Vor dem Eingang sieht alles normal aus. Als wäre der Alltag wieder eingekehrt. Ein Mann läuft mit ausgefülltem Anmeldezettel Richtung Landratsamt, um sich beim Bürgerservice zu melden. Ein anderer kommt mit neuem Nummernschild vom Schildermacher.

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Zur Zulassungsstelle muss, wer sein Auto an-, ab- oder ummelden möchte. Doch nicht jeder weiß, dass das in Zeiten von Corona anders funktioniert als sonst. „Eigentlich wollte ich das schnell hinter mich bringen“, meint Martina Roth. Leicht frustriert. Und ein bisschen genervt. Dass sie sich online für einen Termin extra anmelden muss, hatte sie nicht bedacht.

„Mal eben anmelden“? So unkompliziert ist das im Moment nicht

„Ich habe die Tage einen gebrauchten Wagen gekauft“, erzählt sie. „Und wollte den mal eben anmelden.“ Bevor sie wieder ins Büro und dann die Kinder von der Kita abholen muss. Aber so leicht, so unkompliziert ist das in Zeiten von Corona eben nicht. Zumindest nicht vor Ort. Da braucht es einen Termin.

Wer sein Auto bei der Zulassungsstelle am Landratsamt an-, um- oder abmelden möchte, braucht vorher einen Termin.
Wer sein Auto bei der Zulassungsstelle am Landratsamt an-, um- oder abmelden möchte, braucht vorher einen Termin. | Bild: Daniela Biehl

Das Landratsamt bietet seit April aber auch ein Online-Anmeldeverfahren an. Doch wird das überhaupt genutzt? Nicht sonderlich stark, sagt Robert Schwarz, Sprecher des Landratsamts. „Unsere Kunden bevorzugen nach wie vor den persönlichen Kontakt.“ Gerade einmal 24 Umschreibungen und 15 Wiederzulassungen seien in den vergangenen fünf Monaten über den Online-Service „i-Kfz“ registriert worden. Nicht mehr als „ein kleiner Bruchteil“, wie Schwarz sagt.

Nach dem Lockdown: 5000 Zulassungen unbearbeitet

Und das, obwohl die Zulassungsstelle nach dem Lockdown mit der Bearbeitung von Zulassungen und der Vergabe von Terminen massiv im Rückstand lag. 5000 Zulassungen waren nach Angaben des Landratsamts – und im Vergleich zum Vorjahr – unbearbeitet geblieben.

„Wir hatten eine Terminnachfragewelle, die zeitweise knapp vier Wochen betrug“, sagt Schwarz. Und weiß auch: Da ist ein Licht am Ende des Tunnels. Den Rückstand haben die Kollegen beim Bürgerservice inzwischen aufgearbeitet. Und die Wartezeit auf einen freien Termin hat sich auf rund vier Tage reduziert. „Die Neuzulassung am Schalter dauert dann etwa 20 Minuten.“

Für das i-Kfz-Verfahren braucht es einen Personalausweis mit Online-Funktionen

Die Terminvergabe läuft per Telefon unter der Behördennummer 115 (ohne Vorwahl) oder online unter www.bodenseekreis.de. Dort erfährt, wer die Anmeldeverfahren anklickt, auch gleich, welche Unterlagen er zur Zulassungsstelle mitbringen muss.

Die komplette Online-An- oder Ummeldung eines Fahrzeugs erfolgt über das „i-Kfz“-Portal. Einen Haken hat die internetbasierte Zulassung jedoch: Wer das Portal nutzen will, braucht einen Personalausweis mit Online-Funktionen, ein Smartphone und eine Ausweisapp oder ein spezielles Kartenlesegerät, über das ein Pin zur Identifizierung ausgespielt wird.

Anschließend werde man Schritt für Schritt durch die Zulassung geführt. „Nach der grundsätzlichen Auswahl, ob ein Fahrzeug ab- oder angemeldet werden soll, werden Halter- und Fahrzeugdaten erfasst und der Bezahlvorgang eingeleitet.“

Weil der Antrag von einem Sachbearbeiter dann aber noch geprüft werden muss, nimmt die Bearbeitung ein paar Tage in Anspruch. Eine Zeitersparnis hat der Autofahrer also nur bedingt. Er spart sich aber die Wartezeit beim Bürgerservice.

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Anders ist das laut Schwarz bei der Umschreibung eines Fahrzeugs. Hier „wird der Antrag in Echtzeit automatisiert geprüft“. Den Zulassungsbescheid kann man sich sofort ausdrucken. Mitführen. Und losfahren.

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