Daniel Boch ist 24 Jahre alt, gelernter Landschaftsgärtner und macht derzeit sein Praktikum an der unteren Naturschutzbehörde Bodenseekreis und dem Landschaftserhaltungsverband in Friedrichshafen. Es ist Teil seines Studiums für Landschaftsplanung und Naturschutz. Politiker wollte er eigentlich nicht werden, aber: „Ich sehe eine Notwendigkeit dazu. Denn das Klima betrifft uns alle.“

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In manchen Teilen der Welt merke man den Klimawandel schon stärker, aber er betreffe dennoch alle. „Dahingehend wichtig ist die Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels, das eigentlich per Vertrag festgehalten wurde.“ Er sei nie „der große Aktivist“ gewesen, viel auf Demonstrationen gegangen. Jetzt sehe er aber die Notwendigkeit, zu handeln. Was ihm und den anderen von der Klimaliste dabei wichtig sei, sei eine wissenschaftsbasierte Herangehensweise.

Daniel Boch trägt zum Fototermin eine Maske mit Botschaft. Dabei sagt der 24-Jährige von sich selbst, er sei „nicht so der Aktivist“ und auch nicht sonderlich oft auf Demonstrationen gegangen. Gleichzeitig setzt er sich für die Themen ein, die ihm wichtig sind.
Daniel Boch trägt zum Fototermin eine Maske mit Botschaft. Dabei sagt der 24-Jährige von sich selbst, er sei „nicht so der Aktivist“ und auch nicht sonderlich oft auf Demonstrationen gegangen. Gleichzeitig setzt er sich für die Themen ein, die ihm wichtig sind. | Bild: Lena Reiner

Der Student, der in Nürtingen privat ein Urban-Garden-Projekt mitbegründet hat und dort als Ersatzkandidat antreten möchte, hat sich in Friedrichshafen gemeinsam mit Amelie Kybart aufstellen lassen. Die 19-Jährige beginnt bald ihr zweites Semester in SPE (Kurzform für Sociology, Politics and Economics) an der Zeppelin-Universität. „Ich kann noch nicht so viel Erfahrungen vorweisen wie Daniel„, sagt sie. Sie habe sich aber bereits während ihrer Schulzeit in der Schülermitverwaltung und bei Fridays for Future engagiert. Auch sie findet die Erreichung des 1,5-Grad-Ziels besonders wichtig: „Darauf haben wir uns geeinigt – und für den Einsatz für Klimagerechtigkeit. Das sind unsere Eckpunkte.“ Mit „uns“ meint sie in diesem Fall die Klimaliste Baden-Württemberg.

Amelie Kybart ist 19 Jahre alt und studiert derzeit noch im ersten Semester an der Zeppelin-Universität. Sie war in ihrer Schulzeit in der Schülermitverwaltung und bei Fridays for Future engagiert.
Amelie Kybart ist 19 Jahre alt und studiert derzeit noch im ersten Semester an der Zeppelin-Universität. Sie war in ihrer Schulzeit in der Schülermitverwaltung und bei Fridays for Future engagiert. | Bild: Lena Reiner

Doch was verbirgt sich hinter dem Begriff Klimagerechtigkeit? Franziska Grotz, eine der Gründerinnen der Klimaliste Baden-Württemberg, erklärt den Terminus: „Klimagerechtigkeit heißt, dass wir den Weg, den Klimawandel möglichst abzuwenden, möglichst gerecht gestalten.“ Dabei würde die Verantwortung auf ältere und jüngere, ärmere und reichere Menschen so verteilt, dass ein Ausgleich geschaffen werde: „Denn die Ursachen und Auswirkungen sind ungleich verteilt.“ Dafür sei eine globale Zusammenarbeit nötig, sie würden aber zunächst in Baden-Württemberg ihr Bestes geben.

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Wie die Schritte ganz konkret aussehen, ist derzeit noch nicht vollständig niedergeschrieben. Die Partei ist momentan dabei, das gemeinsam geschriebene Programm Korrektur zu lesen. Boch ist in dem Teil des Teams, das am Unterpunkt „Landwirtschaft“ arbeitet. Verabschiedet werden soll es beim Parteitag im Frühjahr. „Uns verbindet aber schon jetzt ein Grundsatzprogramm“, betonen Boch und Kybart. Die 19-Jährige erklärt, dass auch Einigkeit darüber bestehe, nach der Wahl keine Koalitionen einzugehen, die zu Kompromissen führten, die etwa an der Durchsetzung des 1,5-Grad-Ziels „vorbeischliddern“.

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Zunächst müssen Unterschriften von Unterstützern gesammelt werden

Am Bodensee sei es nun allerdings zuerst einmal wichtig, Unterstützerunterschriften zu sammeln. Etwas mehr als 60 hat die Ortsgruppe schon beisammen. Für einen erfolgreichen Antritt bei der Landtagswahl müssen es mindestens 75 werden. Diese müssen auch noch überprüft werden. Da es dann sein kann, dass einzelne Stimmen wegfallen, weil etwa die Daten falsch sind oder jemand doch nicht wahlberechtigt ist, haben sie geplant, ein paar Unterschriften „zu viel“ zu akquirieren: „damit wir ein Pölsterchen haben“, sagt Kybart.

Für die Sache: Amelie Kybart mit ihrem Klemmbrett zum Unterschriftensammeln.
Für die Sache: Amelie Kybart mit ihrem Klemmbrett zum Unterschriftensammeln. | Bild: Lena Reiner

Mit einer Unterstützerunterschrift verpflichte man sich nicht, die Klimaliste zu wählen, machen die beiden deutlich. „Es geht darum, dass wir eine Chance bekommen, uns wählen zu lassen. Es entsteht keinerlei Verpflichtung daraus, wir wollen auch keine Spenden“, betont Kybart. Derzeit finde das Unterschriftensammeln lediglich kontaktlos – virtuell – statt, um dem aktuellen Appell zur Kontaktminimierung Genüge zu tun und Verantwortung zu zeigen.

„Klima betrifft uns alle. Also wollten wir auch alle erreichen.“

Die meisten Stimmen hätten sie an einem Samstag Anfang Dezember in Friedrichshafen gesammelt. Boch erklärt: „Wir haben uns trotz der Pandemie dazu entschieden, in die Stadt zu gehen, um Stimmen zu sammeln. Zum einen haben wir gesagt, dass das an der frischen Luft mit Maske und Stiftdesinfizieren coronakonform möglich ist. Und zweitens wollen wir ja Politik für alle machen. Klima betrifft uns alle. Also wollten wir auch alle erreichen.“

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Informationen gibt es online auf der Webseite der Klimaliste Baden-Württemberg. Wer Fragen an die beiden hat, kann sich einfach direkt mit ihnen in Verbindung setzen und zwar per E-Mail an bodensee@klimaliste-bw.de