In der Angestellten-Brust schlagen zwei Herzen, wenn‘s um den Arbeitsort geht. Einerseits ist Heimarbeit beliebt: Das zeigte Mitte September eine Studie des Wirtschaftsinstituts ifo. Im Schnitt arbeiten die Deutschen 1,4 Tage die Woche von zuhause. Aber die Kosten für Strom und Heizung sind hoch. Andererseits macht sich die Fahrt zum Betrieb ebenfalls im Geldbeutel bemerkbar – den hohen Benzinkosten sei Dank. Wie also unterstützen Betriebe ihre Mitarbeiter? Der SÜDKURIER hat nachgefragt.

ZF unterstützt die Angestellten mit einer jährlichen Einmalzahlung für Internetkosten.
ZF unterstützt die Angestellten mit einer jährlichen Einmalzahlung für Internetkosten. | Bild: Benjamin Schmidt (Archiv)

So sieht es bei ZF aus

Bei ZF wird das hybride Arbeitsmodell ZF Work angewandt. Es gilt für diejenigen Mitarbeiter, bei denen die Heimarbeit möglich ist. Das sind Angestellte der Zentrale, der Forschung und der Entwicklung. Und tatsächlich gibt der Betrieb etwas dazu: „Mitarbeiter, die das hybride Arbeitsmodell nutzen, erhalten eine pauschale finanzielle Unterstützung in Höhe von rund 160 Euro im Jahr“, schreibt Sprecher Jochen Mayer. Das soll die Internetkosten abdecken.

Wer mit dem Auto zur Arbeit kommt, erhält keine Unterstützung. Zuschüsse für Benzin gibt es nicht. Allerdings schießt ZF bei der Nutzung des Nahverkehrs etwas zu – wie viel hängt laut Sprecher Mayer vom Ticketpreis ab. Zusätzlich bietet ZF ein Fahrradleasing an.

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Bei Wagner gehört es auch dazu, dass Mitarbeiter von zuhause arbeiten. Eine Zuzahlung für mobiles Arbeiten gibt es zwar nicht. Dafür gab ...
Bei Wagner gehört es auch dazu, dass Mitarbeiter von zuhause arbeiten. Eine Zuzahlung für mobiles Arbeiten gibt es zwar nicht. Dafür gab Geld zum Inflationsausgleich. Auf dem Bild zu sehen ist das interne Startup des Hauses im Markdorf, Ioniq. | Bild: Wagner Group (Archiv)

Wagner zahlte einmalig wegen Inflation

Bei der Wagner Group mit Sitz in Markdorf gibt es keine Zuschüsse zu Benzin oder das Büro zuhause. Dabei ist das mobile Arbeiten auch bei Wagner beliebt: „Alle Kolleginnen und Kollegen, die grundsätzlich remote arbeiten können, haben schon davon Gebrauch gemacht“, schreibt Sprecherin Teresa Schmid. Aktuell nutzen etwa 80 Prozent der Angestellten an ein bis zwei Tagen pro Woche das mobile Arbeiten.

Zusätzliches Geld gab es trotzdem für Wagner-Mitarbeiter: Im Juli leistete der Betrieb eine Zuzahlung zur Kompensation der Inflationskosten. Immerhin 1000 Euro erhielt jeder Beschäftigte. Zahlungen an Auszubildende und geringfügig Beschäftigte waren etwas reduziert.

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Airbus leistet keine zusätzlichen Zahlungen fürs Homeoffice.
Airbus leistet keine zusätzlichen Zahlungen fürs Homeoffice. | Bild: Felix Kästle (Archiv)

Airbus mit ÖPNV-Zuschuss

Das Luft- und Raumfahrtunternehmen Airbus ziert sich bei Zuzahlungen zur Heimarbeit. Etwa 75 Prozent der Belegschaft nutzen in Absprache mit ihren Vorgesetzten und ihren Teams das Angebot zur mobilen Tätigkeit. Aber: „Es gibt keine unmittelbare finanzielle Unterstützung“, schreibt Sprecher Mathias Pikelj. Das Unternehmen stelle jedoch das entsprechende Equipment wie Notebook und Headsets zur Verfügung – das tun die anderen Betriebe auch.

Pikelj betont: „Ansonsten steht jedem Mitarbeiter in der Firma ein entsprechender Arbeitsplatz zur Verfügung.“ Allerdings, schreibt der Sprecher auf Nachfrage, unterstützt Airbus die Mitarbeiter mit einem Zuschuss für Tickets des Öffentlichen Nahverkehrs.

ZIM Aircraft Seating sieht „Win-Win-Situation“

Sven Achilles, CEO von ZIM Aircraft Seating mit Sitz in Immenstaad und Markdorf, hat den Bedarf seiner Belegschaft am mobilen Arbeiten erkannt. Alle Angestellten, bei denen mobile Arbeit möglich sei, nutzen diese auch, so Achilles. Allerdings findet er es auch gut, wenn Kollegen vor Ort sind. „Grundsätzlich arbeiten wir ja auch viel in Teams und daher möchten die Mitarbeiter auch viel gemeinsame Zeit nutzen.“

Angesprochen auf etwaige Zuschüsse schreibt Achilles: „Da es seitens der Mitarbeiter eine Nachfrage nach mehr Flexibilität in Richtung Arbeitsplatz bzw. Arbeitsstandort gab, haben wir uns entschlossen dies, auch zu ermöglichen. Wir sehen es also als eine Win-Win-Situation.“ Im Umkehrschluss bedeutet das: Geld fürs Homeoffice oder sonstige Zuzahlungen gibt es bei ZIM nicht.

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Nicht alle Beschäftigten bei RRPS können von zuhause aus arbeiten.
Nicht alle Beschäftigten bei RRPS können von zuhause aus arbeiten. | Bild: Thomas Domjahn (Archiv)

RRPS zahlt jährlich kleinen Betrag

Auch Rolls-Royce Power Systems zahlt nichts für Benzin oder Diesel. Sprecher Wolfgang Boller schreibt: „Kosten für den Weg zwischen Wohnung und Arbeitsstätte übernimmt das Unternehmen nicht.“ Er betont, dass jedem Mitarbeiter ein Arbeitsplatz zur Verfügung stehe, den der Betrieb für ihn unterhält. Allerdings gibt es eine kleine Zugabe für das Arbeiten daheim: „Mitarbeiter, die mobil arbeiten, erhalten seit der Pandemie-Zeit pauschal 100 Euro pro Jahr für zusätzliche Aufwendungen“, schreibt Boller.