Am Freitag kam es direkt am Klinikum Friedrichshafen zu einem tödlichen Unfall: Ein 39-Jähriger verlor aus bislang ungeklärten Gründen die Kontrolle über das Fahrzeug, in dem er gemeinsam mit einer 33-jährigen Beifahrerin und einer 31-jährigen Schwangeren auf dem Rücksitz unterwegs war. Das Auto schrammte an der Außenwand des Klinikums entlang und prallte gegen eine Betonmauer. Der Fahrer erlag bereits kurz nach dem Unfall seinen Verletzungen, die Schwangere konnte zunächst reanimiert werden, starb schließlich aber am Samstagvormittag ebenfalls.

Keine neuen Angaben zum Gesundheitszustand des Babys und der Beifahrerin

Das Neugeborene, das unmittelbar nach dem Unfall per Notkaiserschnitt geholt wurde und ebenfalls reanimiert werden musste, befindet sich nach jüngstem Kenntnisstand derzeit in einer Spezialklinik in intensivmedizinischer Behandlung. Bis zum Redaktionsschluss am Montagabend konnte die Pressestelle der Polizei gegenüber dem SÜDKURIER keine neuen Angaben machen. Auch über den Gesundheitszustand der Beifahrerin ist lediglich bekannt, dass sie bei dem Unfall verletzt wurde. Die Ermittlungen zur Unfallursache dauern an.

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„Der Ausgang des Unfalls ist unfassbar tragisch, auch für die Mitarbeitenden des Klinikums Friedrichshafen. Viele von ihnen waren unmittelbar Zeuge des Unfalls oder trafen sofort am Ort des Geschehens ein“, heißt es in einer Pressemitteilung des Klinikums. „Dementsprechend konnten wir auch erleben, wie schnell, professionell, engagiert und gezielt unsere Mitarbeitenden die Unfallopfer versorgt haben“, wird MCB-Geschäftsführerin Margita Geiger zitiert.

Auch Rettungsdienst-Mitarbeiter, die zu dieser Zeit eigentlich Patienten in die Zentrale Notaufnahme gebracht hätten, seien sofort da gewesen und hätten bei der Bewältigung der Situation geholfen: Drei Verletzte, von denen zwei sofort reanimiert werden mussten, einen sich anschließenden Notfallkaiserschnitt und Massivtransfusion hätte man wohl bei jeder Übung als überzogen angesehen, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Geschäftsführung wendet sich mit Brief an Mitarbeiter

Die Lage sei aber auch deshalb brenzlig gewesen, weil nur durch schnelles Handeln ein offenes Feuer im Auto habe verhindert werden können – in direkter Nachbarschaft zum Klinikumsgebäude und zu den in der Zufahrt stehenden Rettungswagen. „Uns beeindruckt zutiefst, wie dieser Einsatz bewältigt wurde – sei es am Unfallort, im Schockraum, in der Notfallaufnahme, im OP oder auf der Intensivstation“, so Margita Geiger im Namen des Direktoriums. Am Montag habe sich daher die Geschäftsführung in einem Brief an die Mitarbeitenden des Klinikums gewandt, um allen zu danken.

Die Hilfsbereitschaft hat währenddessen weite Kreise gezogen. So klingelte am Montagmorgen das SÜDKURIER-Telefon mit einer unbekannten Ortsvorwahl und der Frage nach einem Spendenkonto für die Hinterbliebenen. Tanja Vetter ist in Friedrichshafen aufgewachsen, lebt aber inzwischen in Lauben bei Kempten und hat von dem schweren Unfall durch ihre Tochter erfahren. Auf Facebook habe sie verfolgt, wie der Schwager der Verstorbenen versucht habe, ein Spendenkonto anzulegen: „Das hat nicht funktioniert und so habe ich ihm dann meine Unterstützung angeboten. Wir haben heute auch dazu telefoniert. Ich weiß daher, dass der Vater des Neugeborenen nun mit drei Kindern alleine ist.“ Die Familie sei dankbar für jede Unterstützung.

Sie selbst könne Unfallschäden an Fahrzeugen und ihre Folgen recht gut einschätzen, da sie selbst eine Zeit bei der Freiwilligen Feuerwehr in Tettnang aktiv gewesen sei. Sie habe daher schon die Fotos vom Unfallfahrzeug schlimm gefunden: „Da findet man keine tröstenden Worte mehr. Da ist es gut, wenn man mit Taten helfen kann.“ Sie selbst sei daher aktiv geworden, habe Hilfe angeboten und wolle nun versuchen, bei der Spendensammlung zu unterstützen. „In der Not spielt es keine Rolle, ob man sich kennt“, betont sie.