Anfang August kam es an einem Tag zu zwei Unfällen auf der Bundesstraße 31 zwischen Kressbronn und Lindau. Mehrere Menschen wurden dabei verletzt, einige sogar schwer.

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Immer wieder passieren in diesem zweispurigen Bereich der B 31 schwere Unfälle. Doch ein Ausbau der Straße ist nach aktuellem Stand nicht in Sicht. Das geben das Regierungspräsidium (RP) Tübingen und das Staatliches Bauamt Kempten auf Nachfrage des SÜDKURIER bekannt. Der Zuständigkeitsbereich für die Bundesstraße liegt hier nämlich in zwei Bundesländern, Baden-Württemberg und Bayern.

Bayern will Straße ausbauen, Baden-Württemberg lehnt ab

Werner Schmid vom Bauamt Kempten erklärt, dass die Straße „Ende der 90er Jahre – entsprechend dem damaligen Verkehrsaufkommen – einbahnig gebaut“ wurde. Zwar habe Bayern zum Bundesverkehrswegeplan 2030 einen Ausbau der B 31 mit vier Fahrstreifen angemeldet, Baden-Württemberg habe die Anmeldung des Ausbaus jedoch abgelehnt.

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Seitens des Regierungspräsidiums Tübingen heißt es dazu: „Ein vierstreifiger Neu- und Ausbau ist im aktuellen Bundesbedarfsplan auf baden-württembergischer Seite nicht vorgesehen, das heißt wir können hier nicht zweibahnig planen.“

In beiden Bundesländern stehen wichtigere Projekte an

Der Ausbau der B 31 sei nun auf bayerischer Seite nachrangig als „weiterer Bedarf“ eingestuft. Da es in Bayern derzeit wichtigere Projekte gibt, wie beispielsweise die Bundesstraße 12 zwischen Kempten und Buchloe, sind hinsichtlich der B 31 keine Maßnahmen geplant.

Auch in der Region Bodensee-Oberschwaben gibt es sieben Großprojekte im Zuge der B 31 und B 30, die derzeit als wichtiger eingestuft sind. „Unser Fokus ist aktuell auf die Realisierung dieser Projekte gerichtet“, sagt Ellen Siegel von der Pressestelle des RP Tübingen.

Studie zu dreispurigen Ausbau schon vor etwa zehn Jahren

Auch wenn die Umsetzung aktuell sowohl in Baden-Württemberg als auch in Bayern nicht auf der Agenda steht – Ideen rund um den Ausbau der B 31 zwischen Kressbronn und Lindau sind nicht neu.

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Bereits um das Jahr 2010 habe es eine „Machbarkeitsstudie“ des Regierungspräsidiums Tübingen zu einem teilweise dreistreifigen Ausbau gegeben, bei dem erste technische Vorentwürfe erstellt wurden. „Dabei hat sich schnell gezeigt, dass die Landschaftsplanung und der Grunderwerb hier maßgebende, aber äußerst schwierig zu erfüllende Größen sind“, so Ellen Siegel.

Untersuchung der bayerischen B 31 im Herbst 2019

Neben dem Ausbau der Straße, der damit erstmal vom Tisch zu sein scheint, gibt es weitere Maßnahmen, die helfen sollen, das Unfallrisiko zu minimieren. Auf der bayerischen Seite der B 31 gab es im September 2019 dazu eine Untersuchung des Unfallgeschehens mit Vertretern der Polizei, der Verkehrsbehörde und des Staatlichen Bauamtes Kempten. „Die überwiegende Anzahl der Unfälle, so auch die erst jüngst geschehenen, sind auf Unachtsamkeit oder gesundheitliche Probleme der Fahrer zurückzuführen“, sagt Schmid vom Bauamt Kempten.

Ergebnis der Besprechung: Markierungen werden verbessert

Keiner der besprochenen Unfälle könne auf überhöhte Geschwindigkeit oder missglückte Überholmanöver zurückgeführt werden. Als Ergebnis der Besprechung im vergangenen Herbst wurde festgelegt, die Markierungen an den Straßen zu verbessern.

„Östlich des Tunnels wurde die sogenannte Warnlinie, die unterbrochene Mittelmarkierung mit geringem Strichabstand, verlängert sowie Rand- und Mittelmarkierung als sogenannte Agglomerat-Markierung ausgeführt, die beim Befahren Geräusche von sich gibt“, zählt Schmid auf. Letzteres soll Fahrer warnen, die aus Unachtsamkeit von der Fahrbahn abkommen.

Keine Geschwindigkeitsbegrenzung geplant

Geschwindigkeitsreduzierungen seien auf der Bundesstraße 31 keine vorgesehen. „Diese vergrößern noch eher die Monotonie der Strecke und damit die Unaufmerksamkeit der Autofahrer“, begründet Schmid.

Maßnahmen auf der württembergischen Seite der B 31 sind derzeit keine geplant, heißt es von der Pressestelle des Landratsamtes Bodenseekreis. „Vor etwa einem Jahr wurde auf einem großen Teil der Strecke ein Überholverbot eingerichtet. Für weitere Maßnahmen muss es eine Unfallhäufung und auch ein Muster bei den Unfallursachen erkennbar sein. Aktuell ist das hier nicht der Fall“, so Robert Schwarz, Pressesprecher des Landratsamtes Bodenseekreis.

Die beteiligen Behörden (Straßenverkehr, Straßenbau, Polizei) seien in regelmäßigem Austausch über das Unfallgeschehen, um bei Bedarf reagieren zu können.

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