Ob bei einem offenen Impfangebot in Meersburg, Eriskirch oder Überlingen, am Impfstützpunkt in Friedrichshafen, beim Hausarzt oder in der Klinik: Im Bodenseekreis gibt es derzeit zahlreiche Impfangebote – mit und ohne vorherige Terminvergabe. Doch wie sieht es nach dem Ansturm auf die Booster-Impfungen Ende vergangenen Jahres inzwischen bei den Impfungen im Bodenseekreis aus, kommen noch genug Menschen oder bleiben viele Termine frei?

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Während im Dezember die Antwort auf den Versuch, online für den selben Tag einen Termin am Häfler Impfstützpunkt zu reservieren, noch „Entschuldigung, momentan sind keine freien Termine mehr verfügbar“ lautete, sind dort inzwischen auch noch Impfungen für Kurzentschlossene zu bekommen. Einige Kommunen meldeten zuletzt ebenfalls kurz vor den geplanten Impfaktionen noch freie Termine.

Online können Termine für den Impfstützpunkt in Friedrichshafen gebucht werden.
Online können Termine für den Impfstützpunkt in Friedrichshafen gebucht werden. | Bild: Wieland, Fabiane

Robert Schwarz, Pressesprecher des Landratsamts, bestätigt auf Nachfrage: „Die täglich maximale Impfzahl wird in den Stützpunkten nicht mehr erreicht.“ Dort gebe es im Wochenverlauf unterschiedlich starke Tage. „Vor allem vor und an Wochenenden kommen noch etwas mehr Personen. Die durchschnittliche Tagesleistung pro Impfstützpunkt liegt bei etwa 70 bis 100 Impfungen“, erläutert er.

Robert Schwarz, Kreissprecher
Robert Schwarz, Kreissprecher | Bild: Landratsamt Bodenseekreis

In der vergangenen Woche wurden im Bodenseekreis 5400 Impfdosen verabreicht. Zum Vergleich: Im Dezember lag die Zahl der Impfungen innerhalb einer Woche noch zwischen 11.300 und 19.900. Erfasst werden vom Landratsamt dabei allerdings nur die Impfungen in Arztpraxen und an den Impfstützpunkten. Von den Corona-Schutzimpfungen an Kliniken, bei Betriebsärzten und von den mobilen Impfteams in stationären Einrichtungen oder an Einzelstützpunkten liegen der Kreisbehörde hingegen keine Statistiken vor.

Der Anteil der Auffrischimpfungen an den Gesamtzahlen liegt dem Landratsamt zufolge seit Beginn der „Booster-Zeit“ bei 80 bis 90 Prozent, aktuell sind es etwa 85 Prozent. Bei den Kinder-Impftagen an der Messe waren die beiden ersten Samstage mit 120 und 160 Impfungen ausgebucht. Der dritte Samstag ist es laut Kreissprecher Schwarz mit 60 Terminen nicht mehr. „Ab kommender Woche beginnen dort schon die Zweitimpfungen, die freigeschaltenen Termine sind zu einem großen Teil schon vergeben. Wir gehen davon aus, dass die Tage weitgehend ausgelastet sein werden.“

Wie geht die Kreisbehörde mit der sinkenden Nachfrage um?

„Wir werden die Zahl der Termine und Kapazitäten natürlich an die Nachfrage anpassen“, heißt es dazu vom Landratsamt. Im Februar werde die Breite der Angebote durch die Impfstützpunkte im Wesentlichen bestehen bleiben. Auch in mehreren Gemeinden wird es wieder Impftage geben. „Auch im März wird es ergänzende Angebote geben, jedoch in deutlich reduzierter terminlicher und örtlicher Breite. Die Details dazu werden noch definiert, wir müssen hier auch auf Sicht fahren und können nicht auf Wochen hinaus minutiös planen“, sagt Robert Schwarz.

Wie geht es ab April weiter?

Könnte es sein, dass die Impfstützpunkte – wie zuletzt die Kreisimpfzentren – bei sinkender Nachfrage wieder komplett abgebaut werden? Oder wird man diesen Fehler nicht erneut wiederholen, um besser auf eine mögliche weitere Corona-Welle vorbereitet zu sein? Dazu sagt Robert Schwarz: „Wir arbeiten gerade an einem Konzept, um flexibel auf mögliche Entwicklungen in den kommenden Monaten reagieren zu können.“ Belastbare Voraussagen könne niemand machen, aber klar sei, dass es wieder unterstützende Strukturen geben muss, wenn der Bedarf erneut sprunghaft ansteigt.

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„Andererseits wäre es nicht vertretbar, dass aktuell terminlich und räumlich sehr breite Angebot der Impfstützpunkte über Wochen und Monate aufrechtzuerhalten, wenn überhaupt nicht absehbar ist, ob und wann der Bedarf wieder ähnlich dem im Spätherbst des letzten Jahres sein wird“, betont Schwarz und ergänzt: „Da hängen beispielsweise Arbeitsverträge und Dienstpläne vieler Menschen dran, die wir nicht beliebig vor uns herlaufen lassen können.“