„Uns geht es gut, wir sind gesund, auch wenn ich heute schon viel Eis hätte verkaufen können“, erklärt der Lindauer Andreas Graf, der am Seehafen ein Eiscafé betreibt und am Montag alles winterfest gemacht hat. Wie ihm geht es allen Gastronomiebetrieben und Hotels, und das bei bestem Wetter in den bayerischen Herbstferien.

Fast 20 Grad, doch am Seehafen in Lindau herrscht trotz Sonnenschein und Herbstferien gähnende Leere und die Lokale bleiben geschlossen.
Fast 20 Grad, doch am Seehafen in Lindau herrscht trotz Sonnenschein und Herbstferien gähnende Leere und die Lokale bleiben geschlossen. | Bild: Susnane Hogl

Beim sogenannten „Lockdown light“ gibt es zumindest bislang deutschlandweit einheitliche Regeln. In grenznahen Regionen, wie in Lindau, gelten aber ein paar Sondervereinbarungen. So können sich ab dem 7. November alle Grenzpendler, die aus der Schweiz oder aus Österreich nach Bayern zur Arbeit oder zur Schule kommen, kostenlos auf das Coronavirus testen lassen.

Die Testungen für Grenzpendler finden immer samstags im Lindauer Testzentrum statt. Lindaus Landrat Elmar Stegmann ist erleichtert: „Wir können nun den Menschen, die aus Vorarlberg und der Schweiz zu uns zum Arbeiten kommen, und unserer heimischen Wirtschaft einen gangbaren Weg bieten.“

Suche nach Lösung für Grenzpendler

Wegen fehlender Laborkapazitäten hatte das Landratsamt Lindau zuvor angekündigt, dass man auf eine Vorlage von Testergebnissen von Pendlern verzichte, bis weitere Kapazitäten zur Verfügung stehen. Mit Hochdruck hatten die Mitarbeiter des Landratsamtes daraufhin nach einer Lösung für die Grenzpendler gesucht, damit diese die von der bayerischen Staatsregierung beschlossenen wöchentlichen Tests pragmatisch machen können, heißt es in einer Mitteilung des Lindauer Landratsamtes.

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Blick ins benachbarte Vorarlberg

Im benachbarten Vorarlberg zeigt man sich über diese Lösung erfreut, jedoch gelten bei den Nachbarn strengere Regeln: So gibt es ab Dienstag eine Ausgangssperre, die bis Ende November gültig ist und das Verlassen der Wohnung in der Zeit von 20 Uhr bis 6 Uhr morgens nur in Ausnahmefällen erlaubt.

Ebenso wie in Deutschland müssen dann Hotels und Restaurants schließen und dürfen wie bei uns nur einen Außer-Haus-Verkauf anbieten. Wer einen Tagesausflug nach Österreich plant, sollte aber wissen, dass auch Seilbahnen und Gondeln zu Freizeitzwecken nicht benutzt werden dürfen. Unterricht an Universitäten, Hochschulen und in den Oberstufen findet nur auf Distanz satt. Ob die anderen Schüler einen Mund-Nasen-Schutz tragen müssen, entscheidet bei unseren Nachbarn der jeweilige Schulleiter.

Bayern: Fernunterricht für viele Schüler auch nach den Ferien

Fest steht schon jetzt, dass in Lindau nach den Herbstferien ab dem 9. November nicht alle Schüler in den Präsenzunterricht zurückkehren können, denn: Überall, wo die Abstände nicht eingehalten werden können, müssen die Klassen geteilt werden. Masken müssen in Bayern alle Schüler ab der ersten Klasse auch während des Unterrichts tragen.

Bereits vor den Herbstferien blieb ein Lindauer Gymnasium wegen mehrerer Corona-Fälle geschlossen. Im Valentin-Heider-Gymnasium fand in der Mittelstufe ein Wechsel zwischen Distanz- und Präsenzunterricht statt, der nach den Ferien zumindest für einige Klasse fortgeführt wird.

Da in Lindau die 7-Tage-Inzidenz bei 179 liegt (Daten des Robert-Koch-Instituts, Stand 2. November), gilt für die gesamte Insel eine Maskenpflicht. In Vorarlberg waren Stand 2. November rund 3000 Corona-Fälle gemeldet.

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