Die Südbahn von Ulm über Friedrichshafen nach Lindau steht seit Mitte Dezember unter Strom. Seither gilt auch der neue Fahrplan. Der Fahrgastverband „Pro Bahn“ äußert an diesem Kritik: Auf der Südbahn würden vor allem Fernpendler durch den neuen Halbstundentakt im Expressverkehr profitieren. „Wir hätten uns eine deutlichere Stärkung des Vorort-Verkehrs gewünscht“, wird Stefan Buhl, Landesvorsitzender von Pro Bahn Baden-Württemberg, in einer Mitteilung zitiert. Ansonsten würde der Fortschritt an vielen potenziellen Fahrgästen vorbeigehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Auf Nachfrage erklärt Stefan Buhl, der seit vielen Jahren vom Fahrgastverband geforderte durchgängige Regionalbahnverkehr auf der Strecke fehle nach dem Fahrplanwechsel weiterhin – und damit auch ein zukunftsfähiges Konzept. Dabei sei der Regionalbahnverkehr für den Alltag der Menschen wichtig. Insbesondere die Lücke zwischen Aulendorf und Biberach-Süd bleibe bestehen. „Die Südbahn wurde für richtig viel Geld ausgebaut – in Aulendorf fehlt aber weiterhin genau eine Bahnsteigkante. Daran hampeln wir jetzt seit so vielen Jahren herum, aber nichts passiert.“ Mit der Konsequenz, dass einige Haltepunkte im Nahverkehr nicht oder nur unzureichend erreichbar seien.

Sobald die Fahrt über Friedrichshafen hinausgehen soll, ist es aus Sicht des Fahrgastverbandes ohnehin schon wieder vorbei mit den Vorteilen: Durch die Brechung der IRE-Linie Ulm-Basel in Friedrichshafen müssten viele Fahrgäste zusätzliche Umstiege, Wartezeiten und Fahrzeitverlängerungen in Kauf nehmen. Mit diesem Kritikpunkt steht „Pro Bahn“ nicht allein da: Kaum waren die ersten Pläne für den Fahrplanwechsel vorgestellt worden, meldeten sich Pendler, Bahnexperten und Abgeordnete aus der Region zu Wort und benannten Verschlechterungen, die damit auf der Strecke der Bodenseegürtelbahn einhergehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Aus Sicht von „Pro Bahn“ wurden die Fahrpläne zu spät und unter Missachtung der Fahrgastbedürfnisse erstellt.“ „Es ist schön, dass die gröbsten Fehler mit drei Fahrplanänderungen zwischen Januar und April gelindert werden sollen“, sagt Stefan Buhl über die vom baden-württembergischen Verkehrsministerium angekündigten Anpassungen. Künftig müsse das Land allerdings dringend wieder dazu übergehen, Fahrplankonzepte frühzeitig vorzustellen und mit der Fachöffentlichkeit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren