Für Kultur- und Geschichtsliebhaber gibt es am Tag des offenen Denkmals – dem 13. September – viel zu entdecken. Auch wenn in diesem Jahr alles anders ist. „Wegen Corona verzichten wir auf Präsenzveranstaltungen.“, sagt Brigitte Mohn vom Kreisarchiv des Bodenseekreises, die die Angebote der Region koordiniert. Der Tag des offenen Denkmals findet deshalb vor allem digital und kontaktfrei statt.

Auf der Website des Bodenseekreises können Besucher sich ab dem 13. September durch verschiedene Online-Angebote klicken. „Die Seite bleibt bis Ende des Monats freigeschaltet, sodass niemand auf einen bestimmten Tag festgelegt ist“, sagt Mohn. Und sieht darin auch einen Vorteil: „In der Vergangenheit gab es so viele Angebote, dass man unmöglich alles an einem Tag schaffen konnte. Jetzt kann man sich Zeit lassen.“

Ein paar Museen und Bauwerke, die ein eigenes Hygienekonzept erarbeitet haben, öffnen dennoch am 13. September ihre Türen. Ausgewählte Programmpunkte im Überblick:

Friedrichshafen: Virtuell durchs Zeppelindorf und in die Mühle

Während das Zeppelin-Museum durch das Leben der Arbeiterbevölkerung zur Gründerzeit der Zeppelinindustrie führt und in Videos gepackt ehemalige Wohnräume aus dem Schauhaus im Zeppelindorf zeigt, bietet die Mühle Ittenhausen einen Fotorückblick. Wie sah es aus in der Mühle, in der schon im Mittelalter Mehl und später Strom produziert wurde? Und wie funktionierte das?

Schauhaus im Zeppelindorf. Hier sind ehemalige Wohnräume aus der Gründerzeit der Zeppelinindustrie zu sehen.
Schauhaus im Zeppelindorf. Hier sind ehemalige Wohnräume aus der Gründerzeit der Zeppelinindustrie zu sehen. | Bild: Zeppelin Museum

Kressbronn: Zeitzeugeninterviews zur Bodan-Werft und eine Bilderstrecke über das Leben von Theresia Milz

Durch Zeitzeugeninterviews und mittels geschichtstragender Dokumente, die auf der Homepage des Bodenseekreises online gehen, erhalten Besucher einen Einblick in die Bodan-Werft und können sich danach auf Spurensuche begeben. Denn: Auch das Gelände der Werft wird öffentlich zugänglich sein und lässt sich anhand von Schautafeln selbst erkunden.

Die Hofanlage Milz steht mit ihrem Hauptgebäude aus dem 19. Jahrhundert, dem Backhaus und der Scheune aus den 1700er Jahren und der Wirtschaft aus der Zeit um 1800 – seit den 80er Jahren unter Denkmalschutz. Denn die Anlage gilt als einer der wenigen in Baden-Württemberg noch geschlossen erhaltenen Bauernhöfe.

„Der Hof ist so, wie in ihn die letzte Bewohnerin Theresia Milz verlassen hat. Kein Museum, sondern ein echter Hof“, erläutert Mohn. Was liegt also näher, als das Leben von Theresia Milz genauer zu beleuchten? Mit einer Bilderstrecke und eingebundenen Textelementen zur Biografie von Theresia Milz wird das auf der Bodenseekreis-Seite möglich.

Theresia Milz war die letzte Bewohnerin der Hofanlage Milz. Ihr Leben in Bildern geht am Tag des offenen Denkmals auf der Internetseite des Bodenseekreises online.
Theresia Milz war die letzte Bewohnerin der Hofanlage Milz. Ihr Leben in Bildern geht am Tag des offenen Denkmals auf der Internetseite des Bodenseekreises online. | Bild: Verein zur Erhaltung der Hofanlage Milz

Ravensburg: Einen Blick auf Theaterkulissen und Führungen zur Baugeschichte

In Ravensburg gibt es die Möglichkeit, direkt am Tag des offenen Denkmals einmalige Theaterkulissen zu bestaunen. Und weil diese momentan restauriert werden, können sich Besucher vom Restaurator Raymond Bunz durch die Werkstatt führen lassen.

