Im bayerischen Lindau wohnen, im baden-württembergischen Kressbronn arbeiten und jeden Tag gemeinsam mit dem Chef im Auto zum Arbeitsplatz fahren: Was normalerweise kein Problem ist, kann in Corona-Zeiten zu einem werden – zumindest in Bayern. „Es ist nur erlaubt, mit Personen aus dem eigenen Haushalt zusammen im Auto zu fahren“, erklärt Dominic Geissler von der Polizeidirektion in Kempten. In Baden-Württemberg, so die Auskunft von Polizeisprecher Markus Sauter, ist das hingegen kein Problem:

„Bei uns könnten die beiden sogar nebeneinander sitzen und zur Arbeit fahren. Man darf in Baden-Württemberg ja auch mit einer Person, die nicht dem eigenen Haushalt angehört, spazieren gehen“, erklärt er. Auch das ist in Bayern verboten: Laut Allgemeinverfügung ist es nur erlaubt, sich mit Familienmitgliedern oder Menschen, die mit im Haushalt leben, draußen aufzuhalten – oder eben in einem Auto zu fahren.

Was für Baumärkte und Eisdielen gilt

Ein weiteres Beispiel: Während die Lindauer und alle anderen Bayern bei bestem Wetter nach wie vor ihr Eis bei einer Eisdiele genießen können, ist das in Baden-Württemberg nicht möglich, da alle Cafés und Eisdielen geschlossen bleiben müssen. Dafür haben es die Nachbarn einfacher, wenn sie im Garten arbeiten möchten und längst fällige Arbeiten im Haus oder in der Wohnung machen wollen, denn: Die Baumärkte dürfen in Baden-Württemberg im Gegensatz zu Bayern weiterhin geöffnet bleiben.

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Unterschiedliche Regelungen an den Uferpromenaden

Strenger sind die Regeln in Zeiten von Corona auch, was das Spazierengehen am Bodenseeufer angeht: So sperren die Überlinger an Wochenenden ihre Uferpromenade. In Friedrichshafen darf man zwar am Ufer spazieren gehen, aber es ist verboten, sich auf Bänke, Mauern oder Treppen am See zu setzen. Auf der bayerischen Seite des Bodensees gibt es solche Einschränkungen bislang nicht und auch die Bänke und die Sitzplätze am See dürfen genutzt werden – selbstverständlich immer nur dann, wenn der Mindestabstand eingehalten wird und wenn Personen aus dem eigenen Haushalt zusammen unterwegs sind.

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Wandern ist dagegen nicht überall mehr möglich in Bayern: Da es wegen des schönen Wetters in den vergangenen zwei Wochen teilweise überfüllte Parkplätze und Wanderwege gab, haben einige Gemeinden im bayerischen Allgäu zu drastischen Maßnahmen gegriffen und Wanderwege sowie die dazugehörigen Parkplätze komplett gesperrt. Rund um Oberstdorf ist das komplette Wanderwegenetz geschlossen, das gilt auch für beliebte Routen bei Füssen und Schwangau, Pfronten und einige Wege bei Oberreute und in Weiler-Simmerberg. In Baden-Württemberg sind Wanderungen nach wie vor überall erlaubt und im Bodenseehinterland gibt es viele schöne Touren.

Appell an Zweitwohnungsbesitzer

Gerne genutzt werden gerade auch in den Osterferien Zweitwohnungen oder Häuser am Bodensee, dazu gibt es in beiden Bundesländern keine expliziten Verbote, aber im Rahmen der Ausgangsbeschränkungen deutliche Hinweise. So bittet das bayerische Innenministerium darum, Fahrten zum Zweitwohnsitz möglichst auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Wenn es nicht anders geht, darf man hinfahren. Grundloses Pendeln zwischen beiden Wohnsitzen sollte jedoch vermieden werden.

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Die offizielle Vorgabe dazu: „Das Verlassen der eigenen Wohnung ist nur bei Vorliegen triftiger Gründe erlaubt, dazu gehört zum Beispiel die Ausübung der beruflichen Tätigkeit oder der Lebensmitteleinkauf oder Arztbesuche. Bloße Fahrten zum Zweitwohnsitz oder Dauercampingplatz ohne triftigen Grund sollten nicht stattfinden. Bitte überlegen Sie daher, ob diese Fahrt jetzt zwingend notwendig ist oder auch zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden kann, insbesondere, wenn Sie hierfür öffentliche Verkehrsmittel nutzen müssen.“

Auch in der Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg wird darum gebeten, möglichst keine Zweitwohnsitze aufzusuchen. Einig zeigten sich die beiden Bundesländer auch bei der Osterregelung: Da blieben die Geschäfte am Karfreitag, Ostersonntag und Ostermontag in Bayern und Baden-Württemberg geschlossen.

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