Ob sie nun eine Gemeinde mit knapp 2000 Bürgern vertreten oder das Oberhaupt einer Stadt mit fast 60 000 Einwohnern sind, eines treibt sie alle um: Gastronomie und Einzelhandel befinden sich seit fast einem Jahr im Ausnahmezustand, viele Betriebe liegen wirtschaftlich am Boden und es braucht dringend sichere Öffnungsstrategien.

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Daher haben sie sich die 23 Bürgermeister im Bodenseekreis zusammengeschlossen und im Namen des Gemeindetags Baden-Württemberg, Kreisverband Bodenseekreis, einen Brief nach Stuttgart geschickt.

Darin heißt es: „Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Kretschmann, wir bitten Sie eindringlich, das Tübinger Modell mit entsprechenden Hygienekonzepten und Teststrategien auf das gesamte Land zu übertragen, damit in unseren Innenstädten und Gemeinden wieder der Einzelhandel als auch die Gastronomie öffnen kann. Nur so kann die noch drohende Insolvenzwelle abgemildert werden, denn sonst droht eine nachhaltige Verödung der Innenstädte und Gemeinden. Der Schaden wäre irreparabel.“

Es müssen mehr Indikatoren berücksichtigt werden

Der neueste Corona-Beschluss zeige nach Ansicht der 23 Bürgermeister, dass „Bund und Länder weiterhin wie gebannt auf die Inzidenzen starren. Stattdessen müssen wir dringend wegkommen von einer alleinigen Betrachtung der Inzidenzwerte als Grund für Schließungen, hin zu einer ganzheitlichen Betrachtungsweise unter Berücksichtigung aller relevanten Indikatoren“. Gemeint ist damit: Wie sieht es mit den Intensivbettenbelegungen aus? Wie sind die Krankheitsverläufe? Wie viele sind schon geimpft oder welche Mittel gebe es mittlerweile um Krankheitsverläufe zu mildern?

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„Das bringt den restlichen Städten und Gemeinden herzlich wenig“

Den Ansatz in Tübingen beobachte man mit großem Interesse. Allerdings „bringt dieser Testversuch den restlichen Städten und Gemeinden mit ihren Einzelhandelsstrukturen herzlich wenig, wenn er eben nur in Tübingen durchgeführt und nicht auf das gesamte Land übertragen wird“. Die Bürgermeister sind der Überzeugung, dass mit dem Aufbau einer flächendeckenden Testinfrastruktur und mit strengen Hygienekonzepten eine Öffnung des Einzelhandels und der Gastronomie wieder möglich sein könnte.

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Unterschiedliche Regelungen in den Landkreisen würden zu unerwünschten Verwerfungen führen und seien für Betriebe und Bürger kaum mehr nachvollziehbar. Die künftigen Regelungen der Corona-Verordnung müssten daher landeseinheitlich gelten. „Dies gilt sowohl für die Notbremse als auch die vom Bund ins Spiel gebrachten zusätzlichen Maßnahmen in besonders betroffenen Landkreisen.“

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