Händler unterstützen und gleichzeitig Menschen Kulinarisches oder Weihnachtsgeschenke nach Hause bringen: Das ist der Plan von Malena Riester und Jannik Probst. Gemeinsam haben sie einen Online-Weihnachtsmarkt für die Menschen in der Bodenseeregion ins Leben gerufen – denn die „echten“ Märkte können während der Corona-Pandemie nicht stattfinden. „Nachdem immer mehr Weihnachtsmärkte abgesagt wurden, haben wir uns überlegt, wie wir den Händlern helfen können“, erzählt Probst.

Auch der 23-jährige Probst betreibt normalerweise mit seiner Gastronomie „Heimathafen“ in Gaienhofen einen Stand auf dem Radolfzeller Weihnachtsmarkt. Probst weiß, was es bedeutet, wenn das Dezembergeschäft auf einmal wegfällt – und das schon zum zweiten Mal in Folge. „Also kamen wir auf die Idee, den Händlern eine Plattform zu bieten und den Kunden gleichzeitig alle Produkte gesammelt zu präsentieren“, führt Probst weiter aus.

Drei beispielhafte Produkte, die es beim Online-Weihnachtsmarkt zu kaufen gibt: Duftkerzen, Glühwein oder Punsch und Weihnachtsbier.
Drei beispielhafte Produkte, die es beim Online-Weihnachtsmarkt zu kaufen gibt: Duftkerzen, Glühwein oder Punsch und Weihnachtsbier. | Bild: Screenshot: Mona Lippisch

Besonders wichtig ist dem 23-Jährigen: „Wir arbeiten mit dem Onlineshop nicht gewinnorientiert.“ Zwar bedeute das Vorhaben einiges an Arbeit für Probst und Riester, aber für die einzelnen Händler würden keine Kosten entstehen. „Klar stecken wir viel Zeit und Aufwand in den Weihnachtsmarkt. Aber wir haben diese Zeit gerade und wollen den Verkäufern etwas Gutes zu tun“, sagt er.

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Weihnachtsmarkt seit Sonntag online

Am zweiten Advents-Sonntag ist die Internetseite online gegangen, aktuell sind dort sieben Händler mit ihren Produkten zu finden. Einige befänden sich noch in der Warteschlange. Auf manch einen Verkäufer seien Jannik Probst und Malena Riester direkt zugegangen, andere sind selbst auf die Plattform gestoßen. „Wer mit seinen Produkten ebenfalls im Shop stehen möchte, kann sich jederzeit an uns wenden“, sagt Probst.

Die ersten Reaktionen von Händlern seien durchweg positiv ausgefallen, heißt es vom Initiator des Online-Weihnachtsmarktes. Nur wenige hätten abgesagt, weil ihnen der Aufwand zu groß sei. „Dabei ist es ganz einfach, wir brauchen nur die Anmeldung, Bilder von den Produkten und Preise. Dann kann es schon losgehen“, erklärt Probst.

Einer der Händler, der aktuell schon dabei ist, ist Markcellous Wright. Eigentlich wollte er seine selbstgemachten Duftkerzen auf dem Weihnachtsmarkt in Überlingen verkaufen. „Nachdem der Markt abgesagt war, hat mir ein Freund von dem Online-Event erzählt. Da habe ich mich direkt angemeldet“, erzählt der Überlinger, der ursprünglich aus Amerika kommt. Wright findet: „Es ist eine gute Idee.“

Markcellous Wright aus Überlingen verkauft beim Online-Weihnachtsmarkt selbstgemachte Duftkerzen.
Markcellous Wright aus Überlingen verkauft beim Online-Weihnachtsmarkt selbstgemachte Duftkerzen. | Bild: Privat

In seinem Sortiment hat der Überlinger fünf verschiede, aber männlich duftende Kerzen. „Alle Kerzen riechen immer blumig oder eben wie für Frauen bestimmt. Ich wollte gerne Kerzen kreieren, die Männer gerne riechen“, erklärt Wright. Und nicht nur für Männer seien die Kerzen ein schönes Geschenk. „Auch Frauen freuen sich manchmal über einen männlichen Duft.“

Markcellous Wright aus Überlingen fertigt eigenständig Duftkerzen an.
Markcellous Wright aus Überlingen fertigt eigenständig Duftkerzen an. | Bild: Markcellous Wright

So funktioniert der Online-Weihnachtsmarkt

Wer im Sortiment des Weihnachtsmarkts stöbert, findet neben den Duftkerzen von Markcellous Wright auch Glühwein und Punsch, Leckereien und mehr. Die gewünschten Produkte können per Mausklick ausgewählt werden. Eine Zwischensumme erscheint am unteren Rand des Bildschirms.

Per Mausklick können die Produkte, in dem Fall ein weißer Glühwein, ausgewählt werden.
Per Mausklick können die Produkte, in dem Fall ein weißer Glühwein, ausgewählt werden. | Bild: Screenshot: Mona Lippisch

Mit einem Klick auf „Weiter“ landen Kunden beim Rechnungsvorgang. Hier muss die Adresse und Zahlungsart angegeben werden. Außerdem können Kunden auswählen, ob die Produkte geliefert werden oder bei einer Station (Salem oder Radolfzell) abgeholt werden sollen. Die Abholstationen sind am Donnerstag, 16. Dezember und Donnerstag, 23. Dezember geöffnet. Weitere Daten werden auf der Internetseite bekanntgegeben.

Zunächst soll der Weihnachtsmarkt bis Ende des Jahres online bleiben, so die Pläne der beiden Initiatoren. „Wir wünschen uns, dass wir den Händlern helfen können und auch den Menschen eine Freude machen, die etwas im Onlineshop bestellen und sich so den Weihnachtsmarkt nach Hause holen“, sagt Jannik Probst.

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