Nach den starken Regenfällen sind die Lindauer Insel und die umliegenden Buchten besonders betroffen, da der Wind die Treibholzfelder in Richtung Lindau getrieben hat. Martin Adler, der beim Wasserwirtschaftsamt in Kempten Abteilungsleiter für Gewässerschutz und Altlasten ist, erklärt im Gespräch mit dieser Zeitung: „Wir waren gestern von der Seemeisterstelle Lindau aus mit Booten unterwegs und haben draußen auf dem Bodensee große Treibholzfelder entdeckt, die in den nächsten Tagen noch anlanden werden.“

Am Montag habe man damit begonnen, die Felder mit großen Schwimmtauen zu versehen. So soll verhindert werden, dass sie wieder auf den See hinaustreiben. „Außerdem werden jetzt mithilfe von Baggern die bereits angeschwemmten Holzstämme und das Kleinholz in Container geladen“, berichtet Adler weiter.

Im Römerbad auf der Lindauer Insel hat sich viel Treibholz gesammelt.
Im Römerbad auf der Lindauer Insel hat sich viel Treibholz gesammelt. | Bild: Susnane Hogl

Rund 2000 Kubikmeter Treibholz seien bereits in Lindau angelandet. Das Wasserwirtschaftsamt rechne aber damit, dass sich eine etwa gleich große Menge Holz noch auf dem See befindet. „Wir können die exakte Menge erst sagen, wenn wir vom Unternehmen, das das Holz entsorgt, nach Abschluss der Arbeiten die gewogene Holzmenge wissen“, erklärt Adler.

Aus dem Lindauer Seglerhafen wird massenweise Treibholz abtransportiert.
Aus dem Lindauer Seglerhafen wird massenweise Treibholz abtransportiert. | Bild: Susanne Hogl

Das Holz, so der Experte weiter, dürfte zum Großteil aus dem Alpenrhein und der Bregenzer Ach stammen. Die Mengen, die derzeit in und um Lindau im Bodensee schwimmen, sind nach Auskunft von Adler nicht ungewöhnlich. „Diese Mengen haben wir in regelmäßigen Abständen nach starken Regenfällen.“

Mithilfe von Baggern wird derzeit das Treibholz aus dem Lindauer Seglerhafen entfernt.
Mithilfe von Baggern wird derzeit das Treibholz aus dem Lindauer Seglerhafen entfernt. | Bild: Susanne Hogl

Nach Angaben von Christopher Pape, Sprecher der Bodensee-Schiffsbetriebe in Konstanz, sind alle Schiffsführer über das Treibholz informiert: „Wir haben bislang nur geringe Beeinträchtigungen und fahren in den Lindauer Hafen entsprechend langsam rein und wieder raus. Draußen auf dem See hält die Schiffsbesatzung derzeit immer Ausschau und kann dann größere Treibholzfelder einfach umfahren“, erklärt er.

Der Lindauer Hafen ist derzeit für Schiffe nur schwer passierbar. Grund sind die großen Mengen an Treibholz.
Der Lindauer Hafen ist derzeit für Schiffe nur schwer passierbar. Grund sind die großen Mengen an Treibholz. | Bild: Susnane Hogl

Das angelandete Treibholz, darunter nicht selten ganze Baumstämme, werde nach Angaben von Martin Adler vom Wasserwirtschaftsamt von einem beauftragten Entsorgungsunternehmen gesammelt. „Wir zahlen dafür, wissen aber nicht, was das Unternehmen mit dem Holz macht. Das Holz muss sortiert werden, da oft auch Müll enthalten ist. Das durchweichte Holz wird oft verbrannt, aber teilweise wohl auch zu Mulch und Hackschnitzeln verarbeitet.“

Wassersportler sollten besonders vorsichtig sein

Das Holz, das an Land gespült wurde, dürfe auch gesammelt und zum Beispiel zum Heizen verwendet werden, so Adlers Tipp. Da die Aufräumarbeiten ihm zufolge noch einige Wochen dauern werden, rät das Wasserwirtschaftsamt allen Wassersportlern zu besonderer Vorsicht, da neben großen Treibholzfeldern auch etliche große Baumstämme im See treiben.

Das könnte Sie auch interessieren

Unser bestes Angebot ist wieder da: die Digitale Zeitung + das neuste iPad für 0 €