Adalbert Kühnle lebt in Efrizweiler, einem Ortsteil von Friedrichshafen-Kluftern. Als ehemaliger Raumfahrtingenieur kennt er sich mit dem Computer aus. „Ich kann nicht nachvollziehen, was an der Einrichtung von Impfterminen so schwierig sein kann“, bemängelt der 84-Jährige. So seien unter www.impfterminservice.de zwar die Zentralen Impfzentren in den größeren Städten (ZIZ) gelistet, aber immer noch nicht das Kreisimpfzentrum in Friedrichshafen (KIZ), in dem die Bürger des Bodenseekreises ab 22. Januar den begehrten Pieks bekommen sollen.

Das könnte Sie auch interessieren

„Da hätte man eine viel bessere Vorarbeit leisten können“, ist Kühnle sicher. Vom Landratsamt des Bodenseekreises hieß es vergangene Woche, dass noch nicht klar sei, wie viele Impfdosen nach Friedrichshafen geliefert werden. Deshalb sei ein zeitlicher Plan aktuell noch unrealistisch, so Pressesprecher Robert Schwarz.

Online-Formulare sind problematisch

Adalbert Kühnle wäre auch dazu bereit, in das nächstgelegene Impfzentrum nach Ulm zu fahren. „Aber das Online-Formular war problematisch und ich kam ebenfalls nicht weiter.“ Impfen lassen will er sich so schnell wie möglich. „Ich bin zwar 84, aber ich würde gern noch eine Weile leben und möchte mich nicht anstecken“, erklärt er. Manche würden vielleicht denken, ein 84-Jähriger habe sein Leben gelebt. „Ich würde aber auch einen über 90-Jährigen unterstützen, der die Impfung will.“

Informationen zur Corona-Imfpung

Respekt vor der logistischen Herausforderung

Wolfgang Seiffert aus Uhldingen-Mühlhofen hat zunächst einmal Respekt vor der großen logistischen Aufgabe, die die Bundesregierung und auch der Bodenseekreis im Zusammenhang mit den Corona-Impfungen zu bewältigen haben. „Ich rufe seit zehn Tagen täglich die Nummer 116 117 an und werde jeden Tag vertröstet“, berichtet der 82-jährige ehemalige Polizeibeamte. Immerhin habe er nach kurzer Wartezeit immer jemanden erreicht.

Was ist mit pflegenden Angehörigen?

Unter dem Strich findet Seiffert es aber großartig, dass es überhaupt so schnell einen Impfstoff gegen das Coronavirus gibt. Ihn ärgert eher eine andere Sache. Er hat die Pflegestufe zwei und seine 79-jährige Frau kümmert sich um ihn. „Sie bekommt die Impfung aber noch nicht, obwohl sie mich betreut“, ärgert sich Seiffert. Nicht zuletzt müssten sie sich nicht nur zweimal, sondern viermal von Uhldingen-Mühlhofen zum Kreisimpfzentrum nach Friedrichshafen bringen lassen. Wenn es dann soweit ist.