Die schwangere Frau, die bei einem Unfall in Friedrichshafen lebensgefährlich verletzt wurde, ist gestorben. Die Ärzte konnten sie nach dem Unfall am Freitag noch wiederbeleben, am Samstag sei sie dann jedoch ihren Verletzungen erlegen, teilte die Polizei mit. Zuvor war ihr Kind per Not-Kaiserschnitt geholt und anschließend in eine Spezialklinik gebracht worden. Sein Zustand sei weiterhin lebensgefährlich, sagte ein Polizeisprecher.

39-Jähriger Fahrer starb bereits kurz nach dem Unfall

Die Frau war am Freitag zusammen mit einem Verwandten auf dem Weg in ein Krankenhaus. Nach Zeugenaussagen fuhr der Wagen des 39-Jährigen mit hohem Tempo die Zufahrt zum Krankenhaus hinauf und prallte dabei frontal gegen eine Betonmauer. Es sei möglich, dass der Fahrer wegen eines medizinischen Notfalls die Kontrolle über das Auto verloren habe, hieß es. Für den 39-Jährigen kam jede Hilfe zu spät. Eine weitere Frau in dem Wagen wurde schwer verletzt. Die Verkehrspolizei Ravensburg ermittelt nun zur Unfallursache.

Am Freitagmittag blieb die direkte Zufahrt zum Häfler Klinikum mehrere Stunden lang gesperrt. Auf Höhe des medizinischen Versorgungszentrums versperrte ein Polizeifahrzeug Durchfahrenden den Weg. Direkt am Klinikum hatte sich der schwerer Autounfall ereignet.

Das Unfallfahrzeug bot ein dramatisches Bild: Auf der Seite liegend war bei dem Unfall an der Wand des Klinikums stecken geblieben, an der es zuvor laut Zeugenaussagen „entlanggeschrammt“ war. Außer dem Fahrer – einem 39-jährigen Mann – saßen laut Polizeisprecher Oliver Weißflog zwei Frauen in dem Wagen: eine 33-Jährige auf dem Beifahrersitz, eine hochschwangere 31-Jährige auf der Rückbank.

Ein Polizeifahrzeug versperrt die direkte Zufahrt zum Klinikum.
Ein Polizeifahrzeug versperrt die direkte Zufahrt zum Klinikum. | Bild: Lena Reiner

„Wir schließen aufgrund der bisherigen Informationen und von Zeugenaussagen eine Fremdeinwirkung aus“, erläuterte der Polizeisprecher vor Ort. Aufgrund des Unfallhergangs sei es möglich, dass beim Fahrer ein medizinisches Problem aufgetreten sei. Er sei mit überhöhter Geschwindigkeit in Richtung der Einfahrt rechts des Gebäudes gefahren und habe die Kontrolle über das Fahrzeug verloren.

„Dass durch die unmittelbare Nähe zum Klinikum direkt versiertes Personal vor Ort war und ein Notkaiserschnitt durchgeführt werden konnte, hat dazu beigetragen, dass das Kind gerettet werden konnte.“
Oliver Weißflog, Polizeisprecher

Die Feuerwehr sei mit 20 Einsatzkräften vor Ort gewesen und habe die drei Fahrzeuginsassen befreit. „Dass durch die unmittelbare Nähe zum Klinikum direkt versiertes Personal vor Ort war und ein Notkaiserschnitt durchgeführt werden konnte, hat dazu beigetragen, dass das Kind gerettet werden konnte“, sagte Weißflog.

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Mutter und Kind mussten reanimiert werden

Der Fahrer erlag auf der Intensivstation seinen schweren Verletzungen, so Volker Wenzel, Chefarzt und Zentrumsdirektor der Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie. „Wir haben einen Notkaiserschnitt vorgenommen und mussten die Mutter und das Kind reanimieren.“ Die Frau starb am Samstag an ihren Verletzungen. Die 33-jährige Frau, die auf dem Beifahrersitz saß, wurde ebenfalls mit schweren Verletzungen im Krankenhaus aufgenommen.

Das Unfallfahrzeug war gegen eine Wand des Klinikums geprallt, daran entlanggeschrammt und gegen eine Mauer geprallt.
Das Unfallfahrzeug war gegen eine Wand des Klinikums geprallt, daran entlanggeschrammt und gegen eine Mauer geprallt. | Bild: Lena Reiner

Chefarzt Wenzel sagte, sie selbst seien alle auch geschockt gewesen, da es sich bei der Wand, gegen die das Auto gefahren sei, um die Wand zum Konferenzraum handle, in dem morgens eine Besprechung mit allen Anästhesisten stattfinde. „Wäre der Fahrer nur mit einem ein wenig anderen Winkel ins Gebäude gefahren, wäre das Auto nicht an der Mauer entlanggeschrammt, sondern mitten durch die Glasfront in den Konferenzraum geraten.“

„Wäre der Fahrer nur mit einem ein wenig anderen Winkel ins Gebäude gefahren, wäre das Auto nicht an der Mauer entlanggeschrammt, sondern mitten durch die Glasfront in den Konferenzraum geraten.“
Volker Wenzel, Chefarzt