Die Volksbank Friedrichshafen-Tettnang und die VR-Bank Ravensburg-Weingarten wollen zu einer großen Genossenschaftsbank in der Region Bodensee-Oberschwaben verschmelzen. Die Aufsichtsräte beider Banken haben in getrennten Sitzungen bereits einstimmig grünes Licht für weitere Gespräche und Fusionsverhandlungen gegeben, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

Der juristische Zusammenschluss beider Häuser soll zum 1. Januar 2023 erfolgen. Das ist nur rückwirkend möglich, denn über die Fusion entscheiden letztlich die Mitglieder. Sie wurden nach Volksbank-Angaben bereits schriftlich benachrichtigt und sollen weitere Informationen bei Veranstaltungen im kommenden Frühjahr erhalten. Im Juni 2023 stehen dann die Entscheidungen in den Vertreterversammlungen an. Es folgen die Eintragung ins Genossenschaftsregister und der technische Zusammenschluss.

Warum fusionieren die Banken überhaupt?

Die Betriebsgröße der fusionierten Bank ist aus Sicht der Verantwortlichen eine gute Basis für eine starke regionale Genossenschaftsbank. Eine Bündelung der Kräfte ist – so die Überzeugung der Vorstände und Aufsichtsräte – die richtige strategische Antwort auf aktuelle und künftige Herausforderungen. Von der größeren Einheit versprechen sich die zwei benachbarten Banken Vorteile für alle Seiten. Mitglieder und Kunden sollen damit beispielsweise ein noch größeres und spezielleres Beratungs- und
Betreuungsangebot nutzen können – so das Ziel.

Der Vorstand (von links): Jürgen Nachtnebel, Thomas Stauber, Jürgen Strohmaier, Arnold Miller und Dirk Bogen.
Der Vorstand (von links): Jürgen Nachtnebel, Thomas Stauber, Jürgen Strohmaier, Arnold Miller und Dirk Bogen. | Bild: VR-Bank Ravensburg-Weingarten

Kreditinstitute würden durch den Gesetzgeber vor immer neue Herausforderungen gestellt. Die steigenden regulatorischen Anforderungen könne man gemeinsam besser bewältigen und durch die Vermeidung von Doppelarbeiten schließlich auch Kosten senken. Mit der erfolgreichen Fusion würde eine große und starke genossenschaftliche Regionalbank in Baden-Württemberg entstehen, heißt es in der Mitteilung weiter.

Zusage: Jeder Mitarbeiter wird gebraucht

Für die Mitarbeiter machen die Volksbanken deutlich: Keiner wird fusionsbedingt seinen Arbeitsplatz verlieren. Jeder werde gebraucht. Anders als bei früheren Fusion gebe es bei diesem Zusammenschluss ohnehin keine räumlichen Überschneidungen. Filialschließungen sind nicht geplant.