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Das Museum Humpis-Quartier bietet zwei kostenlose Führungen zur Baugeschichte, nämlich um 15 Uhr und um 16 Uhr, an. Weil die Teilnehmerzahl bei den Führungen coronabedingt begrenzt ist, wird um Voranmeldung unter Telefon: 0 75 1/82 82 0 oder per Mail unter mhq@ravensburg.de gebeten.

Hier im Humpis-Quartier Museum lässt sich Baugeschichte bestaunen.
Hier im Humpis-Quartier Museum lässt sich Baugeschichte bestaunen. | Bild: Wynrich Zlomke

Meersburg: Reise in die alte Baukunst

Die Stadt Meersburg hat zwar in diesem Jahr kein Angebot erarbeitet. Doch die Besitzer des Meersburger Burgkellers wollen diesen am 13. September öffentlich zugänglich machen und haben dafür ein Hygienekonzept erarbeitet. „Viele Wände und Decken sind durch die Sanierungsarbeiten noch nicht geschlossen, sodass eine spannende Reise in die alte Baukunst möglich ist“, sagt Christine Johner von der Stadt. Aufgrund der Corona-Bestimmungen ist eine schriftliche Anmeldung unter E-Mail: Steigstr26@gmx.de notwendig.

Sanierungsarbeiten im Meersburger Burgkeller.
Sanierungsarbeiten im Meersburger Burgkeller. | Bild: Jenna Santini

Langenargen und Owingen: Kleindenkmale selbst erkunden

Feld- und Wegkreuze, Brunnen, Inschriften, Gedenktafeln oder historische Grenzsteine: Der Bodenseekreis ist reich an Kleindenkmalen. Die Gemeinden Langenargen und Owingen laden deshalb zu Selbsterkundungstouren ein. Wo die Kleindenkmale – wie in Lagenargen etwa der Dammglonker oder in Owingen das Endres-Kreuz – zu finden sind, wird auf der Homepage des Bodenseekreises veröffentlicht.

Der Dammglonker: Ein Kleindenkmal in Langenargen.
Der Dammglonker: Ein Kleindenkmal in Langenargen. | Bild: Chiara Maidl

Salem: Videos vom Kloster und Backhaus

Filme und Bilderstrecken über die Geschichte und das Alltagsleben der Zisterzienser im Kloster Salem finden sich zum Tag des offenen Denkmals ebenfalls im Netz. Genauso wie Videos von den Sanierungsarbeiten des Salemer Backhauses.

Gegenüber des Backofens steht ein alter, handbetriebener Schleifstein im Salemer Backhaus.
Gegenüber des Backofens steht ein alter, handbetriebener Schleifstein im Salemer Backhaus. | Bild: Toni Ganter

Pfullendorf: Fachwerkhäuser, die Geschichten erzählen

„Ein Denkmal wahrt die Historie und erzählt Geschichten“, sagt Ulrike Schwichtenberg von der Tourist Information in Pfullendorf. Darum – weil so viele Geschichten dahinter stecken – wollte sie den Tag des offenen Denkmals auch nicht ganz ausfallen lassen. „Es gibt eine kleine Führung durch die Fachwerkhäuser“, verrät sie. Treffpunkt ist um 10.45 Uhr auf dem Marktplatz. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Um Anmeldung wird unter Telefon: 0 75 52/25 11 31 gebeten.

Eine Fachwerkführung unter Corona-Auflagen wird es auch in diesem Jahr geben.
Eine Fachwerkführung unter Corona-Auflagen wird es auch in diesem Jahr geben. | Bild: Tourist-Information Pfullendorf

Meßkirch: Zwei Stadtführungen um Garten und Baudenkmale

Die Stadt Meßkirch bietet am Tag des offenen Denkmals zwei Stadtführungen an: Die eine beschäftigt sich mit dem Hofgarten als Geschichts-und Naturdenkmal. Treffpunkt ist um 11 Uhr am Parkplatz am Eingang des Sassenagegartens. Die andere Führung dreht sich um restaurierte Baudenkmale wie dem Großherzoglichem Forstamt oder dem Schloss Meßkirch. Treffpunkt: 15 Uhr am Adlerplatz. Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl, wird für beide Rundgänge um Anmeldung unter Telefon: 0 75 75/2 06 46 gebeten.

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