenmanagement möglich ist, wäre es nicht verhältnismäßig, daraus generell Konsequenzen für den gesamten Landkreis zu ziehen.“

Im Häfler Klinikum werden erneut Covid-19-Patienten behandelt

Als der Landkreis die Zahlen auf seiner Webseite am Dienstagabend aktualisierte, stand noch eine Null bei der Anzahl der stationär behandelten Corona-Fälle. Margit Geiger, Geschäftsführerin des Medizin-Campus Bodensee (MCB) war allerdings am Mittwoch zu Gast bei der Sitzung des Häfler Gemeinderates. Dort standen unter anderem der Jahresabschluss des MCB sowie die Schließung des Krankenhauses 14 Nothelfer in Weingarten auf der Tagesordnung.

Während ihres Berichtes äußerte sich Geiger auch zu den neuen Corona-Infektionen in Friedrichshafen. „Auch wir haben wieder Corona-Patienten, die wir derzeit behandeln“, sagte sie. Gut informierten Kreisen zufolge dürfte bei der nächsten Aktualisierung der Anzahl der stationär behandelten Fälle im Bodenseekreis mindestens eine Drei stehen.

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Partybesuche bislang kein belegbarer Verstoß

Seit Bekanntwerden der Fälle in Friedrichshafen und der Umstände dahinter wird nicht nur in der Stadt diskutiert: Wurde hier nicht gegen die Corona-Verordnung verstoßen? Wird der Ausbruch daher Bußgelder zur Folge haben? Offenbar nicht. Am Mittwoch teilte die Häfler Stadtverwaltung zumindest mit: „Das Landratsamt Bodenseekreis und die Ortspolizeibehörde der Stadt Friedrichshafen konnten aufgrund der bisher vorliegenden und belegbaren Informationen keine konkreten Verstöße gegen die Corona-Verordnung des Landes feststellen.“

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Ob der Serbien-Aufenthalt vor der Familienfeier womöglich schon länger zurücklag? Die Klärung dieser Frage obliegt wohl letztlich dem Landkreis, in dem der betreffende Mensch lebt. Seine bisherige Aussage zur Teilnahme der Schülerin an der Geburtstagsfeier habe das Landratsamt Bodenseekreis korrigiert, heißt es in dem Pressetext der Stadt weiter: „Zum Zeitpunkt des Kindergeburtstags hatte die Schülerin noch keine behördliche Quarantäneverfügung.“ Bußgelder aufgrund von Ordnungswidrigkeiten seien daher noch nicht ausgesprochen worden. Sollten sich neue Erkenntnisse, etwa aufgrund der Kontaktnachverfolgung des Gesundheitsamtes, ergeben, werde die Ortspolizeibehörde entsprechend reagieren.

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Kindergarten geschlossen: Drei neue Coronafälle in Lindau

In Lindau sind ein Kindergartenkind und seine Eltern positiv auf das Coronavirus getestet worden. „Wo sich die Familie angesteckt haben könnte, das steht derzeit nicht fest“, so Sibylle Ehreiser, Sprecherin des Lindauer Landratsamtes. Fest steht nur, dass das Kind in das Lindauer Kinderhaus „Ideenreich“ in der Tanner Denkfabrik geht.

Die betroffene Kindergartengruppe, derzeit insgesamt 29 Menschen, stehen unter häuslicher Quarantäne. Die gesamte Einrichtung ist vorsorglich bis Ende der Woche geschlossen. Derzeit finden Reihentestungen statt, da indirekt etwa 80 Kinder und deren Familien sowie das Kinderhauspersonal betroffen sind.

„Im Vergleich zu den Einzelfällen der letzten Wochen kann es beim aktuellen Infektionsgeschehen sein, dass nicht alle möglichen Kontaktpersonen umgehend identifiziert und unter Quarantäne gestellt werden können. Wir weisen deshalb die Öffentlichkeit auf dieses Infektionsgeschehen hin und appellieren nochmals dringend, sich an die Schutz- und Hygienemaßnahmen zu halten“, erklärte Lindaus Landrat Elmar Stegmann.

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