Der lokale Arbeitsmarkt hat sich einer Mitteilung der Agentur für Arbeit zufolge im letzten Quartal des Jahres 2020 stabilisiert. Im Agenturbezirk Konstanz-Ravensburg waren im Dezember 16 805 Menschen ohne Arbeit, 87 mehr als im November. Die Arbeitslosenquote lag den Angaben der Arbeitsagentur zufolge unverändert bei 3,7 Prozent. Im Bodenseekreis lag diese Quote bei 3,4 Prozent. Hier waren im vergangenen Monat 4245 Menschen arbeitslos gemeldet, 159 mehr als im November.

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Wandel am Arbeitsmarkt wäre auch ohne Coronakrise sichtbar

Das Instrument der Kurzarbeit habe maßgeblich dazu beigetragen, Arbeitsplätze zu erhalten, so Katja Thönig, operative Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Konstanz-Ravensburg. „Die Kurzarbeit bietet Arbeitgebern und Arbeitnehmern die Möglichkeit, Ausfallzeiten für Qualifizierung und Weiterbildung zu nutzen. Denn auch ohne Coronakrise ist der Struktur- und technologische Wandel in zahlreichen Wirtschaftszweigen deutlich sichtbar.“

Im Dezember seien im Zuständigkeitsbereich der hiesigen Arbeitsagentur, der die Landkreise Konstanz und Ravensburg sowie den Bodenseekreis umfasst, 753 neue Anzeigen auf Kurzarbeit eingegangen, heißt es weiter. Darin wurde Kurzarbeit für bis zu 6166 Arbeitnehmer angemeldet.

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In der Summe seien somit von März bis Dezember insgesamt 11 736 Anzeigen auf Kurzarbeit von Betrieben eingegangen. Darin wurde für 181 886 Menschen Kurzarbeit angezeigt. Besonders betroffen waren den Angaben der Arbeitsagentur zufolge Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie, des Einzelhandels sowie des Hotellerie- und Gaststättengewerbes.

Insgesamt fast 10 000 neue Stellen weniger als 2019

Die Zahl der offenen Stellen ist im Dezember wieder zurückgegangen. Auf das gesamte Jahr betrachtet seien fast 10 000 Stellen weniger gemeldet worden als noch 2019.

Insgesamt 1432 neue, offene Stellen meldeten Unternehmen und Verwaltungen aus der Region der Agentur für Arbeit im vergangenen Monat. Unbesetzt waren den Angaben zufolge insgesamt 5126 Stellen und damit 1603 weniger als im Dezember 2019.

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Pandemie-Auswirkungen auf drei Gruppen besonders deutlich

Die pandemiebedingten Folgen wirken sich Thönig zufolge auf alle Personengruppen am Arbeitsmarkt aus. Besonders deutlich seien die Zahlen seit Beginn der Coronakrise bei Langzeitarbeitslosen (plus 20 Prozent), Schwerbehinderten (plus 22 Prozent) und älteren Menschen über 55 Jahre (plus 30 Prozent) besonders deutlich gestiegen.

Für diese Menschen sei die Integration in das Arbeitsleben häufig schwierig und erfordere eine intensivere Vermittlungsbetreuung. „Beispielsweise standen uns im abgelaufenen Jahr rund 25 Millionen Euro für die berufliche Förderung von Menschen mit Behinderung zur Verfügung“, so Thönig weiter. „2021 werden wir eine ähnlich hohe Summe einsetzen, um die Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen.“