Erste Tendenzen zeigen nach Angaben der Touristiker, dass die Zahl der Übernachtungen im Juli etwa auf dem Niveau des Vorjahres liegt. Allerdings: „Noch liegen uns leider nicht alle Zahlen für Juli vor“, teilt die DBT auf Anfrage mit. Die Zahlen des Statistischen Landesamts werden erst Anfang/Mitte September vollständig zur Verfügung stehen, so Manuela Kneissler vom DBT-Projektmanagement, deshalb könne man aktuell auch nur eine Tendenz ableiten.

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Zumindest aber nach den bisher übermittelten Daten, die teilweise noch vorläufig sind, ist die Anzahl der Übernachtungen in etwa gleich hoch wie im Juli 2019 oder weicht nur gering vom Vorjahr ab. „Der Übernachtungstourismus im Juli 2020 entspricht aktuell also in etwa dem der Vorjahre“, heißt es von der DBT.

Viele Menschen in der Region haben das Gefühl, dass diesen Sommer am Bodensee besonders viel los ist. Lässt sich das auch an den Übernachtungszahlen erkennen?

„Der Übernachtungstourismus entspricht wie gesagt aktuell in etwa dem der Vorjahre“, erklärt Manuela Kneissler. Der Tagestourismus habe seit der Wiederaufnahme des Tourismus nach dem Lockdown allerdings zugenommen. „Es ist anzunehmen, dass dieser in diesem Jahr daher über den Vorjahren liegt“, sagt die Expertin der DBT und ergänzt: „Vor allem am Wochenende werden viele Orte vermehrt von Tagestouristen frequentiert.“ Zum Eindruck der Menschen, dass es in diesem Jahr besonders voll ist, sagt sie aber auch: Es liege die Vermutung nahe, dass die Menschen aufgrund der Hygiene- und Abstandsregeln sowie der Unsicherheiten in der Bevölkerung dieses Jahr sensibler auf ein hohes Besucheraufkommen reagieren.

Zuletzt waren vor allem Ferienwohnungen und Campingplätze begehrt. Ist das nach wie vor so?

„Campingplätze und Ferienwohnungen sind weiterhin für Urlaubsaufenthalte sehr begehrt und weisen weiterhin eine sehr gute Auslastung auf“, sagt die Tourismus-Expertin. Das sei allerdings auch in den Vorjahren und in Zeiten vor Corona in der Sommerferienzeit am Bodensee so gewesen. „Camping ist in diesem Jahr sehr gefragt, wobei aber auch dieses Übernachtungssegment von den Corona-Vorschriften nicht außen vor bleibt und das Angebot teilweise eingeschränkt ist.“

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Konnten auch Hotels in den vergangenen Wochen aufholen?

Bei den Hotels lief die Saison laut DBT langsam an: „Viele Hotels haben aber in den letzten Wochen aufholen können und weisen eine hohe Auslastung aus – einige der Betriebe sogar wieder eine Belegung auf Vorjahresniveau.“ Andere Häuser würden hingegen mehr freie Kapazitäten als in anderen Jahren melden.

Am Bodensee muss man auch ohne Verreisen nicht auf Urlaubsgefühle verzichten.
Am Bodensee muss man auch ohne Verreisen nicht auf Urlaubsgefühle verzichten. | Bild: Lena Reiner

Noch sind Sommerferien: Ist also auch in den kommenden Wochen eine gute Auslastung in der Region zu erwarten?

Die aktuelle Buchungslage und die Belegungszahlen in den Sommer- und Herbstferien sprechen für eine positive Entwicklung, so Manuela Kneissler. Ferienwohnungen seien teilweise bis in den Herbst hinein gebucht. Es bestehe aber auch die Tendenz, aufgrund der unsicheren Corona-Entwicklungen recht kurzfristig zu buchen.

Was wird nun in den kommenden Wochen entscheidend sein, damit der Tourismus am Bodensee auch im Herbst auf eine positive Entwicklung blicken kann?

„Entscheidend für eine gute Auslastung in den kommenden Wochen wird vor allem die weitere Entwicklung der Infektionszahlen sein“, sagt die DBT-Projektmanagerin. Daneben werde auch das Wetter eine Rolle spielen, das sei besonders für Wander- und Radtouristen entscheidend. Außerdem werden Angebote und die gezielte Vermarktung dieser für die Herbst-/Wintersaison – etwa Apfelwochen und Genussherbst – von großer Bedeutung sein, um weiterhin Übernachtungsgäste für die Region zu gewinnen.

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