Vor der Obi-Filiale ist der Schilderwald gewachsen. Links neben dem gewohnten Eingang, über den weiterhin „Click und Collect“ für Baumarktprodukte betrieben wird, beginnt die Beschilderung zum 80 Meter entfernten Direkteingang ins Gartencenter.

Bei Obi ist lediglich das Gartencenter geöffnet, Baumarkt-Produkte dürfen weiterhin nur per „Click und Collect“ verkauft werden. Der Eingang zum Gartencenter liegt etwa 80 Meter links vom Haupteingang.
Bei Obi ist lediglich das Gartencenter geöffnet, Baumarkt-Produkte dürfen weiterhin nur per „Click und Collect“ verkauft werden. Der Eingang zum Gartencenter liegt etwa 80 Meter links vom Haupteingang. | Bild: Lena Reiner

Dass nur dieses und nicht wie im benachbarten Bayern der gesamte Baumarkt geöffnet ist, sorgt zusätzlich zu der neuartigen Wegeführung für eine gewisse Verunsicherung bei den Kunden. Das zeigt unsere Stippvisite am Montagvormittag. Marktleiter Burkhard Schmidt bestätigt den Eindruck und ergänzt: „Auch unsere Kunden müssen sich zunächst wieder an eine gewisse Einkaufsnormalität gewöhnen.“ Insgesamt herrsche aber die Freude vor, die die Kunden auch gegenüber den Mitarbeitern äußerten und auch das Team sei froh, in einem ersten Schritt wieder zurück zur „Normalität“ gelangen zu dürfen.

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Vor dem Gartencenter Dehner herrscht derweil schon reger Betrieb. Doch auch hier wirkt die Stimmung etwas verunsichert. Namentlich zitieren lassen möchte sich daher auch keiner der Hobbygärtner, die hier Blumen für Balkon, Terrasse und Garten kaufen.

Diana Negráo, Inhaberin der Blumenhandlung „Opus“ im Stadtteil Hofen, lächelt und sagt: „Es ist wunderbar, dass wir wieder aufmachen dürfen.“ Mit ernsterer Miene ergänzt sie: „Gleichzeitig wünsche ich mir, dass unsere Nachbarn ihr Modegeschäft auch bald öffnen dürfen.“ Die kleinen Läden, in denen sowieso nie Gedränge herrsche, stellten doch kein Infektionsrisiko dar, zeigt sie sich überzeugt.

Diana Negráo mit den frischen Rosen, die sie an diesem Tag für den Verkauf vorbereitet hat.
Diana Negráo mit den frischen Rosen, die sie an diesem Tag für den Verkauf vorbereitet hat. | Bild: Lena Reiner

Ein paar Straßen weiter hat auch die Blumenhandlung Röhm wieder geöffnet. Axel Röhm freut sich, wieder Kunden bedienen zu dürfen: „Wir haben mit Weihnachten und dem Valentinstag schon zwei der wichtigsten Termine für den Blumenverkauf verpasst“, sagt er.

Axel Röhm ist auf die Wiedereröffnung bestens vorbereitet.
Axel Röhm ist auf die Wiedereröffnung bestens vorbereitet. | Bild: Lena Reiner

Das Jahr beginne immer mit einem kleinen Minus, da der Januar kein verkaufsstarker Monat sei, in diesem Jahr sei aber deutlich mehr aufzuholen: „Ein Kollege hat das neulich schön zusammengefasst“, erzählt Röhm. „Er sagte: Wenn wir sonst zehn Meter vor der Startlinie beginnen, sind es in diesem Jahr 100.“

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Noch ein Stück weiter, direkt am Friedhof, summen beim Blumenhaus Mayer schon Bienen von Blüte zu Blüte. Die Hälfte der hier verkauften Pflanzen stammt aus der eigenen Gärtnerei. „Ich bin froh, dass wir öffnen dürfen“, erklärt Florian Mayer. „Pflanzen sind Lebewesen und jetzt, während draußen Krokusse und Schneeglocken aus dem Boden spitzeln, stehen unsere in den Gärtnereien vorgetriebenen Pflanzen bereits in voller Blüte.“ Unverkauft würden sie sonst letztlich auf dem Kompost landen: „Daher haben meine Kollegen und ich auch so darauf gedrängt, bald aufmachen zu dürfen“, schildert Mayer. Auch habe es schon wehgetan, räumt er ein, zu sehen, wie nun Supermärkte die üblichen Frühlingsblüher ins Sortiment aufgenommen hätten.

Florian Mayer setzt im eigenen Gewächshaus auf Bioerde und Nützlinge statt giftiger Spritzmittel. Außerdem verzichtet er nach eigenen Angaben, wann immer möglich, auf Plastiktöpfe: „Die Blüten wären so grundsätzlich zum Verzehr geeignet.“
Florian Mayer setzt im eigenen Gewächshaus auf Bioerde und Nützlinge statt giftiger Spritzmittel. Außerdem verzichtet er nach eigenen Angaben, wann immer möglich, auf Plastiktöpfe: „Die Blüten wären so grundsätzlich zum Verzehr geeignet.“ | Bild: Lena Reiner

Doch nicht nur das spreche für die Öffnung der Blumenhandlungen. „Blumen tun der Seele gut, daher sind sie gerade in so einer Zeit wichtig für die Menschen.“ Um zusätzlich Freude zu teilen, hat er kleine Überraschungstütchen für die Kunden vorbereitet. Lorbeerblätter zum Kochen stecken darin, natürlich von den eigenen Bäumchen.