Die VHS Bodenseekreis besitzt keine eigenen Räume und ist auf Räume von 21 Kommunen des Kreises, darunter auch Schulen, angewiesen. Doch bis zum 14. Juni verbietet die Corona-Verordnung, Schulräume für außerschulische Zwecke zu nutzen. Auch die Gemeinden hatten Bedenken, ihre Räume externen Nutzern zu überlassen. Somit waren Kurse bisher unmöglich. Anders bei der VHS Friedrichshafen. Diese verfügt zwar über ein eigenes Raumangebot, dehnt sich aber zusätzlich über Zimmer des Karl-Maybach- und Graf-Zeppelin-Gymnasiums aus. So einigten sich beide Volkshochschulen auf einen gemeinsamen Start.

Volkshochschulen in der Region

Und dieser fällt bis auf Weiteres ziemlich verhalten aus. Gänzlich untersagt sind alle Veranstaltungen, in denen ein erhöhtes Infektionsrisiko zu befürchten ist. Darunter fallen aus hygienischen Gründen neben Koch- und Backkursen sowie Weinseminaren auch solche mit Körperkontakt. Massage, Aerobic und Kickboxen sind deshalb ebenso tabu wie Kurse, bei denen der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann.

Verschiedene Verordnungen müssen berücksichtigt werden

Aktuell würden mindestens sechs Corona-Verordnungen auf den VHS-Unterrichtsbetrieb zutreffen, teilt die VHS Bodenseekreis mit. „Das alles unter einen Hut zu bekommen, ist eine vorher nie dagewesene Herausforderung für das gesamte Team“, sagt der Leiter Daniel Kottenrodt. Neben den Abstandsregeln bei Theoriekursen machen die mannigfaltigen Flächenvorgaben pro Person bei den Bewegungsangeboten – zwischen zehn und 40 Quadratmetern je nach Bewegungsmuster – eine Teilung der Kurse nötig. Ein Problem bei knappem Raumangebot.

Daniel Kottenrodt
Daniel Kottenrodt | Bild: VHS Bodenseekreis

Darüber hinaus muss die VHS Bodenseekreis ein Hygienekonzept umsetzen, das individuell auf die 200 genutzten Räume – über nahezu den gesamten Landkreis verteilt – angepasst werden muss. Dazu gehören neben der regelmäßigen Reinigung auch Handwaschmöglichkeiten, Papierhandtücher und die Aushänge mit den Informationen über Verhaltensregeln, etwa das Tragen von Mund-Nasen-Schutz im Eingangsbereich.

Alle Termine bis 15. Juni ersatzlos gestrichen

„Wir rechnen damit, dass im laufenden Semester zirka 90 Prozent des Kursangebotes komplett ausfällt oder nur sehr stark eingeschränkt stattfinden kann“, sagt Kottenrodt. Alle Veranstaltungen mit einzelnen oder wenigen Terminen zwischen 16. März und 15. Juni habe man ersatzlos streichen müssen, jetzt dürften viele entweder nicht stattfinden oder könnten aufgrund der benötigten Raumgröße nicht angeboten werden.

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VHS Bodenseekreis rechnet mit Verlust von 500.000 Euro für Semester

Beiden Volkshochschulen sei es gelungen, einige Sprachkurse, Bewegungs- und Entspannungsübungen sowie Kurse zur beruflichen Weiterbildung über die VHS-Cloud, die Online-Plattform des VHS-Verbands, oder andere Plattformen weiterzuführen, trotzdem seien die finanziellen Einbußen erheblich. Während die VHS Friedrichshafen, laut Aussage der Stadt, deren Höhe noch nicht beziffern kann, geht die VHS Bodenseekreis von einem Verlust von rund 500 000 Euro für das laufende Semester aus.

Teilnehmer bekommen Gebühren erstattet

Denn Teilnehmer zahlen ausschließlich für einen Termin, der stattgefunden hat, es sei denn, ausgefallene Kurse können ans Ende des Semesters angehängt werden, informiert Daniel Kottenrodt. Bereits abgebuchte Entgelte würden entsprechend zurückerstattet. Kursleiter auf Honorarbasis würden nur für die stattgefundenen Termine bezahlt.

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