Die Rückerstattung des Eigenanteils für die Schülermonatskarten hatte schon im Frühjahr vergangenen Jahres für Diskussionen gesorgt. Jetzt sind die Schulen coronabedingt wieder geschlossen und erneut wird die Rückgabe der Schülermonatstickets zum Streitpunkt.

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Anders als im vergangenen Frühjahr gibt es kein Rundschreiben des Verbunds an die Eltern. Elternbeiratsvorsitzender Yacin Filali aus Friedrichshafen sagt: „Ich habe erst davon erfahren, als ich proaktiv auf die Schule zuging. Da wurde mir dann die Pressemitteilung von Bodo weitergeleitet.“ Doch nicht nur der Umstand, dass die Information nicht etwa (ungefragt) vom Verbund an die Schulen oder direkt an die Eltern geschickt worden sei, verärgert ihn. „Der Ton macht die Musik“, findet er.

Nachträgliche Rückgabe ist nicht möglich

In roten Buchstaben ist in der Mitteilung hervorgehoben: „Eine nachträgliche Rückgabe der Januarkarten im Listenverfahren ist aus verfahrenstechnischen Gründen nicht möglich.“ Die Rückgabe habe im Vormonat zu erfolgen, führt der Text aus. „Die Eltern hatten dazu ja gar keine Chance. Wir wussten im Dezember ja nicht, dass die Schulen am 10. Januar nicht wieder geöffnet werden würden“, betont Filali.

Yacin Filali bezeichnet die verlängerte Ferienregelung für die Schülermonatstickets als eine Farce: „Es ist doch alles geschlossen: Läden, Freizeiteinrichtungen. Wohin sollen die Schüler mit den Tickets denn fahren?“
Yacin Filali bezeichnet die verlängerte Ferienregelung für die Schülermonatstickets als eine Farce: „Es ist doch alles geschlossen: Läden, Freizeiteinrichtungen. Wohin sollen die Schüler mit den Tickets denn fahren?“ | Bild: privat

Den am Ende des Schreibens stehenden Hinweis, dass die Ferienregelung für die Schülermonatskarten bis 31. Januar verlängert werde, diese also weiterhin als Netztickets genutzt werden könnten, bezeichnet der Elternvertreter des Häfler Graf-Zeppelin-Gymnasiums als Farce.

„Es ist doch alles geschlossen: Läden, Freizeiteinrichtungen. Wohin sollen die Schüler mit den Tickets denn fahren?“
Yacin Filali, Elternbeiratsvorsitzender

„Es ist doch alles geschlossen: Läden, Freizeiteinrichtungen. Wohin sollen die Schüler mit den Tickets denn fahren?“ Als er die Information an die Eltern weitergeleitet habe, habe er einige Reaktionen erhalten. Unverständnis herrsche darüber, dass nicht wie im Vorjahr eine Erstattung beziehungsweise Verrechnung für die nicht genutzten Tickets direkt angekündigt worden sei. „Gestern hat mich eine Art Notruf von Eltern erreicht, die beide derzeit in Kurzarbeit sind. Für sie ist das besonders schlimm, Geld für etwas auszugeben, das gar nicht genutzt wird“, ergänzt Filali.

Auf Rückfrage des SÜDKURIER hatte Pressesprecherin Anne Hackert für den Verkehrsverbund Bodo erklärt: „Für den kommenden Monat Februar besteht grundsätzlich eine Rückgabemöglichkeit.“

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Filali hingegen möchte den Eltern nicht raten, noch im Januar fristgerecht das Februarticket zurückzugeben. „Aktuell heißt es ja, dass die Schulen am 14. Februar öffnen. Wer dann ohne Monatsticket dasteht, für den wird es teurer und umständlicher. Daher gehen wir jetzt das Risiko ein.“ Er betont, dass er die Landesregierung in der Verantwortung sehe, hier eine Lösung zu finden: „Schließlich ist die Schulschließung ja auch dort beschlossen worden.“

Das Verkehrsministerium Baden-Württemberg erklärt auf Nachfrage dazu: „Das Ministerium für Verkehr hat das Problem der ungenutzten Schülermonatskarten erkannt und wird hierzu nun weitere Gespräche führen.“ Die Entscheidung, ob das Land erneut die Kosten dafür übernehme, müsse letztlich abgestimmt innerhalb der Landesregierung getroffen werden.