Dieser Unfall im Landkreis Ravensburg sorgt nach Angaben der Polizei „für unglaubliche Anteilnahme und große Unruhe“ in den benachbarten Orten, so eine Sprecherin. Das erklärt auch den hohen Aufwand, den die Ermittler betreiben, um eine Fahrerflucht aufzuklären.

Was war passiert? Vor gut vier Wochen, exakt am 6. November, wird ein 35-Jähriger aus Fronreute auf der Landstraße zwischen Fronhofen und Baienbach Opfer von gleich zwei Unfällen. Doch das stellt sich erst später heraus.

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Es ist dunkel und neblig, als der Mann an jenem Samstagabend zu Fuß auf dem Heimweg von einer privaten Party ist. Er hatte getrunken, läuft auf der rechten Seite der Straße. Hier ist Tempo 100 erlaubt. In einer lang gezogenen Kurve auf freier Strecke passiert es. Um 23.42 Uhr meldet der erst 21-jährige Fahrer eines SUV, einem Nissan X-Trail, die Kollision mit einem Fußgänger auf Höhe Geratsreute nahe der Bushaltestelle. Der 35-Jährige, der laut Polizeimeldung „zur Unglückszeit auf der Straße lag“, starb am Unfallort.

Mann war bereits tot, als er überrollt wurde

Wenige Tage später meldet die Polizei das Ergebnis weiterer Ermittlungen, unter anderem der Obduktion des Toten. Der Fußgänger muss demnach schon vor der Kollision mit dem Nissan-Fahrer Opfer eines Unfalls geworden sein. Die Polizei ging davon aus, dass der Mann von einem anderen Auto angefahren und danach auf der Straße liegen gelassen wurde. Am 26. November meldete die Polizei, dass der 35-Jährige bereits tot war, als er beim zweiten Unfall überrollt wurde. Von dem Autofahrer, der den ersten Unfall verursacht hat und die Flucht ergriff, fehlt seither jede Spur.

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Mehrfach haben Polizei und Staatsanwaltschaft bereits Zeugenaufrufe gestartet, um den Fahrer zu finden. Seit vier Wochen arbeitet die Ermittlungsgruppe „Bach“ mit über 30 Beamten der Verkehrs- und Kriminalpolizei auf Hochtouren an der Aufklärung. Bis dato wurden weit über 1000 Sachverhalte und Hinweise überprüft.

Ein rotes Auto älteren Baujahrs fährt auf einer Landstraße vorbei. Die Polizei fahndet nach einem Fahrzeug des Baujahrs 2003 und älter.
Ein rotes Auto älteren Baujahrs fährt auf einer Landstraße vorbei. Die Polizei fahndet nach einem Fahrzeug des Baujahrs 2003 und älter. | Bild: Uwe Anspach/dpa

Kriminaltechniker fanden an der Kleidung des Opfers Mikrospuren, die mit hoher Wahrscheinlichkeit Lacksplitter sind. Die dürften vom Fahrzeug des Unfallverursachers stammen – einem älteren, rot lackierten Auto der Marken Renault, Citroen, Peugeot oder Ford mit Baujahr 2003 oder älter. Laut einer aktuellen Pressemitteilung sei allerdings nicht auszuschließen, dass es sich bei dem gesuchten Fahrzeug auch um ein anderes Modell handeln könnte. „Deshalb bitten wir weiterhin um jeden noch so vagen Hinweis“, bittet die Polizei. Der erste Unfall könne auf den Zeitraum zwischen 23.12 Uhr und 23.45 Uhr eingegrenzt werden.

3000 Euro für entscheidenden Hinweis

„Der entscheidende Hinweis war leider noch nicht dabei“, sagt die Polizeisprecherin. Für weitere Informationen, die zur Ermittlung des flüchtigen Unfallfahrers führen, hat das Polizeipräsidium Ravensburg nun eine Belohnung von 3000 Euro ausgesetzt. Wer Hinweise vor allem zu Fahrzeugen machen kann, die auf die Beschreibung passen und beschädigt sind oder waren, wendet sich an das Polizeirevier Weingarten unter Telefon 0751/803-6666.