Spülmaschine, Waschmaschine, Licht, Laptop, Handy, Kaffeemaschine und Wlan-Router: Alle diese Geräte sind in vielen Haushalten täglich in Betrieb. Unternehmen, die die Ressourcen Internet, Wasser und Strom bereitstellen sind systemrelevant.

Vor etwa zehn Wochen hat das Unternehmen Teledata in Friedrichshafen, die Bodensee-Wasserversorgung in Sipplingen und das Stadtwerk am See erstmals Veränderungen wegen der Corona-Krise verzeichnet.

Datenverbrauch steigt in der Corona-Krise um bis zu 30 Prozent

So sagt etwa Jana Klesz aus der Marketing-Abteilung von Teledata: „Zu Beginn der Corona-Krise war durch Home-Office und andere Umstellungen ein deutlicher Zuwachs bei der Netzauslastung spürbar. Mitte März erkennen wir eine Spitzen-Woche, die auf Corona zurückzuführen ist. Hier haben wir einen Datenverkehrszuwachs von ungefähr 30 Prozent gespürt.“

Der Datenverbrauch steigt in der Corona-Krise.
Der Datenverbrauch steigt in der Corona-Krise. | Bild: Timm Lechler

Zu Stoßzeiten, also etwa zwischen 6.30 und 9 Uhr sowie in den Abendstunden, sei die Netzleistung teilweise doppelt so hoch gewesen als vor der Pandemie. In diesen Zeiten würden auch vermehrt die Streaming-Angebote genutzt, die ebenfalls für einen Anstieg des Datenverbrauchs gesorgt hätten.

Darauf sei schnell reagiert worden, sagt Klesz. Die Streaming-Dienste hätten ihre Übertragungsqualität europaweit angepasst: Inhalte seien weiterhin qualitativ hochwertig verfügbar und gleichzeitig seien die Netze entlastet.

Streamingdienste wie Netflix stufen Bandbreite herunter

Jana Klesz von Teledata sagt weiter: „Netflix hat das beispielsweise selbst bemerkt und die Bandbreite herunter gestuft. Davon merkt man als normaler Zuschauer nicht wirklich etwas. Das hat bei minimalem Qualitätsunterschied viel ausgemacht.“

Im Laufe des Aprils habe sich der Datenverbrauch wieder normalisiert. Die Teledata führt das vor allem auf Außenfaktoren zurück. „Dafür hat vor allem das super Wetter gesorgt und dass sich die Menschen wieder miteinander treffen dürfen“, vermutet Klesz. Trotzdem sei die Netzauslastung immer noch etwas höher als vor der Corona-Pandemie.

„Der Anstieg wäre sowieso passiert“

Doch Klesz sagt auch, dass die Bandbreitennutzung ohnehin in jedem Jahr etwas ansteige. „Handys verbrauchen mehr, Streaming verbraucht mehr, alles steigt an. Durch die Pandemie gab es zwar einen Sprung, aber der Anstieg wäre sowieso passiert. Die Entwicklung geht immer weiter nach oben. Ganz normaler technischer Fortschritt geht eben immer voran“, sagt sie. Auch die Telefonleistung sei nach ihren Angaben seit Beginn der Corona-Krise stark angestiegen.

Wasserverbrauch erhöht sich um mehr als zehn Prozent

Einen Anstieg des Verbrauchs hat es in den vergangenen Wochen auch beim Wasser gegeben. Das bestätigt die Bodensee-Wasserversorgung in Sipplingen, die jährlich etwa vier Millionen Menschen in Baden-Württemberg mit Wasser versorgt.

Auch der Verbrauch an Wasser nimmt in der Pandemie zu.
Auch der Verbrauch an Wasser nimmt in der Pandemie zu. | Bild: Timm Lechler

Maria Quignon von der Bodensee-Wasserversorgung sagt: „Die Wasserabgabe im März 2020 lag knapp sechs Prozent höher als der März-Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Die durchschnittliche Tagesmenge umfasst 363 000 Kubikmeter. Die Wasserabgabe im April lag sogar um elf Prozent höher als in den vergangenen zehn Jahren, ungefähr bei 407 000 Kubikmeter.“

Das könnte Sie auch interessieren

Allerdings führe die Bodensee-Wasserversorgung diesen Anstieg nicht auf Corona, sondern auf die warme, trockene Witterung des Frühjahres zurück. Dann würden die Menschen häufiger duschen und die Pflanzen im Garten gießen.

„Wir verteilen Wasser durch das ganze Land“

Stoßzeiten, beziehungsweise Duschspitzen, nimmt der Wasserversorger nicht wahr. Maria Quignon sagt: „Wir verteilen das Wasser durch das ganze Land. Bis Stuttgart ist das Wasser zwei Tage unterwegs.“

Verbrauch in Friedrichshafen und Überlingen bleibt gleich

Anders verhält es sich beim regionalen Wasserversorger, dem Stadtwerk am See. Pressesprecher des Werks, Stephan Senftleben, sagt: „In Friedrichshafen und Überlingen ist beim Wasserverbrauch keine wesentliche Änderung zum Vorjahr zu erkennen. Wenn es bei uns einen Corona-Effekt gegeben haben sollte, wurde dieser wahrscheinlich durch die anhaltende Trockenheit und den daraus resultierenden Bewässerungen kompensiert.“

Stromverbrauch bricht in der Pandemie stark ein

Keinen Anstieg sondern einen starken Einbruch gebe es wegen der Pandemie beim Strom. „Die Leistung Ende März hat sich im Vergleich zum Februar um 20 Prozent verringert. Den Effekt führen wir im Wesentlichen auf die Schließung von Handel, Gastronomie und Industrie zurück. Die Netzlast war am 25. März im Vergleich zum Vorjahr zwölf Prozent geringer“, erklärt Sebastian Dix vom Stadtwerk am See.

Weniger Strom gab es im Monat April. Eine Ursache war laut Sebastian Dix vom Stadtwerk am See vermutlich die Schließung von Handel, Gastronomie und Industrie.
Weniger Strom gab es im Monat April. Eine Ursache war laut Sebastian Dix vom Stadtwerk am See vermutlich die Schließung von Handel, Gastronomie und Industrie. | Bild: Timm Lechler

Seit Ende April, als es erste Lockerungen der Corona-Verordnung gab, steige der Stromverbrauch laut Dix wieder an. Er liegt derzeit etwa auf dem Niveau von Februar.

Das könnte Sie auch interessieren

Jetzt wieder verfügbar: die Digitale Zeitung mit dem neuen iPad und 0 €* Zuzahlung

*SÜDKURIER Digital inkl. Digitaler Zeitung und unbegrenztem Zugang zu allen Inhalten und Services auf SÜDKURIER Online für 34,99 €/Monat und ein iPad 10,2“ (32 GB, WiFi) für 0 €. Mindestlaufzeit 24 Monate. Das Angebot ist gültig bis zum 12.07.2020 und gilt nur, solange der Vorrat reicht. Ein Angebot der SÜDKURIER GmbH, Medienhaus, Max-Stromeyer-Straße 178, 78467 Konstanz.