„Wir lassen uns täglich alle Zahlen der zuständigen Bundespolizei übermitteln und haben schon seit einigen Tagen nichts mehr von Staus gehört aus Richtung Österreich bei der Einreise nach Deutschland“, erzählt Dominic Geissler, Sprecher des Polizeipräsidiums Kempten.

Nach Auskunft der Polizei gibt es an den Grenzen zwischen Deutschland und dem österreichischen Vorarlberg derzeit keine Staus mehr.
Nach Auskunft der Polizei gibt es an den Grenzen zwischen Deutschland und dem österreichischen Vorarlberg derzeit keine Staus mehr. | Bild: Susanne Hogl

In der Anfangszeit teils chaotische Verkehrsverhältnisse

Gesperrt ist nach wie vor die Autobahnauf- und abfahrt Lindau der A 14, der Rheintalautobahn. Diese Maßnahme soll dazu beitragen, dass sich die Fahrzeuge nicht stauen können, informiert die Polizei. In den ersten Tagen, als klar war, dass die Grenzen weitgehend dicht sind, kam es gerade zu den Pendlerzeiten in den Morgen- und Abendstunden zu teils chaotischen Verkehrsverhältnissen und der Stau reichte auf Vorarlberger Seite zeitweise bis hinter Dornbirn.

Das könnte Sie auch interessieren

Beamte an der Grenze weisen Einkaufs-Ausflügler zurück

Die Pendler mussten bis zu zwei Stunden länger einplanen, doch das ist jetzt nicht mehr so. Geöffnet sind die Grenzübergänge auf der Autobahn und der Grenzübergang im Lindauer Stadtteil Zech, der kleine Grenzübergang im Stadtteil Rickenbach ist komplett gesperrt. An der Grenze selbst wird aber konsequent kontrolliert, wer ins Land ein- oder ausreisen darf. Denn: Nach Auskunft der Beamten vor Ort kommen immer wieder Schweizer und Österreicher, die nach Deutschland einreisen wollen, um günstiger einzukaufen. Doch auch die würden weniger, mittlerweile seien die neuen Bestimmungen fast allen bekannt.

Die Situation an den Grenzübergängen

Pendler haben inzwischen neben ihrem Ausweis auch Bescheinigungen ihrer Firmen oder Auftraggeber dabei. Radfahrer, die einen Ausflug planen, werden an den Grenzen abgewiesen. Komplett eingestellt haben die Österreicher alle Bus- und Bahnverbindungen zwischen Vorarlberg und der Schweiz und Liechtenstein. Der Bregenzer Winzer Sepp Möth erzählt: „Ich liefere nach wie vor Wein aus und das klappt auch ohne Probleme, manchmal übergebe ich die Kisten auch einfach an der Grenze.“

Um die Beamten, die die Autofahrer an den Grenzen kontrollieren, zu schützen, dürfen die Seitenfenster nur noch ein Stück weit geöffnet werden.
Um die Beamten, die die Autofahrer an den Grenzen kontrollieren, zu schützen, dürfen die Seitenfenster nur noch ein Stück weit geöffnet werden. | Bild: Susanne Hogl

Einreisebestimmungen und Kontrollen werden für Pendler fast zur Routine

Auch bei den meisten Berufspendlern, die aus Vorarlberg nach Deutschland oder umgekehrt fahren, ist inzwischen schon fast so etwas wie Routine eingezogen. Doch auch dann, wenn einmal nicht alle Papiere vollständig sind, findet sich meist eine Lösung: So konnten während des Vor-Ort-Termins Arbeiter einer deutschen Schreinerei, die einmalig nach Vorarlberg mussten, aber die Bescheinigung des Auftraggebers vergessen hatten, ganz unbürokratisch beim Auftraggeber anrufen. Der bestätigte der Grenzpolizei kurz den Auftrag und schon nach wenigen Minuten war für die Arbeiter die Einreise ins Nachbarland möglich.

Wer nach Österreich einreisen will, muss ein Gesundheitszeugnis mitbringen und eine Bestätigung des Arbeitgebers. Zu Straus kommt es derzeit nicht mehr.
Wer nach Österreich einreisen will, muss ein Gesundheitszeugnis mitbringen und eine Bestätigung des Arbeitgebers. Zu Straus kommt es derzeit nicht mehr. | Bild: Susanne Hogl

Ruhiger ist es an den Grenzen auch geworden, da im Laufe der vergangenen zwei Wochen immer mehr Firmen auf Homeoffice umgestellt haben. Einreisen dürfen alle, die Familienangehörige betreuen. Aufwendiger ist die Einreise für all jene, die aus Deutschland nach Österreich wollen: Neben dem Ausweis und einer Bestätigung des Arbeitgebers brauchen alle auch ein ärztliches Zeugnis über den Gesundheitszustand sowie den Nachweis über einen negativen Corona-Bescheid, der nicht älter als vier Tage sein darf.

Das könnte Sie auch interessieren

Jetzt wieder verfügbar: die Digitale Zeitung mit dem neuen iPad und 0 €* Zuzahlung

*SÜDKURIER Digital inkl. Digitaler Zeitung und unbegrenztem Zugang zu allen Inhalten und Services auf SÜDKURIER Online für 34,99 €/Monat und ein iPad 10,2“ (32 GB, WiFi) für 0 €. Mindestlaufzeit 24 Monate. Das Angebot ist gültig bis zum 12.07.2020 und gilt nur, solange der Vorrat reicht. Ein Angebot der SÜDKURIER GmbH, Medienhaus, Max-Stromeyer-Straße 178, 78467 Konstanz.