Es war eine Kampfabstimmung. Nach zwei Stunden war klar, dass Maria Heubuch, ehemalige Europaabgeordnete der Grünen aus Leutkirch, bei der nächsten Bundestagswahl für die Grünen im Wahlkreis Bodensee, der fast den gesamten Bodenseekreis und Teile des Landkreises Sigmaringen umfasst, in den Wahlkampf zieht. Nominiert wurde sie im Friedrichshafener Graf-Zeppelin-Haus.

Nominierung mit gebotenem Abstand: Im Graf-Zeppelin-Haus in Friedrichshafen nominierten die Grünen ihre Kandidatin für die Bundestagswahl 2021.
Nominierung mit gebotenem Abstand: Im Graf-Zeppelin-Haus in Friedrichshafen nominierten die Grünen ihre Kandidatin für die Bundestagswahl 2021. | Bild: Claudia Wörner

Kopf-an-Kopf-Rennen mit Tizio Pfänder aus Langenargen

Mit dem 20-jährigen Tizio Pfänder aus Langenargen lieferte sich die 61-jährige Landwirtin ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Im ersten Wahlgang hatten sie mit 36 und 34 Stimmen fast gleich viele Unterstützer im Saal. Lediglich fünf Stimmen entfielen auf Sabine Hug aus Illmensee, Kreisrätin im Kreis Sigmaringen. Im zweiten Wahlgang war das Ergebnis klar: 41 Grüne votierten für Heubuch und 31 für Pfänder.

„Wir können Klimawandel und heraufziehenden Faschismus nur verhindern, indem wir aufhören, Armut als individuelles Problem zu betrachten“: Der 20-jährige Tizio Pfänder punktete vor allem bei den jungen Mitgliedern der Grünen im Bodenseekreis.
„Wir können Klimawandel und heraufziehenden Faschismus nur verhindern, indem wir aufhören, Armut als individuelles Problem zu betrachten“: Der 20-jährige Tizio Pfänder punktete vor allem bei den jungen Mitgliedern der Grünen im Bodenseekreis. | Bild: Claudia Wörner

Die Politik habe in jüngster Zeit schnell sehr viel Geld in die Hand genommen, sagte Heubuch in ihrer zehnminütigen Redezeit. „Meine Sorge ist, dass die Probleme aus der Zeit vor Corona ins Hintertreffen geraten und der Green Deal in der Versenkung verschwindet.“ Ihrer Meinung nach lassen sich Ökologie und Ökonomie aber nicht voneinander trennen. „Wir müssen jedes einzelne Problem angehen, aber nicht mit Scheuklappen“, betonte sie. Der Umbau der Wirtschaft funktioniere nur, wenn die Änderungen zusammen gestaltet würden. „Wer sich abgehängt fühlt, den interessiert der Klimawandel nicht.“

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Ökologie, Ökonomie sowie soziale Gerechtigkeit und Teilhabe

In der Agrarökologie wie in der Gemeinwohlökonomie seien wichtige Antworten zu finden. „Die drei Pfeiler sind Ökologie, Ökonomie sowie soziale Gerechtigkeit und Teilhabe. Und genau diese drei Grundsätze stellen die Basis meines politischen Denkens und Handelns dar“, erklärte Heubuch, die im Europäischen Parlament von 2014 bis 2019 im Ausschuss für Entwicklungszusammenarbeit und im Agrarausschuss tätig war.

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Maria Heubuchs Herzensthema ist die Landwirtschaft. Sie spiele beim Artenschwund und im Umweltschutz eine entscheidende Rolle. Neue Ackerbaustrategien, die Reduktion von Pestiziden, Umbau der Tierhaltung und Ernährungswende sind für sie essenzielle Bausteine des Klimaschutzes.

Die Grünen im Bodenseekreis nominierten Maria Heubuch (Mitte) als Kandidatin für die Bundestagswahl 2021. Die Landtagsabgeordneten Martin Hahn aus Überlingen und Andrea Bogner-Unden aus Sigmaringen gratulierten.
Die Grünen im Bodenseekreis nominierten Maria Heubuch (Mitte) als Kandidatin für die Bundestagswahl 2021. Die Landtagsabgeordneten Martin Hahn aus Überlingen und Andrea Bogner-Unden aus Sigmaringen gratulierten. | Bild: Claudia Wörner

Während bei Sabine Hug ökologische Themen und Bewusstseinsschulung im Mittelpunkt stehen, sind bei Tizio Pfänder Familien- und Fiskalpolitik oben auf der Agenda. Von seiner zehnminütigen Redezeit verschenkte der Student fünf Minuten. Bei der gemeinsamen Fragerunde ging es um den Ausbau der B 31-neu zwischen Immenstaad und Meersburg. Hier waren sich alle Kandidaten einig, dass sie möglichst wenig Fläche verbrauchen wollen und ihr Hauptaugenmerk auf den ÖPNV legen.

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„Manchmal beinhaltet die Lösung eines Problems auch, aus Komfortzone und Bequemlichkeit herauszutreten“: Sabine Hug, Grüne Kreisrätin im Landkreis Sigmaringen, bei ihrer Rede für die Nominierung als Kandidatin bei der nächsten Bundestagswahl.
„Manchmal beinhaltet die Lösung eines Problems auch, aus Komfortzone und Bequemlichkeit herauszutreten“: Sabine Hug, Grüne Kreisrätin im Landkreis Sigmaringen, bei ihrer Rede für die Nominierung als Kandidatin bei der nächsten Bundestagswahl. | Bild: Claudia Wörner

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