Die Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg verbietet den Sportbetrieb in Tennishallen. Das sorgt nicht nur für Unmut unter den Anhängern des weißen Sports, sondern bringt den Betreibern der Hallen auch finanzielle Verluste. „Unsere Mitglieder und auch unsere Gästespieler sind stocksauer auf unsere Landesregierung“, sagt Lothar Bröski, Vorsitzender des Tennisclubs Salem. Natürlich sei es ihnen nicht entgangen, dass in anderen Bundesländern, beispielsweise in Hessen, die Hallen geöffnet seien. Dort werde aber nicht anders Tennis gespielt als in Baden-Württemberg.

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Anfangs noch eingeschränkte Nutzung möglich

Anfang November habe man auch hierzulande die Tennishallen in beschränktem Umfang noch nutzen dürfen. „Wenigstens einer unserer vier Hallenplätze durfte noch bespielt werden“, erklärt Bröski. Allerdings unter strengen Hygienevorkehrungen: kein Doppel, kein Duschen, kein Umziehen in der Halle, Betreten und Verlassen der Halle nur mit Mund-Nasenschutzmasken. „Diese Vorschriften wurden bei uns streng eingehalten“, betont Bröski.

Die Tennishalle des Tennisclubs Salem ist normalerweise gut ausgebucht. Doch auf Anordnung der Landesregierung ist der Tennissport in den Tennishallen untersagt. Dem Tennisclub Salem entgehen deshalb monatlich rund 7000 Euro.
Die Tennishalle des Tennisclubs Salem ist normalerweise gut ausgebucht. Doch auf Anordnung der Landesregierung ist der Tennissport in den Tennishallen untersagt. Dem Tennisclub Salem entgehen deshalb monatlich rund 7000 Euro. | Bild: Peter Schober

Pro Monat Einnahmeverluste von 7000 Euro

Nach Rücksprache mit der Gemeindeverwaltung habe man kurzzeitig sogar auf zwei Hallenplätzen Einzel spielen dürfen: auf Platz 1 und Platz 4, also mit zwei Spielfeldern Abstand dazwischen. Dann sei die Halle aber nach kurzer Dauer ohne Angaben von Gründen gesperrt worden. „Die komplette Sperrung der Halle trifft den Verein auch in finanzieller Hinsicht hart“, beklagt Bröski. Pro Monat fielen rund 7000 Euro Einnahmeverluste an.

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Sperrung auch für freiberufliche Trainer nicht nachvollziehbar

Aber nicht nur der Verein müsse finanzielle Einbußen hinnehmen. „Auch unsere freiberuflichen Trainer, die ihren Lebensunterhalt mit den Tennisstunden verdienen, stehen ohne Einkommen da“, sagt Lothar Bröski. Für sie sei es nicht nachvollziehbar, dass in einer riesigen Halle im Abstand von 20 Metern nicht Tennis gespielt werden dürfe, während man beobachten könne, dass draußen im Freien Jogger oder Nordic Walker mehr oder weniger ohne Abstand ihrem sportlichen Hobby nachgingen.

Detlef Boehnert.
Detlef Boehnert. | Bild: Dietmar Hensel
„Wenn ich mit meinen Freunden in Frankfurt telefoniere und dann höre, dass sie in der Tennishalle spielen können, packt mich die Wut auf unsere Landesregierung.“
Detlef Boehnert, Tennisclub Uhldingen

Auch für Detlef Boehnert ist die in Baden-Württemberg verordnete Schließung der Tennishallen nicht nachvollziehbar. Er ist aktives Mitglied im Tennisclub Uhldingen und spielt im Winter in der Tennishalle St. Leonhard. „Wenn ich mit meinen Freunden in Frankfurt telefoniere und dann höre, dass sie in der Tennishalle spielen können, packt mich die Wut auf unsere Landesregierung“, sagt er frustriert. Aus schierem Ärger hat er sich in einer E-Mail an den Badischen Tennisverband gewandt und darin die Funktionäre gebeten, Druck auf die Landesregierung zu machen, damit die Tennishallen hierzulande wie in Hessen wieder geöffnet werden.

Das ist auch ganz im Sinne von Lothar Bröski, der sagt: „Leider scheint unsere Lobby in der Landesregierung nicht allzu groß zu sein.“ Oder es sitze ein Ministerialer in Stuttgart, der vom Tennissport keine Ahnung habe.

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Badischer Tennisverband fordert bei Landesregierung Öffnung ein

Der Badische Tennisverband hat mittlerweile, wie Lothar Bröski weiß, reagiert und in einem Schreiben an die Landesregierung die Öffnung der Tennishalle gefordert. Schließlich schieben Lothar Bröski wie auch Detlef Boehnert noch eine politische Bemerkung nach: „Es sind ja bald Landtagswahlen.“

Am 19. Februar stellten der Badische wie auch der Württembergische Tennisverband übrigens einen Eilantrag beim Verwaltungsgerichtshof Mannheim auf sofortige Öffnung der Tennishallen.